Bebauungspläne 2001 - 2005

„Das Klinikum mit 542 Betten soll auf den beiden Sportplätzen neben dem Elim-Krankenhaus gebaut werden. Der Sportverein ETV [dem die Freifläche nicht gehört] erhält im Gegenzug eine unterirdische [!] Halle.“ (Abendblatt, 21.5.2002)

2005
2005 August: Mit dem 1.Bebauungsplan taucht überraschend ein neues Gebäude auf – ein privates Ärztehaus auf dem Elim-Gelände.
2005 August: Das Klinikum als schalldichter Bunker.
2005 Mai: ETV-Berater und verworfene Pläne.
2005 März: Wer will wo was bauen? Absichtsvolle Unklarheiten.
2005 Februar: Das Isebek-Ufer als Grünfläche des Klinikums.

2004
2004 November: Die Planung eines privaten Ärztehauses auf dem Elim-Gelände wird bis zuletzt verschwiegen.
2004 Mai: Ein Versuch – unsere Eingabe an die Bürgerschaft.

2003
2003 Die Methoden klerikaler Heilsunternehmen
2003 Nutzungsrechte der geplanten nichtöffentlichen Sporthalle.

2002/2001
2002: Biblischer Bebauungsplan (im Abendblatt)
2002: Mobile Bebauungspläne von ETV, CDU und SPD (Eimsbüttel).
2001: „Das DKH wird in Alten Eichen/Stellingen gebaut“.

Rückblick
1998

2005

August 2005

Bebauung des öffentlichen Raums, erster Versuch:

masterplan

Diese Abbildung zeigt den ersten Bebauungsplan, der inzwischen wieder zurück gezogen werden musste. Unter anderem, weil der rechte Restsportplatz in der Längsrichtung nur „passt“, wenn er auf den Parkplatz des Nachbargrundstückes ragt. Ob es sich bei diesem „Irrtum“ um einen Trick handelte, um anschließend das geplante Krankenhaus „notgedrungen“ drei Meter an die Hohe Weide heran schieben zu können, oder ob in dem „Irrtum“ nur erneut das ungebremstes Haben-Wollen der christlichen Investoren zum Ausdruck kam – das konnte nie ganz aufgeklärt werden. So oder so wollen sie sich in mehreren Etappen den ganzen Platz aneignen.

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Oberbaudirektor Jörn Walter: „Und die Fassade wird aus dunklen Klinkern bestehen“. (Pressetermin von Senat und Agaplesion AG im Rathaus, August 2005)

Eimbütteler Wochenblatt, 9.12.2005
Wirbel um Klinikum
DIE NEUBAUPLÄNE MÜSSEN GEÄNDERT WERDEN
Die Initiative gegen die Bebauung der Sparbierplätze kritisiert, daß der Planentwurf für das auf dem Sparbierplatz geplante Diakonie-Klinikum nicht den Ausschreibungsbedingungen entspricht. „Die Maße für das Restspielfeld sind zu klein“, erklärt Regina Behrendt. Die Sportfläche könne die Mindestflächengröße für den Restplatz nur erreichen, wenn ein Grundstück der Kaifu-Lodge dazugerechnet wird. Der Verkauf oder eine Vermietung des Geländes durch die Eigentümerin Bäderland GmbH komme jedoch nicht zustande. „Die Planung wurde [besonders von Dietrich Wersich] nach Gutsherrenart einfach weiterbetrieben“, meint Behrendt. Baudezernent Reinhard Buff bestätigt, daß das Preisgericht noch einmal tagen muß. „Es bahnt sich jedoch eine Lösung an. Wir bekommen verschiedene überarbeitete Entwürfe vorgelegt“, erläutert Buff. Das Klinikgebäude, das entlang der Hohen Weide entstehen soll, wird laut neuem Plan in der Tiefe UM CIRCA 5 METER GESTAUCHT , damit das Rest-Fußballfeld dem heutigen Standard entspricht.

„Damit erledigt sich das Thema Kaifu-Gelände“, so Buff. Die Veränderung hat keine Auswirkungen auf den künftigen Bebauungsplan. Das neue Konzept wird im Januar im Stadtplanungsausschuß diskutiert. Im Februar folgt dann eine öffentliche Plandiskussion. Mit der Auslegung des Klinikum-BEBAUUNGSPLANS rechnet Buff im Sommer 2006. Danach werden mögliche Kritikpunkte der Bürger von der Behörde eingearbeitet – ODER ABER AUCH VERWORFEN . Baubeginn wird Ende 2006 [?] sein.

Fromme Lügen der…

Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche

12.08.2005:
Neues Diakonie-Klinikum-Hamburg für 120 Mio. Euro
(epd). Der Neubau des Diakonie-Klinikums Hamburg (DKH) wird zwischen 100 und 120 Millionen Euro kosten. Baubeginn soll Anfang 2007 sein, mit der Fertigstellung wird 2009 gerechnet, sagte Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter am Freitag im Rathaus anlässlich der Vorstellung der Pläne. Zwei Drittel der Kosten trägt die Stadt, ein Drittel das DKH. Bereits im Sommer 2003 hatten sich die evangelischen Krankenhäuser Elim, Alten Eichen und Bethanien [kein Wort zum KH Jerusalem!] zum neuen Diakonie-Klinikum zusammengeschlossen und sich auf einen gemeinsamen Standort in Hamburg-Eimsbüttel geeinigt. [die Kirche vermeidet zu sagen, dass zunächst Eimsbüttel-Stellingen gemeint war]. Das neue Haus soll auf einem 17.000 Quadratmeter großen Komplex [was ist damit gemeint?] stehen, rund 385 Betten bereithalten. Neben der eigentlichen [!] Klinik soll zudem ein Gebäude für Arztpraxen und weitere medizinische Einrichtungen entstehen [wo?]. Auch die Cardio-Klinik Hamburg, bislang in angemieteten Räumen im Jerusalem-Krankenhaus angesiedelt, wird in den neuen DKH-Komplex integriert. Hinter [?] dem Gebäude ist eine Tiefgarage mit 230 Plätzen geplant. Auch die Belange des benachbarten Sportvereins [es ist ein ÖFFENTLICHER Platz, kein Vereinsplatz!] hätten kompromissfähige Berücksichtigung gefunden. Als Entschädigung für zu überbauende Sportplatzflächen entstehe eine neue Dreifeld-Halle sowie weitere umfangreiche [?] Außensportanlagen. DKH-Geschäftsführer Bernd Weber sagte, das neue Gesundheitszentrum sichere rund 1.000 Arbeitsplätze. [ein Unsinn in der Sache und ein nicht existierender Zusammenhang zum „Standort Sportplatz“].

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August 2005

Praxenpark, Sportpark, Klinikpark, Parkuhr

In der üblichen „Macher“-Sprache wird die geplante Privatisierung einer öffentlichen Fläche gerechtfertigt:

Architekten TENTIEMANN-PETRI & PARTNER (Stuttgart), 12.8.2005

Die Funktionsverteilung nimmt die Zonierung des Geländes in Uferzone, Sportpark und straßenbegleitende, verdichtete Bebauung auf.

Diakonie-Klinikum und Praxenpark [man beachte, wie das Stichwort „Praxenpark“ ab Sommer 2005 ganz beiläufig eingestreut wird] bilden eine Bebauungsspange, die sich mit entsprechender
Bautiefe präzise zwischen die Wohnbebauung an der Hohen Weide und den Komplex des Eimsbütteler Turnverbands einfügt.

Innerhalb der Bebauungsspange wird ein [leerer] Platz ausgebildet, der eine Zäsur zwischen Klinikum und Praxenpark herstellt und die zurückliegende Sporthalle einbindet.

Der Platz [der das dann leere Elim-Gelände nach er Bebauung des öffentlichen Sparbierplatzes füllen soll] bietet neben der Funktion der Erschließung von Diakonie-Klinikum und Praxenpark BESUCHERN UND ANWOHNERN eine Möglichkeit zum Treffen und Verweilen. [ Endlich ein Treffpunkt, auf den ganz Eimsbüttel seit Jahren wartet!]

Zwischen Klinikum und SPORTPARK (sic!) entsteht eine Grünzäsur mit einem Fußweg, der von der Bundesstraße zu den Sporteinrichtungen und zum Hallenbad Kaifu führt und im Bereich der HANDELSSCHULE auf den Weidenstieg stößt.
Hallenbad, Sporthalle und Sportflächen erhalten damit eine eigene Erschließung.

Die Sportflächen sind im Sportpark [ ja, die Sprache! ] westlich des Klinikums angeordnet, das große Sportfeld mit den Abmessungen 100 m x 65 m, das kleine Sportfeld mit 65 m x 40 m. Durch diese Anordnung werden Störungen der Wohnbebauung an der Hohen Weide ausgeschlossen. [das ist pure Boshaftigkeit von Leuten, die so zynisch nur reden können, weil sie die politische und wirtschaftliche Macht hinter sich haben].

Schallschutz durch Materialwahl und Ausbildung der Fassaden:

■ Für das Klinikum [es muss wegen der gewollten Enge als schalldichter Bunker gebaut werden!) werden durch die Fassadenausbildung SCHALLSCHUTZ-Maßnahme getroffen.

Die Erschließung von TIEFGARAGE und [unterirdischem] Wirtschaftshof erfolgt von der Bundesstraße. Die teilweise UNTERBAUUNG der Sparbier-Sportplätze mit der TIEFGARAGE wird mit GEEIGNETEN BAUTECHNISCHEN MITTELN BEWÄLTIGT. [Man sieht förmlich, wie sich das Planungsteam vor Lachen ausschüttete, als es diesen Satz hinschrieb: Dieser charmante Wink an die Sportler soll sagen: „Ihr habt wohl geglaubt, ihr könntet oben auf dem Restplatz zwischen den Baukränen weiterspielen und wir würden extra für Euch Helden der Zivilicourage mit aufwendiger Tunneltechnik unter Euch eine Tiefgarage bauen!“]

Juni 2005

Was 2005 gesagt wurde:

Initiative: „Die Erfindung eines privaten „Praxenparks“ ist ein Taschenspielertrick“
Hamburger Abendblatt, 16. August 2005
Die „Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes“ kündigte jetzt juristische Schritte an. Insbesondere die Ankündigung von Hamburgs Oberbaurat Jörn Walter, wonach zusätzlich zu der eigentlichen Klinik auch ein Ärztehaus gebaut wird, sei vor Ort mit einiger Überraschung vernommen worden, sagte Initiativen-Sprecherin Dorothea Liebing. Bemerkenswert sei, daß die neue Klinik nur rund 165 Betten mehr bekommen soll als das vorhandene Krankenhaus Elim, das später für das Ärztehaus abgerissen werden soll.

