CardioClinic, Schill-Partei und Dietrich Wersich

(1) CardioClinic und Bethanien/Agaplesion:
Eine Geschäftsbeziehung seit 1993

Was kaum jemand weiß: Die Hamburger Firma CardioClinic GmbH gab es schon 1993 in Frankfurt am Main. Sie war dort im Bethanien-Krankenhaus der methodistischen Holding „Diakoniewerk Bethanien“ untergebracht, das nach dem Erwerb weiterer Einrichtungen später die Frankfurter „Diakoniekliniken“ und dann die Agaplesion AG gründete. In Frankfurt musste die CardioClinic GmbH jedoch schon 2001 Insolvenz anmelden, weil sie nicht in den hessischen Krankenhausplan übernommen wurde. Auch der anschließende Versuch, in den Hamburger Krankenhausplan aufgenommen zu werden, scheiterte, weshalb diese Firma auch in Hamburg vor der Insolvenz stand. Bis Schill und Wersich kamen. Sie retteten die Privatfirma vor der Pleite und sorgten dafür, dass sie wieder bei Agaplesion unterkam.

(2) Die Hamburger CardioClinic GmbH im Wahlkampf 2001

Im rechten Wahlkampf 2001 von Schillpartei und CDU spielte die Hamburger CardioClinic eine große Rolle. Nachdem der SPD-Senat dem Privatunternehmen im Juli 2001 die Aufnahme in Krankenhausbedarfs- plan verweigerte hatte, versuchte das Rechtsbündnis diese Entscheidung zielstrebig zu skandalisieren und die SPD in die Enge zu treiben. Vor allem der damalige gesundheitspolitische CDU-Sprecher Dietrich Wersich tat sich hier hervor. Mit der Kampagne versuchten Schillpartei und CDU zu beweisen, dass die SPD die Privatunternehmen syste- matisch benachteiligt, um dem „Staatsmonopolisten“ LBK weitere Vorteile zu verschaffen. Dieses Konstrukt steht am Anfang der späteren Zerschlagung und Privatisierung des LBK durch den Rechtssenat. Als man dann den Beschluss fasste, auch den Sparbierplatz zu privatisieren und dort das „Diakonieklinikum“ der Agaplesion AG zu bauen, stand schon fest, dass die CardioClinic Teil dieses Klinikums werden soll. Mit der Kombination „Diakonieklinikum & CardioClinic“ wollte die rechte Koalition vor allem ihre gesellschaftpolitische Konzeption demonstrieren: die Zerschlagung des LBK sollte sichtbar mit der gleichzeitigen Bevorzugung von christlichen und anderen privaten „Trägern“ einher- gehen. Nachdem man der CardioClinic ihren Anteil am Sparbierplatz zugesprochen hatte, verkaufte diese jedoch ihre Teilhabe im November 2007 plötzlich an Asklepios, also an den Konzern, der zuvor den größten Teil des LBK „gekauft“ hatte. Überraschend war das keineswegs, wie ein Blick in die Bilanzen der CardioClinic zeigt.

Die Details dieser Geschichte werden auf dieser Seite dargestellt. Dabei wird es auch um die Konkurrenzverhältnisse zwischen Asklepios und Agaplesion gehen.


Hamburger Abendblatt, 2001

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2001
CardioClinic in Frankfurt geschlossen
Die private Herzklinik „CardioClinic“ in Frankfurt-Bornheim ist endgültig geschlossen. Der Hamburger Insolvenzverwalter sah keine Chance mehr, die 32-Betten-Klinik mit Gewinn aufrechtzuerhalten. Alle Mitarbeiter seien entlassen worden, sie erhielten kein Gehalt mehr für den Monat Juli.
Die „CardioClinic“-Krankenhausbetriebsgesellschaft mit Sitz in war mehrfach mit ihrem Anliegen gescheitert, in den Bettenbedarfsplan des Landes Hessen aufgenommen zu werden. Mit der Begründung, der Bedarf in der Herzchirurgie könne durch die Kliniken mit Kassenzulassung gedeckt werden. Damit war die Voraussetzung für eine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen nicht gegeben. Chefarzt Zeplin hatte sich noch zuversichtlich gezeigt, daß ein Käufer für das Haus gefunden werden könne, den Kaufpreis hatte er seinerzeit auf weniger als eine Million Mark beziffert.

Welt, 23. Juli 2001
CardioClinic in Hamburg vor der Schließung. Aufnahme in Krankenhausbedarfsplan abgelehnt

Die CardioClinic in Hamburg-Eimsbüttel steht vor dem endgültigen Aus. Wie die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestätigte, ist die CardioClinic endgültig nicht in den jetzt beschlossenen Krankenhausbedarfsplan 2005 aufgenommen worden. Vor dem Hintergrund „des großen Versorgungsangebotes an chirurgischen Leistungen in Hamburger Krankenhäusern und der zu reduzierenden chirurgischen Bettenkapazitäten ist die BAGS zu dem Ergebnis gekommen, dass die Aufnahme der 25 Betten der CardioClinic Hamburg in den Krankenhausbedarfsplan 2005 nicht bedarfsgerecht ist“. Auch ein Bedarf für die bislang vorläufig in den gültigen Krankenhausbedarfsplan 2000 aufgenommenen 13 Betten der Klinik „besteht nicht“.

2001 gelingt es der CDU die Streichung der privaten CardioClinic aus dem „Krankenhausplan 2005“ im Wahlkampf zum „Zündstoff“ zu machen und die SPD in die Enge zu treiben

Welt, 24. Juli 2001
CDU-Sprecher Dietrich Wersich kritisiert Aus für CardioClinic
Vor dem Hintergrund der nahenden Wahl wird der Beschluss über das Aus für das private Herzzentrum heftig kritisiert. Der gesundheitspolitische CDU-Sprecher Dietrich Wersich wertete den Feststellungsbeschluss als „Skandal“.