Oberbaurat Walter: „Auf dem Elimgelände wird ein privates Geschäftshaus gebaut.“
Eimsbüttler Wochenblatt, 19.8.2005
Die Patienten-Zimmer mit 385 Betten liegen zur Straße hin. „So werden sie nicht vom Sport gestört“, erklärte Walter. …Das heutige Elim-Krankenhaus wird nach Fertigstellung des Klinikums im Jahr 2009 abgerissen. Auf der Fläche werden ein [privates] Ärztehaus und eine Dreifeld-Turnhalle errichtet.

Initiative: „Die Diakonie kann auf dem Elim-Gelände bauen.“
Eimsbüttler Wochenblatt, 9.9.2005
Die Initiative gegen die Bebauung des öffentlichen Sparbierplatzes an der Bundesstraße bleibt bei ihrem Nein zum Klinikum-Bauprojekt. „Es kann nicht sein, daß für 165 Betten ein Sportplatz für Hunderte Jugendliche und Erwachsene plattgemacht werden soll“, erklärt Initiativen-Sprecherin Regina Behrendt. …Gleichzeitig schlägt die Initiative vor, das Klinikum auf dem bisherigen Elim-Gelände zu errichten. „Dann könnte die öffentliche Sportfreifläche erhalten werden“, so Behrendt.

Mai 2005:

Im Protokoll des Preisgerichts zum Architektenwettbewerb für die Bebauung einer öffentlichen Sportfreifläche durch eine christliche Klinik, die außer den Betreibern niemand braucht, tauchen neben vielen anderen aufschlussreichen Bemerkungen die ersten Hinweise zu dem privaten Geschäftshaus „Praxenpark“ auf, allerdings ohne dessen Zweck weiter zu thematisieren. Die damit verbundenen „eigentumsrechtlichen Probleme“ werden jedoch vorsichtig angedeutet.

http://www.competitionline.de/am530/upload/wettbewerb_1969_auslobungsbroschuere/DKH_Protokoll_Preisgerichtssitzung_vom_26.05.2005.pdf
■ PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG
26. Mai 2005. Tagungsort: Krankenhaus Elim

Fachpreisrichter
Jörn Walter Oberbaudirektor (BSU), Reinhard Buff Baudezernent, Bezirksamt Eimsbüttel und einige Architekten

Sachpreisrichter
Jörn Wessel Geschäftsführer des Elim, Hamburg. Helmut Kraaz Architekt Diakonie-Klinikum Hamburg GmbH. Bernd Weber Geschäftsführer des Diakonie-Klinikum Hamburg. Wolfgang Böttcher, Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel (CDU). Rüdiger Rust, Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel (SPD). Horst Becker, Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel (GAL). Dietrich Wersich Staatsrat der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit (BWG) – fehlt.

Berater
etvkarriereaumann
Arne Aumann – Vorstand des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV).

[Zur Person: Aumann trat als Freizeitsportler dem ETV bei, wurde dort schon bald Mitglied des Vorstandes, wo er das Referat für „Bauten und Anlagen“ übernahm. Das traf sich gut, denn Aumann betreibt ein Architekturbüro: So war es kaum zu verhindern, dass Aumann, als der öffentliche Sparbier-Sportplatz privatisiert werden sollte, als Berater aus ETV-Kreisen hinzugezogen wurde. Dazu heißt es in einem Flugblatt der Initiative:

Flugblatt der Initiative vom März 2004, Auszug
Flugblatt der Initiative vom März 2004, Auszug

Selbstdarstellung Arne Aumann: *1960 in Wolfsburg, 1981 bis 1989 Architektur-Studium, Tätigkeit in diversen Architekurbüros, 1989 bis 1991 Tätigkeit als angestellter Architekt, Teilnahme an diversen Wettbewerben, 1991 bis 2000 Partner im Architekturbüro Modulor mit Stephan Starcke, Alejandro Icardi und Hans-Jürgen Katzsch, April 2000: Gründung des Architekturbüros Aumann-Katzsch, Hamburg. Juli 2001: Mitbegründer & Gesellschafter von planpark GmbH.
→ Siehe auch unter Planpark.
→ Siehe auch: http://www.eppendorf-village.de/partner/index.html und unter → http://www.architekt-kohring.de/news.htm ]

• Rainer Hansen BEHÖRDE FÜR BILDUNG UND SPORT, SPORTAMT

• [Aus naheliegenden Gründen nicht geladen:
– Die Fußballabteilung des ETV
– Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes ]

BEURTEILUNG DER ARBEITEN: (Auszug)

(Plan 1)
Die Unterbauung des gesamten Sportplatzes mit Tiefgaragenplätzen widerspricht [leider] den [mit Rücksicht auf die Proteste gemachten] Vorgaben.

(Plan 2)
Insgesamt ist die dreigeschossige (!) Gebäudeausbildung … nicht erstrebenswert. [jemand könnte denken: Die haben aber viel Platz!]

(Plan 3)
Die Eingangssituation für alle Hauptnutzungen – Krankenhaus, Praxenpark, Sporthalle – ist gelöst. Die klare Anordnung wird allerdings um den Preis einer Aufteilung [des öffentlichen Restsportplatzes] in zwei Viertelspielfelder erkauft. Die Krankenwagenzufahrt ist in ihrer einsehbaren Lage direkt an der Hohen Weide ungeeignet. Das Gebäude Praxenpark ist aus der städtebaulichen Grundstruktur zwar nachvollziehbar, aber zu → groß dimensioniert. Die → Integration der TAS in den Praxenpark [!] ist gegenüber einer eigenständigen Lage von großem Nachteil.

(Plan 4)
Die gemeinsame Zufahrt zu Tiefgarage und Wirtschaftshof an der Hohen Weide ist in dieser Form nicht möglich. Die → Kombination von Sporthalle und Parkdecks führt zu einer Anordnung des → Spielfeldes auf dem Dach.

(Plan 5)
Turnhalle und Praxenpark: Die Zusammenfassung von Turnhalle und Praxenpark in → einem Bauwerk ist städtebaulich nachvollziehbar, bringt jedoch eigentumsrechtliche Probleme mit sich. Eine Trennung beider Nutzungen wäre von Bauherrenseite wünschenswert.

März 2005:

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Obwohl das Bild dem Text widerspricht, behauptet man: „Das Diakonie-Klinikum wird auf dem Elim-Gelände gebaut“.

■ Diese Abbildung wurde u.a. in „Die Freien Aktuell“ (Nr. 3/2005), dem Mitteilungsblatt der – meist „freikirchlichen“ – Krankenhäuser, publiziert. Sie findet sich heute noch auf der Homepage des DKH (siehe http://www.d-k-h.de/wir-ueber-uns/neubau/neubau.html ).

Zu sehen ist eine – wegen fehlenden Schallschutzes inwischen zurückgezogene – Modell-Ansicht des geplanten Klinikums der Agaplesion AG mit Blick von der Hohen Weide zur Christuskirche. Auf der rechten Straßenseite: Das seit Jahren umstrittene und daher noch lange nicht durchgesetzte DKH. Es sieht so aus, als wolle man die gesamte Fläche mit einem Klinikum bebauen. Von einem privaten „Praxenpark“ ist keine Rede. Unter dieser Abbildung steht:“ Auf dem Gelände des Elim Krankenhauses in Eimsbüttel wird von 2007 bis 2009 das Diakonie-Klinikum-Hamburg komplett neu gebaut .“

Bemerkung: Es ist nicht neu, dass Macht- und Interessenpolitik versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen. Es ist auch üblich, dass jene, die sich durchsetzen, rückwirkend so tun, als sei alles immer schon so gewesen. Es ist aber ziemlich gewagt, im Jahr 2005 schon eine Situation zu beschreiben, die man erst noch herstellen muss: Denn was das Modell zeigt, ist bislang eben NICHT „das Gelände des Elim-Krankenhauses“. Das Elimgrundstück endet (von der Christuskirche her gesehen) in der Mitte der Hohe Weide. Die andere Hälfte des Geländes gehört – noch – dem Sportamt. Und auf diesem Gelände befindet sich eine öffentliche Sportfreifläche, auf der Hunderte trainieren und spielen. Ob auf diesem Platz wirklich „ab 2007“ gebaut „WIRD“, das muss sich erst noch erweisen: Abgesehen davon, dass WIR bislang mit einem gewissen Erfolg den flotten Gang der Dinge etwas unterbrochen haben, hat die bürgerliche Gesellschaft sich sogar selbst einige Regeln auferlegt, vor denen sich solche Bebauungsbegehren wenigstens formal legitimieren müssen: die öffentliche Bekanntmachung der Bebauungspläne und die damit verbundenen Einspruchsmöglichkeiten. Nichts davon interessiert ganz offensichtlich diese Propagandisten. Die Ablehnung der vorgeschriebenen politischen Prozedur, „die Menschen“ vorher noch nach ihrer Meinung zu fragen (auch wenn es auf diese am Ende überhaupt nicht ankommen soll), ist solchen (politisch rechts stehenden) Ankündigungen anzumerken. Aber es ist auch klar, wieso solche Sätze so selbstverständlich geschrieben werden können: Man kennt halt seine Leute im Senat, die schon für vollendete Tatsachen sorgen werden.

Februar 2005:

Dachbegrünung und Isebek-Ufer

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Der Plan: Das christliche Innenstadt-Klinikum im Grünen (vormals öffentliche Sportfreifläche). Das Isebekkanal-Ufer mitsamt Schwimmbad wird als Vorgarten der Klinikums umdefiniert. Der Sportplatzrest wird ebenfalls als Grünfläche dargestellt (die gewollte zukünftige Nutzung).

Standortpolitik: Die Agaplesion AG zieht es auf die öffentliche Sportfreifläche an der Hohen Weide. Dort ist es aber deutlich enger als in Alten Eichen in Eimsbüttel-Stellingen. Während die Patienten in Stellingen in einem großen Park spazieren können, würde im Kerngebiet Eimsbüttel jeder Auslauf fehlen (selbst das jetzige Elim hat noch einen kleinen Park, der dann weg wäre).

In dem geplanten Klinikum auf dem öffentlichen Sparbierplatz würden die Patienten also keinen Grashalm [*] sehen, sondern nur die Autos auf der Bundesstraße oder die Menschen in den Wohnungen der gegenüber liegenden Häuser. Um diese eingezwängte Lage zu kaschieren, hatten die Planer an einen Dachgarten gedacht, der aber wohl keine Baugenehmigung erhalten würde (geplant wird weiterhin eine Dachbegrünung – als behauptete Generalkompensation für die beabsichtigte Vollversiegelung aller Flächen). Ein Teil des damals entwickelten Konzeptes besteht jedoch weiter: es sieht vor, dass die DKH GmbH das Ufer am Isebek-Kanal (dessen Umgestaltung die SPD auf ihre Fahnen geschrieben hat, siehe unter Flugschriften 2006 – Isebek-Konflikt) in ihr „Begrünungsmanagement“ einbezieht. So wie vom Hügel des geplanten Mövenpick-Hotels im Schanzenpark dessen Wiesen wie eine zur Messe gehörende Grünfläche ausschauen werden, so möchte man versuchen, den Grünbereich des Isebek-Ufers bzw. einen Teil der Liegeweisen des Kaifu-Schwimmbads als eine Art Außenbegrünung des Klinikums erscheinen zu lassen. Mit einigen zusätzlichen Bäumen in der Bundestraße und der Hohen Weide kann man sogar behaupten, Ufergrün und die drei Bäume am Klinikum-Eingang bildeten ein einheitliches Ensemble, ja das Isebek-Ufer sei genau genommen der Park des „Diakonieklinikums“. Wenn man noch mit Bäderland einen kleinen Durchgang verhandelt, könnten die Patienten zudem zum Kanalufer kommen, ohne über die Straße gehen zu müssen. Am Ende, sagen wir 2015, würde nur noch der Restsportplatz (und der Sportlärm) stören. Wenn man den Restplatz ganz oder teilweise begrünen könnte, wäre alles noch viel weniger eng. Man hätte dann praktisch ein innerstädtischen Krankenhaus mit einem – mehr oder weniger – eigenen Schwimmbad und einem – mehr oder weniger – eigenen Kanalufer. Die Patienten könnten dort Bootsfahrten machen, im Schwimmbad vom Turm springen, beim ETV Reha-Kurse belegen oder mit der U-Bahn zum Alsterhaus fahren. Genau genommen wäre das „Diakonieklinikum“ auf dem früheren öffentlichen Sportplatz eine Event-Sensation. Jedenfalls könnte man das auf Flyer der Agaplesion AG so darstellen. Doch leider kommt da die Fallkostenpauschale dazwischen, in der geregelt ist, dass der Patient – vielleicht ein früherer Sportler! – ohnehin direkt nach der OP nach Hause geschickt wird. Dort wartet die Firma „Pflege-Partner Diakonie“ bereits auf ihn. Ein Dachgarten wird daher nicht wirklich gebraucht.

[*] Handelsblatt, 06.07.2001
Krankenhausbau im Grünen fördert Genesung
Von dem Architekturbüro Eberhard Zeidler stammt der Entwurf für das neue Herzzentrum in der Stadt Coswig, mitten in einem Elbe-Biosphärenreservat. Die kranken Menschen, die hierherkommen, schauen auf Wiesen und Wälder. Nach neuen Untersuchungen brauchen Patienten, die von Natur umgeben sind, 30 Prozent weniger Zeit zur Genesung.

www.klinikbewertungen.de, 01.06.2006
Krankenhaus Elim: Patientenbericht
Das Gebäude ist schon etwas älter und es gab kein Bad auf dem Zimmer. Ich lag in einem Zweibettzimmer. Das Essen ist relativ gut. Und es gibt einen Garten. Der ist sogar sehr schön im Sommer, da er in der Sonne liegt und mit vielen blühenden Pflanzen bestückt ist.

Grünkonzept

• Im Bezirk Eimsbüttel soll in dichtbesiedelter Lage auf einem Areal
von 17.000 m² [?] der Neubau des DKH entstehen. Darüber hinaus sollen eine Sporthalle und Außensportflächen geschaffen werden. Diese sollen einen bestehendem öffentlichen Sportplatz ersetzen [!], dessen Flächen überplant werden müssen [sollen].

• Das Grünkonzept steht im Spannungsfeld zwischen dem Grünzug am ISEBEK-KANAL und der dichten Bebauung an der Straße „HOHE WEIDE“. [Für alle: The green-concept is embedded in the antithetic context of the park at the Isebekkanal and the dense area at the street „Hohe Weide“.]

• Das Grünkonzept entwickelt sich von naturnahen Grünflächen am Kanal über funktionale Grünelemente im Bereich des Bades und der Sportanlagen hin zu architektonischen, linearen Grünstrukturen am Klinikum und dem angrenzenden Straßenraum.

• Als Ausgleich für die fehlenden Freiflächen zu ebener Erde entsteht auf einem Teil des Daches im Freien eine herausragende Aufenthaltsmöglichkeit mit Blick über die Dächer von Eimsbüttel.

Im Falle der Realisierung soll das Planungsbüro EGL , Büro Hamburg, Unzerstraße 1-3, beauftragt werden – in Arbeitsgemeinschaft mit Tiemann-Petri und Partner, Stuttgart.

Über den Dächern von Eimsbüttel
(unter dem Pflaster liegt die öffentliche Freifläche)

Variante Stammheim-Style:
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Dachgarten von KCAP/ASTOC und Henke + Partner, Hamburg

Variante Airport-Style:
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Im Hintergrund der Turm des Kaifu-Gymnasiums. In der Tag & Nacht beleuchteten Glasfassade spiegeln sich die Häuser der Hohen Weide. (Architektenwettbewerb 2005. – 1. Preisgruppe, 2. Platz, /www.schuster-pechtold.de ). Entwurf für 385 Betten auf 16.800 m² „Nutzfläche“ bei nur 6300 m² Grundfläche. Davon 1.000 m² für ein privates Geschäftshaus („Praxenpark“, 3 Stockwerke, 3000 m² insgesamt) auf dem jetzigen Elim-Gelände (der Bau fungiert bisher als Platzhalter, um den Besitzanspruch auch auf dieses Gelände zu unterstreichen).
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Und noch eine …
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2004

2003 09 23 ha

November 2004:

Die geplante Bebauung des Elim-Grundstückes mit einem Privathaus wird noch geheim gehalten:

Kein Wort verlautete bis Ende 2004 über ein privates Ärztehaus („Praxenpark“) auf dem jetzigen Elim-Gelände. Den öffentlichen Sportplatz, so wurde seit 2002 gesagt, „benötige“ man als ERWEITERUNGSFLÄCHE der Klinik, also ZUSÄTZLICH zum Elim-Gelände. Über den „Praxenpark“, der nun an die Stelle des Elim-Krankenhauses „soll“, ist auch in der folgenden Ankündigung zum „hochbaulichen Realisierungswettbewerb“ nichts zu finden. Gerade deshalb würden wir nur zu gerne wissen, welche internen (informellen?) Vorgaben man den Architekten bekannt gab.

• Nichts zum „Praxenpark“ in der Wettbewerbsbekanntmachung:

http://www.klekoon.com/JOCE/JOCE_3_Detail.asp?ID_joce=141943
WETTBEWERBSBEKANNTMACHUNG, 12.11.2004
Hochbaulicher Realisierungswettbewerb „Diakonie-Klinikum-Hamburg“ in Hamburg-Eimsbüttel.
Beschreibung: Auf einem ca. 17 000 m2 großen Areal in dichtbesiedelter Lage des Bezirkes Eimsbüttel soll der Neubau des DKH einschließlich CardioClinic entstehen, ein Gebäudekomplex mit etwa 385 Betten (einschließlich CardioClinic) und einer Größe von rund 32 000 m2 oberirdischer BGF. Zudem sollen im Rahmen der Neubaumaßnahme, als Ersatz für die Überbauung bestehender Flächen, Räumlichkeiten einer Tagesstätte für Obdachlose, eine Dreifeld-Sporthalle sowie Außensportflächen geschaffen werden. [kein Wort über einen „Praxenpark“].
Preisgericht: J. Walter: Oberbaudirektor. Reinhard Buff: Baudezernent, Bezirksamt Eimsbüttel. Und einige Architekten. Preisrichter: Jörn Wessel, Elim. Helmut Kraaz, Diakoniearchitekt.
Dietrich Wersich: CDU-Staatsrat. Wolfgang Böttcher, Bezirks-CDU. Rüdiger Rust: Bezirks-SPD + Stadtplanungsausschuss. Horst Becker, Bezirks-GAL + Stadtplanungsausschuss.
Abgabe: 25.4.2005.

siehe auch unter:
→ D & K Projektentwicklungs-Management, Hohe Brücke 1, 20459 Hamburg, T: 3609840, info@drost-klose.de
→ http://www.d-k-projekt.de/projekt_anzeigen.php?start=15&id=44
→http://www.competitionline.de/site/1809200522044645/1809200522044645.php?wettbewerb_id=1969

• Vorspielung falscher Tatsachen in der „Auslobung“:

Für den Komplex des DKH steht eine 17.000 m² große Fläche parallel zur Hohen Weide zur Verfügung. Genutzt wird hierfür ein Teil der Grundstücksfläche des Krankenhauses Elim….
Auszug aus dem „Vorabzug der Auslobung“. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass das Elim-Grundstück mit einem privaten Geschäftshaus bebaut werden soll.

Unsere Kritik im Jahr 2004

Mai 2004

Flächennutzungsplan Eimsbüttel
Der Flächennutzungsplan Eimsbüttel zeigt den öffentlichen Sparbierplatz als Teil eines Freiraumverbundsystems.

EINGABE DER
■ Initiative gegen die Bebauung des Sparbier Sportplatzes
14. Mai 2004

Eingabenausschuss der
Hamburgischen Bürgerschaft
Poststraße 11, 20354 Hamburg

Eingabe wegen:

• Bebauung des Sparbier-Sportplatzes durch das Diakonie-Klinikum
• Wegfall der Sportfläche
• Beschluss zur Einleitung des Bauplanverfahrens im Bezirk Eimsbüttel vom 27.4.2004

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie mit der Bitte, die geplante Bebauung der öffentlichen Sportfreifläche Sparbierplatz mit einem christlichen Klinikum zu überdenken, um damit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im stark verdichteten Kerngebiet Eimsbüttel die Möglichkeit der sportlichen Bestätigung weiterhin in gleicher Qualität zu belassen.

Unsere Initiative wurde vor 2 Jahren nach Bekanntwerden der Bebauungspläne des Groß-Klinikums auf dem öffentlichen Sparbierplatz gegründet. Wir sind nicht gegen die Errichtung eines Klinikums, sondern wehren uns gegen die Zerstörung von öffentlichen Sport- und Freiflächen im dicht bebauten Stadtteil Eimsbüttel.

Wir wenden uns an Sie, weil wir als Personen und als Initiative, die die Sportfläche erhalten wollen, kein Gehör in den politischen Gremien des Bezirkes Eimsbüttel finden und wir es als äußerst unangemessen empfinden, dass der Wegfall des öffentlichen Doppelsportfeldes weder hinreichend argumentiert, noch auf unsere konkreten Einwände geantwortet wird. Es stört uns überdies, dass uns als Initiative, die bisher über 5500 Stimmen gegen die Bebauung gesammelt hat, Politiker mit dem Bescheid entgegentreten, dass sie Bauanträge lediglich nach der Machbarkeit abarbeiten. Wir, die Initiative, aber auch andere Personen, z.B. Sportler, die auf dem Platz spielen, können keine Anträge an ein Gremium der Stadt stellen. Wir sind deshalb darauf angewiesen, dass solche gewichtigen Fragen wie der Wegfall einer öffentlichen Sportfreifläche ernsthaft, argumentativ und unter Prüfung aller Sachverhalte, inklusive des Stellenwerts von Jugendsport und des wirklichen Bedarfes eines weiteren Krankenhauses im Kerngebiet Eimsbüttel, beantwortet wird.

Die öffentliche Sportfläche spielt im verdichteten Kerngebiet eine große Rolle für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die als Kompensation geplante, nichtöffentliche Halle kann diese Freifläche weder größen- noch nutzungsmäßig kompensieren, da sie 1. flächenmäßig nicht für ein Training ausreicht, 2. auch die Stadt Hamburg Nutzeransprüche, z.B. für den Schulsport anmelden wird, 3. die DKH GmbH ebenfalls Interesse als Miteigner an einer Hallensportfläche z.B. für Reha-Sport hat.

Vor allem aber verweist die Art und Weise wie die Beschlussfassung im ETV zugunsten der Bebauung einer Sportfläche – die dem Verein nicht gehört – , verlaufen ist, auf die Zielsetzung des ETV hin, sich auf Kosten vieler öffentlichen Nutzer (dazu gehört seine eigene kleine Fußballabteilung) Anteile an einer als Kompensation gehandelten, nichtöffentlichen Sporthalle zu sichern.

Unsere wichtigsten Einwendungen gegen die Bebauung des öffentlichen Sparbierplatzes beziehen sich auf grundlegende Voraussetzungen für ein Bauplanverfahren, die im Beschlussverfahren nicht behandelt wurden. Diese sind folgende:

(1.) Zustimmung durch die Nutzer.

Der öffentliche Sparbierplatz wird von vielen nicht vereinsgebundenen Sportlern sowie von mehreren Vereinen genutzt. Größter Nutzer sind die zahlreichen Mannschaften der Fußballabteilung des ETV. Der ETV-Vorstand hat, wie in dem beigefügten Brief des Direktors der Sportbehörde vom März 2004 deutlich wird, illegitim, vorauseilend und ohne Wissen der Sportbehörde Vereinbarungen mit der Diakonieklinikum GmbH getroffen und im Jahr 2002 eine „Zusage“ zur Bebauung gegeben, zu der er rechtlich nicht legitmiert ist. Im November 2003 wurde auf der ordentlichen Delegiertenversammlung der ebenfalls beiliegende Antrag der Fußballabteilung gegen die Bebauung mit großer Mehrheit angenommen. Nach dieser Abstimmung, die große politische Bedeutung für das Bauplanverfahren hatte, ließ der ETV-Vorstand verlauten, dass er diese nicht anerkennen wolle. (Begründung: man sei nicht vorbereitet gewesen! Die Diskussion sei zu emotional gelaufen!) Diese Vorgehensweise wurde von den die Bebauung befürwortenden Parteien im Bezirk, CDU und SPD, dankbar aufgegriffen. Sie wissen, dass der Platz nicht dem ETV gehört, behandeln den Verein aber als Legitimationsinstanz. Der ETV-Vorstand mobilisierte seine Anhänger sowie bestimmte Vertreter von Hallensportabteilungen und ließ noch einmal auf einer äußerst schwach besuchten außerordentlichen Delegiertenversammlung im März 2004 darüber abstimmen, dass der vorherige Beschluss nicht mehr gültig sein soll. Dieser neue Antrag des Vorstandes wurde angenommen.

Nunmehr hat der Vorstand der Fußballabteilung beschlossen, aus dem Verein herauszugehen und einen eigenen Verein zu gründen, da deutlich geworden ist, dass der Vorstand des ETV aus kommerziellen Motiven auf eine Erweiterung lukrativer Sportfelder wie Gymnastik, Hockey, Reha-Aktivitäten etc. setzt und am finanziell nicht relevanten Jugendfußball wenig Interesse hat. Dagegen bedeutet für die Fußballabteilung die Vorgehensweise des Vereins quasi eine Enteignung von der öffentlichen Sportfläche. Die Mitgliederversammlung der Fußballabteilung zur Gründung eines eigenen Vereins (s. Anlage) wird im Juni 2004 stattfinden. Der neue Fußball-Verein – und damit die eigentlichen Nutzer – werden erneut Ansprüche auf die öffentliche Fläche anmelden.

Wie erwähnt wird der Sportplatz nicht ausschließlich vom ETV, sondern auch von einer Reihe weiterer Vereine genutzt, die u.a. das bundesweite Lateinamerikanische Tunier veranstalten, für die mehr als ein Großfeld benötigt wird.

(2.) Zusammenschluss von 4 Kliniken (Alten Eichen/ Bethanien/ Elim und Jerusalem) als Voraussetzung der Bebauung

Im Protokoll der Sitzung des Planungsausschusses vom 29.4.2003 verweist Frau Jensen, Krankenhausplanung – ehem. BUG) darauf, dass die Entscheidung über das Krankenhaus Jerusalem bzw. die Teilnahme des Krankenhauses Jerusalem am Diakonie-Klinikum für die Bauplanung außerordentlich wichtig sei. Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Einleitung des Bauplanverfahrens sind aber nur 3 Kliniken beteiligt, nämlich Alten Eichen, Elim, Bethanien. Fakt ist, dass eine Fusion von geplanten 4 Krankenhäusern nicht zustande gekommen ist. Damit wäre für 3 Krankenhäuser ein räumlicher und qualitativer Größenmaßstab (auf dem öffentlichen Sparbierplatz) gewählt, der für 4 Krankenhäuser vorgesehen war, und zwar in Alten Eichen in Stellingen. Die Zahl der geplanten Betten ist nunmehr reduziert auf 505, statt ursprünglich vorgesehener 542 Betten. Zudem sollen weitere Bettenreduzierungen durchgesetzt werden, sodass die Zahl sicher unter 500 Betten sinken wird, wenn nicht für das geplante Klinikum eine Ausnahmeregelung geschaffen und ihm aus politischen Gründen eine höhere Bettenzahl zugestanden wird. Dieser Umstand scheint auch der Bürgerschaft klar zu sein, denn dem Bürgerschaftsbericht, Drucksache 18/58 ist zu entnehmen, „dass immer noch gravierende Unklarheiten über die Anzahl der zu beteiligenden Krankenhäuser existieren.“

Wir empfinden als grobe Fahrlässigkeit und als Zynismus in diesem Verfahren, dass für ein Bauprojekt, für das eine solche wichtige Fläche gegeben wird, das Bauplanverfahren von den zuständigen Gremien (Planungsausschuss Eimsbüttel) eingeleitet wird, obwohl – abgesehen von der Tatsache, dass dieses Klinikum für Stellingen vorgesehen war – die benannte Voraussetzung, nämlich der Zusammenschluss von 4 Kliniken, nicht erfüllt wurde. Dieser Tatbestand wurde auf der beschlussfassenden Sitzung nicht genannt, geschweige denn erörtert. Sehr merkwürdig, da doch diese Frage auf allen Stadtplanungssitzungen als auch in den diakonieeigenen Veröffentlichungen und in der Presse bis zur Absage des Jerusalem-Krankenhauses Anfang 2004 eine große Rolle spielte.

(3.) Die erforderliche Abwägung zwischen wirtschaftlichem Nutzen für die Diakonie und dem Verlust einer öffentlichen Sportfreifläche ist nicht geschehen:

Eine Abwägung der Interessen, insbesondere der öffentlichen Güter, hat offensichtlich nicht stattgefunden. Dies wird zwar behauptet, aber es findet sich kein Anzeichen dafür, dass öffentliche Ansprüche tatsächlich berücksichtigt wurden.
Die Entscheidung für den öffentlichen Sportplatz als Bauplatz für das DKH war laut Aussage von Frau Jensen von der ehemals BUG eine Entscheidung um Haaresbreite, wesentlich bestimmt durch die Zustimmung des ETV-Vorstandes 2002 (s. Punkt 1 unseres Schreibens). Warum auch sollte sich die Bedarfsfrage grundlegend anders darstellen als wie im „Krankenhausplan 2005“ geschrieben, der eine Bebauung am diakonieeigenen Standort Alten Eichen vorsah? Tatsächlich hat sich nicht die „Bedarfslage“ geändert, sondern man sah plötzlich eine politisch durchsetzbare Möglichkeit für einen Standort, der vorher unerreichbar zu sein schien!

Die erforderliche inhaltliche Abwägung durch die zuständigen Gremien, z.B. die Wertung des Verlustes der Sportfreifläche für den Jugendsport ist nicht geschehen, obwohl andererseits der wirtschaftliche Vorteil für die DKH GmbH eindeutig auf der Hand liegt, die quasi ein öffentliche Fläche geschenkt bekommt. Zudem braucht die Diakonie für ihr eigenes Projekt ihre eigene Fläche nicht anzutasten. Sie kann entweder den bisherigen Krankenhaus Standort Alten Eichen für zusätzliche andere Dienste nutzen , sich also wirtschaftlich erweitern und als Unternehmen vergrößern.

Anstatt „effektiver und kostensenkender“ zu arbeiten – so wird allgemein der Sinn einer Fusion „verkauft“ – verschafft sich die Diakonie vielmehr durch Erweiterung ihrer Angebote und ihres Unternehmens Wettbewerbsvorteile zu Lasten des Sportes. Ebenso kann die Diakonie aber auch die Fläche Alten Eichen einfach verkaufen und so wirtschaftliche Vorteile aus der Nutzung der öffentlichen Sportfreifläche für das Diakonieklinikum ziehen.

Hinzu kommt, dass die „öffentliche Hand“ obendrein auch noch die „Kompensationsmaßnahmen“ (Sporthalle, TAS etc.) zu zwei Dritteln bezahlt.

Die DKH GmbH wird also zusätzlich dafür, dass sie ihren eigenen Besitz nicht antasten muss , mit der Kostenübernahme von Kompensationsmaßnahmen durch den Staat belohnt.

Weiterhin wurde nicht berücksichtigt, dass das Kerngebiet Eimsbüttel auf engstem Raum insgesamt 9 Schulen mit 6225 Kindern zuzüglich weiterführender bzw. berufsbildender Schulen sowie 3 Kindergärten mit 178 Kindern existieren. Auch dieser Aspekt zeigt, dass der Bedarf an Sport- und Freiflächen im Kerngebiet sehr hoch ist.

Vor diesem Hintergrund empfinden wir es als äußerst unangemessen und politisch nicht nur in Hinsicht auf die Möglichkeit des Sports auf öffentlichen Flächen angreifbar, dass die zuständigen Gremien keine Abwägung durchführen wie es bei öffentlichen Flächen, besonders bei so wichtigen Flächen wie einer Sportfreifläche in verdichteten Gebieten, üblich ist.

(4.) Verkehrsgutachten der Fa. Argus weist systematische Fehler auf.

Das der von uns abgelehnten Bauplanung außerdem noch zugrundeliegende Verkehrsgutachten wurde 2003 nach Feststellung gravierender Mängel an die Firma Argus zurückgegeben und nochmals überarbeitet. Doch weist das neue Verkehrsgutachten weiterhin erhebliche grundlegende fehlerhafte Daten auf, die bei der Beschlussfassung der Bauplanung nicht berücksichtigt sind.

(…)

Sehr geehrte Damen und Herren des Eingabeausschusses,

wir bitten Sie unsere Vorbehalte und Argumente hinsichtlich der Beschaffenheit der Planungsgrundlagen für das Diakonie-Klinikum auf dem Sparbier-Sportplatz eingehend zu prüfen. Aus für uns nicht offenliegenden Gründen forcieren die politischen Gremien einseitig ein christliches Klinikum auf der öffentlichen Sportfreofläche Sparbierplatz. Sie sind offenbar bereit, sich über fehlende Voraussetzungen hinwegzusetzen.

Wir sind gegen die vom Senat praktizierte Förderung, ja Bevorzugung, privater Kliniken – und „gemeinnützige“ Kliniken sind der Sache nach „Privatkrankenanstalten“ (so die früher übliche Bezeichnung). Aber wenn schon dieses Klinikum politisch gewollt wird, so kann es immerhin auf dem Areal des christlichen Krankenhauses in Alten Eichen in Eimsbüttel-Stellingen gebaut werden. So war es im sozialdemokratischen „Krankenhausplan 2005“, der von diesem Senat wieder außer Kraft gesetzt wurde, auch vorgesehen.

Wir erwarten Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen:
• Schreiben von Herrn Schulke, Sportbehörde
• beschlossener Antrag der Fußballabteilung des ETV vom Nov. 2003
• Einladung zur Mitgliederversammlung zwecks Gründung eines eigenen Fußballvereins

Nachbemerkung:
Der Eingabeausschuss der Bürgerschaft hat unseren Widerspruch abgelehnt.

Literaturhinweise: – Deutsches Institut für Normung: DIN-Taschenbuch 134: Sporthallen, Sportplätze. Normen (Bauwesen 20), 6. Auflage, Berlin 2002 (verbindliche Definitionen von „Sportplatz“, „Freifläche“, „Nettofläche“, Darstellung des Abwägungsgebotes zwischen privaten und öffentlichen Belangen, Flächennutzungsplan, Einzugsbereiche, Erreichbarkeit, Tabellen mit Maßen für Großspielfelder und Kleinspielfelder etc.). – Werner Skirde: Erhaltung von Sportplätzen, Hannover 1980. – Rainer Stürmer: Freiflächenpolitik in Berlin in der Weimarer Republik, Berlin 1991.

Februar 2004:

■ Beratervertrag

http://www.spdfraktion-hamburg.de/cgi-bin/contentoffice_spd/view.cgi?rowid=8490

BÜRGERSCHAFT: Schriftliche Anfrage von Werner Dobritz (SPD) vom 04.02.2004 zum Thema BERATERVERTRÄGE

Ich frage den Senat:
1. In welcher Höhe wurden zwischen 31.10.2001 und 31.12.2003 Aufträge über Gutachten und externe Beratungsleistungen vergeben?
2. Wie viele Gutachten und externe Beratungsleistungen mit einem Kostenvolumen von über 50.000 Euro wurden vergeben?
3. Welchen inhaltlichen Auftrag haben diese?
4. Wer hat diese Gutachten und externe Beratungsleistungen beauftragt?
5. Welche dieser Aufträge über 50.000 Euro wurden freihändig vergeben und welche Kostenvolumina haben diese Aufträge jeweils?

Antwort des Senats, 13. Februar 2004
Drucksache 17/4200:

Die Erhebung der mit dieser Anfrage erfragten Daten erfordert die Durchsicht einer Vielzahl von Akten bei sämtlichen in Betracht kommenden Dienststellen. Eine lückenlose Aufstellung aller Angaben ließ sich in der für die Beantwortung zur Verfügung stehenden Zeit und mit vertretbarem Aufwand daher nicht erstellen. Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

(…) Entwicklung eines organisatorischen und rechtlichen Konzepts zur Gründung des Gemeinschaftsbetriebs Diakonie-Klinikum Hamburg (DKH) Diakonie-Klinikum Hamburg GmbH, anteilige Finanzierung durch BUG, Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz (Amt G) nach Vertrag mit dem DKH (Gesamtvolumen: 56.242 €)

April/Mai 2003

neudiahoheweide7

Die Methoden klerikaler Heilsunternehmen

Die Auseinandersetzung mit einem klerikalen Heilsunternehmen (*) unterscheidet sich erheblich von einer Auseinandersetzung mit säkularen Firmen, die meistens gewisse zivilisatorische Mindeststandards einhalten (Gewerkschaftsfreiheit, Betriebsverfassungsgesetz etc.) und in Auseinandersetzungen die Wirkung von politischem Widerstand auf ihr Geschäft in Rechnung stellen. Christliche Konzerne und Ketten machen sich von solchen Rücksichten nicht abhängig. Sie spielen die ihnen vom Staat zuerkannte „Gemeinnützigkeit“ als ihr symbolisches Kapital aus und tun so, als wäre Selbstlosigkeit ihr Geschäftszweck. Vor diesem Hintergrund fallen auch ihre Lügen dreister aus als bei
der „normalen“ Konkurrenz. Das zeigen die folgenden Beispiele:

Geschäftstüchtige evangelische (KH Alten Eichen) und evangelikale (KH Elim, KH Bethanien) Unternehmen stellen ihr expansives Wirken
auf dem „Gesundheitsmarkt“ gerne als Umsetzung eines „biblischen Auftrags“ dar. Das hört sich dann so an:

Das Diakonie-Klinikum-Hamburg nimmt als eine gemeinnützige evangelische Krankenhausgesellschaft [GmbH] den BIBLISCHEN AUFTRAG zur Nächstenliebe und zur Diakonie wahr, insbesondere zur Hilfe für kranke, schwache und alte Menschen. Diakonie ist Wesenssäußerung der Kirche Jesu Christi. Zur besonderen Qualität unseres Krankenhauses gehören die theologische Kompetenz in der Leitung…“ (DKH-Homepage)

Es ist bemerkenswert, mit welchem Zynismus diese Leute die Privatisierung und Zerstörung einer öffentlichen Freifläche, die als Teil des „Eimsbüttler Grüngürtels“ nicht nur für die unmittelbaren Nutzer dieser Fläche von Bedeutung ist, mit ihrem Phantasma eines erfundenen „biblischen Auftrags“ begründen und ihre brutale Aneignung auch noch im Namen „kranker, schwacher und alter Menschen“ durchziehen. Aber eben das ist die gängige Geschäftssprache von Heilsunternehmen, in denen „theologische Kompetenz“ ein Differenzierungsmerkmal in der Marktkonkurrenz ist (vgl. Norbert Schuster: „Management und Theologie: Führen und Leiten als spirituelle und theologische Kompetenz“). Der esoterisch-religiöse Sound ist in diesem Milieu die selbstverständliche Begleitmusik ihres Macht- und Gewinnstrebens.

Unsere Kontrahenten streichen ihre „Presse“-Rubrik

Bei ihrem Vorhaben der Bebauung einer öffentlichen Freifläche kann
die DKH GmbH in der Wahl der Mittel allerdings nicht besonders dogmatisch auftreten. Zum Beispiel kann das wichtige christliche Gebot: „Du sollst auf Deiner Homepage nicht lügen“ unter den gegebenen Voraussetzungen einfach nicht eingehalten werden. Deshalb sind die Unwahrheiten, um die es hier gehen soll, auf der DKH-Homepage so nicht mehr zu finden. Wie ein Klick auf diesen

http://www.diakonie-klinikum-hamburg.de/aktuelles/presse/presse.20030409/index.html

Link vom 9.4. 2003 zeigt, wurde diese Presse-Rubrik inzwischen von der DKH-Homepage entfernt. Das ist kein Wunder: Die meisten Pressemeldungen über das geplante Klinikum sind sozusagen kontaminiert, weil jede Meldung über das Vorhaben nur auf den politischen Widerstand der Bebauungsgegner aufmerksam macht. Denn außer der ETV-Geschäftsführung, dem Rechtsenat und den Klinikbetreibern selbst, gibt es kaum jemand, der diesen Bau auf dem Sparbierplatz haben
will. Eine „Presse“-Rubrik auf der DKH-Homepage würde angesichts
des massiven Widerstandes zuviel Negativ-Werbung enthalten. Aus diesem Grund hat das christliche Management die Rubrik „Pressemeldungen zum Diakonie-Klinikum Hamburg“ schlicht und einfach entfernt! Die Tricks der christlichen „Öffentlichkeitsarbeit“, die man auf der eigenen Medienschule eingeübt hat (fromme Worte, Einbindung
der Kritiker etc.), funktionieren in diesem Fall nicht. Längst lesen sogar die „lieben Mitarbeiter“ der Kliniken, aber auch Geschäftspartner, Sachbearbeiter in den Behörden etc. bei uns mit. Unser weblog ist die einzige verlässliche Informationsquelle zu dieser Auseinandersetzung, was unsere politischen Möglichkeiten deutlich verbessert. Und: wir merken es auch an der steigenden Zahl der Nutzer.

Zudem haben wir die verschiedenen Varianten der DKH-Homepage vorsorglich gespiegelt. Dadurch können wir zum Beispiel dokumentieren, was die DKH GmbH am 9. April 2003 postulierte:

Text von der DKH-Homepage 2003 (inzwischen gelöscht):

„Evangelische Kliniken aus Eimsbüttel und Eppendorf schließen sich zusammen: Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem. Sie werden zum Diakonie-Klinikum-Hamburg. Hamburgs Kliniken sollen Betten abbauen. Bei den Stadtteil-Krankenhäusern geht das an die Substanz. Sie wären – auf sich gestellt – wirtschaftlich gefährdet.

• Das Krankenhaus Jerusalem verfügt über 105 Betten. Träger ist
das Diakoniewerk Jerusalem [der einzige der Träger ohne NS-Vergangenheit]. Das Krankenhaus Elim verfügt über 217 Planbetten. Gesellschafter ist die [evangelikale] Stiftung Elim. Das KH Bethanien verfügt über 170 Planbetten. Träger ist das [evangelikal-methodistische] „Schwesternheim Bethanien“. Das Krankenhaus Alten Eichen verfügt über 230 Planbetten. Es liegt GEOGRAPHISCH gesehen MITTEN IM BEZIRK Eimsbüttel im STADTTEIL Stellingen.

Häufig gestellte Fragen:

Warum ein neues Krankenhaus?
Evangelische Krankenhäuser schließen sich in Hamburg-Eimsbüttel zum Diakonie-Klinikum zusammen. Sie sichern damit die medizinische Versorgung und viele hundert Arbeitsplätze.

Welcher Vorteil hat der Standort HOHE WEIDE?
Ein Krankenhaus soll da sein, wo die Menschen sind. Deshalb die einvernehmliche Entscheidung, an der Hohen Weide einen Neubau zu errichten. Das Klinikum wird mit Bus und Bahn gut zu erreichen sein.

Wie fügt sich die neue Klinik ins Viertel ein?
Für den Neubau muss ein halber Sportplatz weichen. Doch dafür gibt es eine Halle als Ersatz – wetterunabhängig. Eine Tiefgarage wird die Parkplatzsituation im Viertel entspannen. Die Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose wird in das Gebäude integriert.

• Durch die Fusion zum Diakonie-Klinikum werden die evangelischen Häuser trotz des Bettenabbaus weiterhin die medizinische Versorgung der Hamburger Bevölkerung sichern und verbessern sowie Arbeitsplätze erhalten. Die Standorte Alten Eichen in Stellingen, Bethanien in Eppendorf und Elim in Eimsbüttel werden bis zum Bezug des neuen Klinikbaus, der für das Jahr 2007 [!] geplant ist, bestehen bleiben.

KOMMENTAR: An diesem Text sind eine ganze Reihe von Passagen bemerkenswert. Zunächst: Neben allen Unwahrheiten enthält er, ungewollt, eine Tatsache fest:

„DAS KRANKENHAUS ALTEN EICHEN LIEGT GEOGRAPHISCH gesehen MITTEN IM BEZIRK EIMSBÜTTEL.“

So ist es. Die spätere willkürliche Änderung dieses Satzes in die Behauptung, der öffentliche Sparbier-Sportplatz bilde den geographischen Mittelpunkt von Eimsbüttel, erinnert hingegen an die Methoden der „christliche Wissenschaft“.

Ansonsten enthält dieser DKH-Homepage-Text kein wahres Wort:

• Dass Fusionen Arbeitsplätze sichern, ist eine Unwahrheit, die uns in DIESEM Fall jedoch nicht interessiert, weil es uns gleichgültig ist, ob christliche Kliniken fusionieren oder nicht. Nicht zu akzeptieren ist hingegen, dass zwischen den geplanten Fusionen und der geplanten Bebauung der öffentlichen Freifläche ein Zusammenhang konstruiert wird. Zwischen Fusion und „Standort Sparbierplatz“ gibt es überhaupt keine Beziehung. Die Fusion sollte bislang in Alten Eichen vollzogen werden. Sie könnte auch auf dem Grundstück des Elim verwirklicht werden.

• Folglich gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen Bettenabbau, Krankenhausgröße und Sportplatzbebauung. Davon abgesehen, dass die hier gebotene Gleichung: „große Klinik = wirtschaftlich“ sozusagen vorfordistische BWL für Dumme ist (ein Krankenhaus rechnet heute
mit Falllkostenpauschalen, nicht mit „Betten“), kann auch ein „Großklinikum“ (das am Ende ohnehin kleiner werden wird) anderswo gebaut werden.

• „Standort HOHE WEIDE“! Mit dieser Sprachregelung wird die christliche Lüge vorsätzlich, denn „Standort Hohe Weide“ meint hier NICHT das Grundstück des Elim-Krankenhauses an der Hohen Weide, sondern den daneben liegenden öffentlichen Sportplatz. Dass man diesen nur ungern beim Namen nennt, hat aber nichts mit einem christlichen Restgewissen zu tun, sondern ist einfach sprachliche Gewaltanwendung, Indoktrination.

• „Ein Krankenhaus soll da sein, wo die Menschen sind“? Auf der Mönckebergstraße, auf dem Rathausplatz? Neben der Abendblatt-Redaktion? In Stellingen? Auf dem Gelände des Elim? „Ein Krankenhaus soll da sein, wo die Menschen sind“, meint hier: „Die Menschen, die diese öffentliche Freifläche nutzen oder ihre Existenz in einem dicht bebauten Viertel für nützlich halten, sollen verschwinden. Sie sind uns im Weg, sie bringen uns keinen Profit.“

• Eine weitere wohl kalkulierte Lüge wird mit einem „deshalb“ eingeleitet: „Deshalb die einvernehmliche Entscheidung, an der Hohen Weide einen Neubau zu errichten. Das Klinikum wird mit Bus und Bahn gut zu erreichen sein.“ (a) „Einvernehmlich“ ist die Entscheidung erst, seit Schillpartei und CDU eine bis 2001 gültige EINVERNEHMLICHE Entscheidung – den Bau in Stellingen – gekippt haben. (b) Der Neubau soll nicht auf dem Elim-Grundstück, sondern auf der benachbarten öffentlichen Fläche errichtet werden. Diese ist in der Tat mit Bus & Bahn gut zu erreichen. So wie das benachbarte Elim, wo viel Platz für einen Neubau ist.

• „Für den Neubau muss ein halber Sportplatz weichen.“ Die christlichen Lügen sind ein Mix aus verfälschenden Verknüpfungen (etwa in dem Satz: „Die Hohe Weide kann man zu Fuß erreichen, deshalb bauen wir dort“) mit expliziten Falschaussagen. Der Sparbierplatz besteht aus 2 Sportplätzen. Ein halber Sportplatz wäre daher ein Viertel des Gesamtplatzes. Tatsächlich will die DKH GmbH im ersten Schritt die Hälfte des Gesamtplatzes. Die andere Hälfte würde während der Bauphase mindestens ein Jahr lang nicht benutzbar sein. Langfristig, davon sind wir überzeugt, soll auch sie kassiert werden (Weil WIR das sagen, wird das vielleicht erst in 10 Jahren sein. Man wird sagen, der der Lärm auf dem Restplatz sei zu groß). Vor allem aber: „Für den Neubau MUSS“ überhaupt nichts weichen. Für den Neubau SOLL der Sportplatz weichen. Man könnte auch anderswo bauen. Man WILL den öffentlichen Platz, weil man ihn WOLLEN KANN, seit man mit Schill und Wersich seine Fürsprecher im Senat hat. Die DKH GmbH nutzt nur eine günstige Gelegenheit – die politische Macht eines rechten Senats und die derzeitige „neoliberale“ Hegemonie.

Der Satz: „Als Ausgleich gibt es eine große Sporthalle“, erweckt ohne Angaben über die Quadratmeterzahl den Eindruck, es ginge hier um
ein Nullsummenspiel. Eine nichtöffentliche Halle kann keinen öffentlichen Sportplatz kompensieren. Eine riesige Fläche, die im dicht bebauten Kerngebiet nicht nur wegen ihrer Nutzung als Sportfläche von Bedeutung ist, kann überhaupt nicht kompensiert werden, wenn sie zerstört, zerstückelt und bebaut wird.

Klerikale Unternehmen tun so, als sei Selbstlosigkeit ihr Handlungsmotiv. Alle profitieren von etwas, nur die DKH GmbH macht alles nur für andere! Daher der Hinweis, eine Halle (deren Nutzung einer Kontrolle unterliegen würde) wäre besser als ein öffentlicher Raum – wegen der „Wetterunabhängigkeit“. Genau das ist es, was die christlichen Lügen von den Tricks normaler Unternehmer so unangenehm unterscheidet: Sie stellen die geplante Zwangschristianisierung des öffentlichen Raumes auch noch als mildtätiges Werk dar (eine vom Staat finanzierte Mildtätigkeit übrigens!). An der Halle ist allein der an einer Marktausweitung arbeitende Großverein ETV interessiert, dem der Sparbierplatz aber nicht gehört. Mit der Halle bindet die klerikale GmbH also Gelegenheitsritter an sich, die auch von der Privatisierung der Fläche profitieren wollen, und vielleicht noch einige jener Untertanen, die es gewohnt sind, jede Zumutung der Mächtigen zur „Chance“ umzudeuten.

• Die Behauptung, die Filiale „Alten Eichen“ (in Stellingen) würde später komplett geschlossen, weil man „Betten sparen“ müsse, wird sich noch als Lüge erweisen. Die DKH GmbH hat mit Sicherheit nicht vor, auf die geschäftlichen Möglichkeiten zu verzichten, dass ein so großes Gelände wie das in Alten Eichen für diverse Nutzungen bietet. Man wird dort, sofern man sich gegen uns durchsetzen kann, einen Geschäftszweig aufbauen, der in einer Beziehung zu dem geplanten Klinikbau im Kerngebiet stehen wird, zum Beispiel Altenpflegeeinrichtungen. Das wird jetzt noch bestritten oder offen gelassen, damit man den Gegnern der Bebauung keine weitere Munition liefert. Es würde uns auch nicht wundern, wenn unsere Kontrahenten in dem Fall, dass ihnen die Privatisierung des öffentlichen Sparbierplatzes gelingt, auch für das Bethanien eine neue Verwendung finden würden. Auf jeden Fall geht es ihnen nicht zuletzt um die Ausweitung ihrer Geschäfte und nicht um deren Einschränkung. Und daher gehen wir auch davon aus, dass sie im Falle ihres „Sieges“ auch noch einen Teil des Grundstückes, auf dem jetzt noch das Elim steht, beanspruchen werden.

Nachtrag

Auch folgende Passagen/Formulierungen sind inzwischen verschwunden:

• „Evangelische Krankenhäuser aus Eimsbüttel und Eppendorf schließen sich zusammen: Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem. Sie werden zum neuen Diakonie-Klinikum Hamburg.“

Kommentar: Das Jersualem macht NICHT mit.

• „Das Diakonie-Klinikum dagegen wird die medizinische Versorgung sichern und viele hundert Arbeitsplätze erhalten.“

Kommentar: 1. „Arbeitsplätze“ werden durch Fusionen nicht erhalten. Siehe dazu die Beispiele unter „Presse 2006“. 2. Das ist überhaupt nicht Maßstab und Grund dieses Projektes. Von uns aus kann die Diakonie ihre Billiglohnarbeitsplätze ja sichern – aber eben nicht auf der öffentlichen Fläche. Auch hier wird demagogisch ein Zusammenhang konstruiert, den es überhaupt nicht gibt: „Nur wenn wir auf
dem Sportplatz bauen, können wir Arbeitsplätze retten“.

• „Bürgerschaft und Senat unterstützen den Zusammenschluss und haben ihn im Krankenhausplan 2005 festgeschrieben.“

Diese Lüge ist wirklich an Dreistigkeit kaum zu überbieten (die DKH-Presseabteilung soll von einer Pfarrerin geleitet werden!): Im „Krankenhausplan 2005“ wird nur der Zusammenschluss der christlichen Klinik-Unternehmen verlangt. Als Standort wird dort jedoch das Gelände der „Diakoniestiftung Alten Eichen“ festgelegt! Das wird hier einfach unterschlagen.

* Anmerkung: Klerikale Krankenhäuser sind die ökonomische Basis von Gruppierungen, die als einheitliche Heilsunternehmen tätig sind. Ideologe & Ökonomie bilden bei ihnen eine Einheit. Zur Vorgeschichte des Elim gibt es folgende Selbstdarstellungen: • 50 Jahre Krankenhaus Elim : [1927 – 1977], Hamburg, 1977 • Betz, Ulrich: 75 Jahre Krankenhaus Elim , Hamburg, 2002 • Betz, Ulrich: 100 Jahre. Geschichte der Freien Evangelischen Gemeinde und des Diakonissenhauses „Elim“ [1893 – 1993], Witten 1993 • Buchholz, Otto: Elim 1893 – 1993, Hrsg.: Stiftung Elim, Hamburg 1993. Zur Geschichte von Alten Eichen und Bethanien recherchieren wir noch.

Februar 2003

Sportflächen und Hallennutzung nach der geplanten Privatisierung

Das Verkehrsgutachten der Firma Argus, 2003
Das Verkehrsgutachten der Firma Argus, 2003

Das Verkehrsgutachten, das von der Diakonie an die Firma Argus in Auftrag gegeben und lange unter Verschluss gehalten wurde, hält genau ein, was dem Auftraggeber offensichtlich versprochen wurde. Vgl. hierzu unsere Stellungnahme unter Flugschriften 2003. Immerhin zwei relevante Informationen sind dort zu finden: (a) zur Größe der Sportflächen nach der geplanten Privatisierung und (b) zur Nutzung der nichtöffentlichen Sporthalle, die den dann privatisierten Teil der öffentlichen Fläche angeblich kompensieren kann:

Ersatz Sportplatz durch Sporthalle:
Die derzeitige Planung für das Diakonie-Klinikum-Hamburg sieht vor, dass der heutige Sparbier-Sportplatz mit einer Größe von circa 25.000 m² durch zwei kleinere Sportplätze mit je einer Fläche von ca. 7400 m² und 3000 m² sowie einer Sporthalle von ca. 1300 m² Fläche ersetzt wirrd. Die Größe der neuen Sportflächen liegt deutlich unter der des bisherigen Sportplatzes (weniger als die Hälfte).

Eigentumsform der Halle:
Für die Halle ist ein Teileigentum innerhalb des Klinikums zu bilden, das der Sportbehörde (BBS) übertragen wird. Nach Aussage der BBS hat der Schulbereich Interesse an der Nutzung der Halle für schulische Zwecke. Ob die Halle später dem ETV mit der Möglichkeit der Vermietung an Schulen oder umgekehrt dem Amt für Schule als Schulhalle mit gesicherten Nutzungsrechten für den ETV überlassen wird, kann zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Die öffentliche Freifläche Sparbierplatz im Jahr 2007 nach dem Willen der Agaplesion AG/Diakonie
Die öffentliche Freifläche Sparbierplatz im Jahr 2007 nach dem Willen der Agaplesion AG/Diakonie

2002/2003

Dezember 2002

Biblischer Bebauungsplan

Abendblatt-Agit-Prop im Dienste der Herren

Das Diakonie-Klinikum-Hamburg nimmt als eine gemeinnützige evangelische Krankenhausgesellschaft [GmbH] den BIBLISCHEN AUFTRAG zur Nächstenliebe und zur Diakonie wahr, insbesondere zur Hilfe für kranke, schwache und alte Menschen. Diakonie ist Wesenssäußerung der Kirche Jesu Christi. Zur besonderen Qualität unseres Krankenhauses gehören die theologische Kompetenz in der Leitung…“ (DKH-Homepage)

sporthalle etv abendblatt

Hamburger Abendblatt vom 2. Dezember 2002 (Ausriss). Die Agaplesion AG/Diakonie schenkt laut „Abendblatt“ dem ETV (obwohl diesem
die öffentliche Freifläche nicht gehört) eine Sporthalle. Diese ist praktischerweise zwischen zwei Operationsräumen angeordnet. Der ETV bedankt sich artig und bittet die Diakonie um freundliche Zuteilung von Hallenzeiten (wenn gerade keine Reha-Patienten dort erste Gehübungen machen).

abendblatt neubau

Investorenpoesie aus dem Computer-Aided-Design-Baukasten: „So könnte es 2007 an der Hohen Weide aussehen“ schwärmt großformatig das Hamburger Abendblatt schon 2002. Nicht einmal die Tatsache, dass die Krankenschwester auf dem oberen Balkon im mittleren Gebäude gleich abstürzen wird, weil die Diakoniearchitekten in der Eile die Balkongeländer vergessen haben, macht die Redaktion stutzig.

Beide Agitprop-Bildchen wurden übrigens extra für das Publikum der Lokalpresse angefertigt. Für die internen Planungen spielte solcher Unsinn selbstredend nie eine Rolle.

________________________________________________________
„Das Klinikum mit 542 Betten soll auf den beiden Sportplätzen neben dem Elim-Krankenhaus gebaut werden. Der Sportverein ETV [dem der Platz nicht gehört!] erhält im Gegenzug eine unterirdische Halle.“
(Hamburger Abendblatt, 21.5.2002)
_________________________________________________________

Mai bis November 2002

Special: Mobile Bebauungspläne:
ETV sowie CDU- und SPD-Eimsbüttel

etvv

IMMER BEWEGLICH BLEIBEN! (1)
(Aus der Reihe: Unvergängliche Dokumente des politischen Realismus):

Mai/August 2002: Mobiler Bebauungsplan des ETV

1.

Die Welt, 30. Mai 2002
Eimsbütteler Turnverband wehrt sich gegen Bebauung
Der Eimsbütteler Turnverband wehrt sich gegen die geplante Fusion der vier evangelischen Krankenhäuser Elim, Alten Eichen, Bethanien und Jerusalem, die auf den beiden öffentlichen Sparbier-Sportplätzen in der Bundesstraße einen Neubau errichten möchten. Elim-Geschäftsführer Otto Buchholz hat das 100 Millionen Euro teure Gebäude, das bis 2005 [!] fertig gestellt werden soll, vor Augen und schon mit dem benachbarten Bäderland und der Kaifu-Lodge über eine Zusammenarbeit gesprochen, dabei aber offensichtlich den Widerstand des ETV unterschätzt. Jürgen Glismann, der Verbandsvorsitzende, ärgert sich über den Eindruck in der Öffentlichkeit, das Vorhaben sei beschlossene Sache und mit dem Eimsbütteler Turnverband [dem der Platz ohnehin nicht gehört] abgestimmt. „Wir stellen in aller Deutlichkeit klar, dass wir dieses Vorhaben kompromisslos ablehnen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werden“, bekräftigt Glismann, der sich der Solidarität aller Sportvereine und -verbände in Hamburg sicher ist. Es könne nicht sein, dass im ohnehin mit öffentlichen Sportflächen unterversorgten Kerngebiet Eimsbüttels eine weitere Freifläche aufgegeben wird. „Dadurch müsste der Sportbetrieb hunderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener eingestellt werden“, so Glismann. Nach dem Willen der Krankenhausmanager soll im Ausgleich eine unterirdische Halle mit drei Sportfeldern entstehen, die im Gegensatz zu den Sportplätzen ganzjährig [auch bei Sonnenschein!] genutzt werden könnte.

2.

Die Welt, 8. August 2002
Grünes Licht für Bebauung
Für das Diakonie-Klinikum auf dem Sparbiersportplatz gibt es jetzt [nach Geheimverhandlungen zwischen Agaplesion AG, Senat und ETV] grünes Licht sowohl aus der Gesundheitsbehörde [die über den öffentlichen Platz nicht verfügen kann] als auch vom Eimsbütteler Turnverein, auf dessen Gelände [es handelt sich um einen öffentlichen Platz. Der ETV ist nur einer von vielen Nutzern!] die neue Klinik mit 542 Betten entstehen soll. Als Schmerzensgeld bekommt der Verein [!] eine Sporthalle.

parteicdu-logo
IMMER BEWEGLICH BLEIBEN! (2)
(Aus der Reihe: Unvergängliche Dokumente des politischen Realismus):

Januar 2003: Mobiler Bebauungsplan der CDU
http://www.cdu-kreis-eimsbuettel.de/kreisprogramm/kapitel6.htm

1. Gesundheitspolitik der CDU in Eimsbüttel: Für die CDU-Eimsbüttel steht der Patient im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik! Die zahlreichen nichtstaatlichen Krankenhäuser in unserem Bezirk müssen endlich genauso gerecht Fördermittel aus dem Haushalt erhalten wie die staatlichen Kliniken. Die Ungleichbehandlung staatlicher und nicht-staatlicher Krankenhäusern wird die CDU beenden. Nachdem aus Gründen der Wirtschaftlichkeit beschlossen wurde, die christlichen Krankenhäuser im Bezirk – Elim, Jerusalem, Bethanien und Alten Eichen – am Standort von Alten Eichen in Stellingen zusammenzulegen und ein Diakonie-Klinikum zu gründen, muss jetzt unbedingt gewährleistet sein, dass dem Klinikum, das 2005 in Alten Eichen* gebaut werden soll wie den staatlichen Krankenhäusern Investitionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

* Anmerkung des Webmasters der CDU:
Der Standpunkt des CDU-Kreisverbandes Eimsbüttel zum Standort Alten Eichen hat sich auf Grund neuer Fakten [meint: auf Grund von Anweisungen von „ganz oben“] in dieser Angelegenheit geändert. Lesen Sie dazu die Pressemitteilung des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dietrich Wersich.

Die CDU setzt sich außerdem dafür ein, dass die private CardioClinic in Eimsbüttel erhalten bleibt und nicht zu Gunsten der staatlichen Kliniken geopfert wird.

2a. Pressemitteilung der CDU-Bürgerschaftsfraktion: CDU unterstützt die Unterschriftensammlung der Diakonie-Mitarbeiter für den Bau des Diakonie-Klinikums Eimsbüttel [auf dem öffentlichen Sparbierplatz].

2b. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dietrich Wersich, sieht die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes zunehmend isoliert. Es bestehe ein breiter, parteiübergreifender Konsens in der Bürgerschaft, der die Fusion der Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem auf dem Sparbier-Sportplatz unterstützt. So hat auch die SPD in ihrem Antrag zum Haushalt 2003 (Drs.17/1864) die Realisierung des Diakonie-Klinikums auf dem Sparbier-Sportplatz gefordert. Die CDU unterstütze ausdrücklich die Mitarbeitervertretungen der vier Krankenhäuser, die eine Unterschriftenaktion für ihre [?] Krankenhäuser gestartet haben. „Auch wir werden uns, wo immer wir können [sie haben keine Unterschriften bekommen!] an dieser Unterschriftenaktion beteiligen, denn die Mitarbeiter der vier betroffenen Kliniken kämpfen zurecht für die Fusion [auf dem Sparbier-Sportplatz] und damit für ein gemeinsames Krankenhaus, das die Veränderung im Gesundheitswesen meistern kann“, so Wersich.
„Wer wie die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes angesichts von Konzentrationsprozessen und DRG-Einführung meint, es könne [auf der öffentlichen Freifläche] alles so bleiben wie es ist, gefährdet damit alle vier Krankenhäuser und erweist den Menschen [vom ETV-Vorstand] in Eimsbüttel einen Bärendienst“ so Wersich [der Fusion in Alten Eichen aktiv verhindert hat].

Hinweis: der Text der CDU-Eimsbüttel wurde – mitsamt der peinlichen Kurskorrektur – inzwischen auf der Partei-Homepage gelöscht.

.

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IMMER BEWEGLICH BLEIBEN! (3)
(Aus der Reihe: Unvergängliche Dokumente des politischen Realismus):
Die Anpassung der SPD-Eimsbüttel an Schillpartei & CDU geht mit einer Verleugnung des eigenen Krankenhausplanes einher, der den – bereits geplanten! – Bau des DKH in Alten Eichen vorsah. Die Zustimmung der SPD zur Privatisierung und Bebauung der öffentlichen Freifläche Sparbierplatz wird in unsinnige „Forderung“ zur Verbesserung des geplanten Baus verpackt. Die Geheimverhandlungen zwischen Senat, DKH und ETV werden verschwiegen. Die Freifläche wird als Eigentum des ETV dargestellt. Als Bauherr wird wahrheitswidrig das „Diakonische Werk“ genannt.

November 2002: Mobiler Bebauungsplan der SPD
http://www2.spd-hamburg.de/Distrikte/Eimsbuettel-Sued/print.php?sid=4

(1) November 2002. Zum Diakonie-Klinikum Hamburg: Auf dem vorderen der beiden [öffentlichen] Sparbier-Sportplätze will das Diakonische Werk [das geplante „Diakonieklinikum“ hat NICHTS mit dem Diakonischen Werk Hamburg zu tun! Es gehört zu der in Frankfurt ansässigen methodistischen Aktiengesellschaft Agaplesion!] ein 540-Betten-Klinikum errichten. Dieser Bau soll die jetzigen Kliniken Elim, Jerusalem, Alten Eichen und Bethanien ersetzen. Begründet mit Wirtschaftlichkeit, dem Krankenhausbedarfsplan, den neuen Fallkostenpauschalen und bestehender und kommender High-Tech-Medizin soll ein Klinikum mit den Schwerpunkten Inneres, Geriatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Hand-Chirurgie entstehen. Abgerissen werden soll dann in einer späteren Bauphase der bestehende Elim-Bau.

Bislang hat die Diakonie [nein, die SPD!] geplant, einen solchen Neubau auf dem GELÄNDE DES KRANKENHAUSES ALTEN EICHEN in Stellingen zu errichten. Nunmehr hat man [sic!] sich an den neuen Senat gewandt, der sich von den Rechtsblock-Parteien einen Prüfauftrag für den neuen Standort hat geben lassen. Mit dem Eimsbüttler-Turn-Verein (ETV) [dem der öffentliche Platz nicht gehört!] ist die Diakonie [in Geheimverhandlungen hinter dem Rücken des Sportamtes!) einig geworden: Anstelle des [öffentlichen!] Sportplatzes [der nicht nur als Sportplatz, sondern als riesige Freifläche wichtig ist] soll eine Drei-Feld-Sporthalle in den Krankenhauskomplex integriert werden sowie auf dem Dach [das war ein Scherz der Planer, aber auch das hätte die SPD angenickt] eines Versorgungsgebäudes [?] ein kleineres Fußball- und Hockeyfeld mit Kunstrasen errichtet werden. Gegen den Bau auf dem [öffentlichen] Sportplatz sind zahlreiche Anwohner (?) [die Initiative ist eine politische Gruppe von Gegnern der Privatisierung kommunal-öffentlicher Flächen. Ihr gehören Leute aus der Nachbarschaft, Sportler, Krankenhauspersonal, Zugereiste etc. an. Die SPD kennt viele uns namentlich und will uns doch zur biederen „Anwohner-Initiative“ machen]. Diese haben in der Presse und vor Ort bereits deutlich als Bürgerinitiative [wir heißen nicht „Bürger“-Initiative! Wir nennen die SPD-Eimsbüttel auch nicht Bürger-Stammtisch, obwohl es dafür gute Gründe gäbe) auf sich aufmerksam gemacht und am 20.9. 2002 ein Bürgerbegehren [die Bezeichnung haben wir nicht erfunden] zur Verhinderung des Baus angemeldet. Die Initiatoren haben nun sechs Monate Zeit, ca. 5660 Unterschriften zu sammeln, um auf Bezirksebene das Baurhaben zu verhindern. Allerdings laufen jetzt schon CDU-Kommunalpolitiker durch die Gegend, die davon reden, dass der Senat das Vorhaben an sich ziehen werde. [Die SPD hofft, dass wir das „Bürgerbegehren“ gewinnen und der Senat das Vorhaben dann evoziert, also an sich zieht. Dann müsste die SPD nicht Farbe bekennen!]. Auf Landesebene ist ein Bürgerbegehren jedoch nicht vorgesehen. Die SPD in der Bezirksversammlung hat tiefes Verständnis für die AnwohnerInnen, verkennt …

(2) … ABER auch die Interessen der Diakonie nicht.

[Hier ist es: das alte sozialdemokratische „ABER“! Das Interesse „der Diakonie“, das in Wirklichkeit das Interesse von Rechtssenat und Agaplesion AG an der Inbesitznahme einer öffentlichen Freifläche in bester Lage ist, wird hier unvermittelt als ebenso legitim eingeführt wie das Interesse an dem Erhalt der öffentlichen Freifläche. Auf eine Begründung verzichtet die SPD allerdings lieber. Der einzige „Grund“, warum „die Diakonie“ diese Fläche haben „will“, besteht darin, dass sie die Fläche wollen darf, nachdem der Rechtssenat dieses Vorhaben mit seiner politischen Macht unterstützt].

Die SPD-Eimsbüttel legt aber Wert auf die Klärung wichtiger Fragen:

→ Wie wird aktuell die Alternative eines Neubaus auf dem Gelände Alten Eichen in Stellingen bewertet? [Der Neubau des DKH in Alten Eichen war bisher keine „Alternative“, sondern im „Krankenhausplan 2005“ des damaligen SPD-Senats festgelegt. Dem gingen verschiedene Prüfungen voraus, was die SPD noch im Juli 2002 selbst bestätigte!].

→ Die Bedarfsanalyse muss öffentlich dargestellt werden. [Der Versuch, ein Filetgrundstück in zentraler Lage in die Hand zu bekommen, hat nichts mit „Bedarf“ bzw. „Nachfrage“ zu tun: es ist ein „Angebot“ der Investoren, für das der „Bedarf“ nachträglich gesucht werden wird. So viel sollte auch eine Provinz-SPD über den neuen Gesundheits-MARKT wissen].

→ Eine Verkehrsuntersuchung muss vorgenommen werden, die nicht nur den Verkehrsfluss und –aufkommen darlegt, sondern auch die Parkplatzfrage thematisiert. [Okay, das sozialdemokratische JA zum Bau einer Autobahn wird immer mit der „Forderung“ nach ausreichenden Parkplätzen und Toilettenhäuschen einher gehen].

→ Es müssen Quartiersparkplätze angeboten werden; an der Oberfläche muss ein Parkraummanagement erfolgen (AnwohnerInnen gratis; BesucherInnen zahlen). [So sind sie: Es reicht ihnen nicht, die Privatisierungs-Politik des Rechtssenats mitzumachen, sie wollen zusätzlich noch die Gesichtskontrolle und die Unterscheidung zwischen Ureinwohnern und Fremden einführen].

→ Die Finanzierung für die eingeplanten Sportanlagen und die Sicherstellung der Arbeit durch die Tagesstätte für Obdachlose muss gewährleistet sein. [Da versagt jede Kritik: Die SPD „fordert“, was auch der Senat will. So sagen Sozialdemokraten JA zum Rechtssenat].
→ Die architektonische Gestaltung ist für das Umfeld wichtig (daher Architektenwettbewerb); die Gebäude müssen sich einpassen. [Gebäude passen sich ein, die SPD passt sich an. So radikal kann nur Gerhard Behrens sein!]

→ Eine Flächenbedarfsanalyse ist vorzunehmen. [Das ist doch ein schönes Arbeitsbeschaffungsprogramm für die sozialdemokratische Bezirksbürokratie].

Die Bäume müssen stehen bleiben.

[Dieser Text war bis 2005 unter „Aktuelles aus der Kommunalpolitik, 21. November 2002“ über die oben angegebene URL zu finden. Er wurde danach von der Homepage der SPD-Eimsbüttel entfernt. Als einziger Text aus dieser Zeit! Alle anderen Beschlüsse von 2002 sind dort weiterhin nachzulesen]

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2001

DIE WELT, 4. April 2001
Das Diakonieklinikum wird in Alten Eichen gebaut
■ Sozialsenatorin Karin Roth (SPD) stellte den neuen Krankenhausplan vor. Bis zum Jahr 2005 soll das Diakonie-Klinikum Hamburg durch die Zusammenführung der Krankenhäuser Alten Eichen, Elim, Bethanien und Jerusalem in Alten Eichen Realität werden.

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Unverbindliche Empfehlung

■ ■ UNSER STANDORT-TIP FÜR ALLE, DIE SICH IN ZUKUNFT NICHT MEHR ZU FRÜH FESTLEGEN WOLLEN:

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Siehe auch: Bebauungspläne 2006-2007

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