Ärzte Zeitung, 27.07.2001
CDU macht Streichung der privaten CardioClinic aus dem Krankenhausplan zum Thema im Bürgerschaftswahlkampf
Ein Bescheid der Gesundheitsbehörde schlägt hohe Wellen in der Hansestadt. Die privat geführte CardioClinic soll sofort schließen, weil die Behörde die großen Herzzentren in der Hansestadt als „besser geeignet“ einstuft. Kurz vor der Bürgerschaftswahl droht die Entscheidung zum Politikum zu werden. Das Haus ist mit sofortiger Wirkung aus dem Krankenhausplan gestrichen. Für die Vorhaltung der verbleibenden Betten hält man in der Behörde andere Häuser für „besser geeignet“, deren Fallzahlen deutlich über denen der CardioClinic liegen. Die CDU-Opposition sprach von einem Skandal.

Welt, 28. Juli 2001
CardioClinic: Wersich gegen Senatorin Karin Roth
Die CDU hat Gesundheitssenatorin Karin Roth
 unmissverständlich aufgefordert, den bereits verabschiedeten Krankenhausbedarfsplan zu revidieren und mit der privaten CardioClinic erneut über die Aufnahme von 25 Betten in den Plan zu verhandeln.

CardioClinic: Die Defensive der SPD, wenige Wochen vor der Wahl… 

Staatliche Pressestelle, 8. August 2001
Presseerklärung der Lenkungsgruppe zum Krankenhausplan 2005 zum Widerspruch der CardioClinic Hamburg 
Die Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern der Krankenkassen, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft und der BAGS, hat sich heute erneut mit der herzchirurgischen Versorgung in Hamburg beschäftigt. Anlass dafür war der Widerspruch der CardioClinic Hamburg gegen den ablehnenden Bescheid der BAGS auf Berücksichtung im Krankenhausplan 2005. Unter Berücksichtigung der im Widerspruchsverfahren von der CardioClinic Hamburg vorgebrachten Argumente hat die Lenkungsgruppe der BAGS folgende Vorgehensweise empfohlen: Zur Überprüfung der getroffenen Entscheidung soll eine gutachterliche Stellungnahme eingeholt werden. Dabei soll auf die Fragen nach der Qualität der Leistungserbringung, der strukturbestimmenden Merkmale einschließlich der Mindestgröße herzchirurgischer Einheiten sowie der ambulanten und stationären Zusammenarbeit eingegangen werden. Mit dem Beschluss der Krankenkassen vom 31.7.2001 ist die bisherige Finanzierung der CardioClinic Hamburg bis auf weiteres gesichert.

CDU Hamburg, 9. August 2001
CDU-Sprecher Wersich fordert Aufnahme der CardioClinic in den Krankenhausplan
Wersich: „Es ist – zurückhaltend ausgedrückt – erstaunlich, dass die Lenkungsgruppe jetzt eine gutachterliche Überprüfung ihrer eigenen Entscheidung, die CardioClinic nicht in den Krankenhausplan aufzunehmen, einholen will. Offenbar spekuliert die BAGS immer noch auf die Insolvenz der privaten CardioClinic, denn die Zwischenlösung ist zur wirtschaftlichen Existenz zu wenig. Die CDU bekräftigt daher ihre Absicht, nach der Bürgerschaftswahl die CardioClinic in den Krankenhausplan aufzunehmen.“

Welt, 20. August 2001
LBK plant Aufbau eines neuen Herzzentrums
Der Landesbetrieb Krankenhäuser verhandelt mit verschiedensten Institutionen über den Aufbau eines gemeinsamen Herzzentrums. Nach Meinung der CDU diente das geplante Großzentrum dem Senat als Begründung dafür, die private CardioClinic aus dem Krankenhausbedarfsplan zu streichen.

BÜRGERSCHAFT HAMBURG Drucksache 16/6578
28. August 2001
Anfrage des Abgeordneten Dietrich Wersich

Wersich: Der Versuch des Senats, die CardioClinic über die Nicht-Aufnahme in den aktuellen Krankenhausplan in die Insolvenz zu führen, wurde zunächst durch den Widerspruch der Klinik ausgesetzt. In diesem Zusammenhang mehren sich die Hinweise auf sachfremde Entscheidungsgrundlagen innerhalb der Behörde. So weist der Krankenhausplan 2005 die Kapazitäten der einzelnen Herzchirurgien gar nicht besonders aus. Andererseits wird seit Jahren über ein Herzzentrum in Kooperation Universitäts Krankenhaus Eppendorf (UKE)/ Allgemeines Krankenhaus (AK) St.Georg verhandelt.
Antwort des SPD-Senats: Der Vorwurf wird entschieden zurückgewiesen. Im übrigen befindet sich die CardioClinic Hamburg schon seit Herbst 2000 im Insolvenz- verfahren. Im Krankenhausplan 2005 sind die herzchirurgischen Einheiten des UKE, des Albertinen-Krankenhauses und des Allgemeinen Krankenhauses (AK) St.Georg berücksichtigt worden. Die an der Krankenhausplanung Beteiligten (Vertreter der Krankenkassen, der Krankenhaus gesellschaft und der Behörde) sind bei ihrer Auswahlentscheidung davon ausgegangen, daß die drei Standorte ausreichend sind.

Welt, 2. September 2001
CardioClinic will mit dem UKE zusammenarbeiten
Die in ihrer Existenz bedrohte CardioClinic strebt eine Kooperation mit dem Universitäts-Krankenhaus Eppendorf an. Dem steht das UKE skeptisch gegenüber: „Die CardioClinic kann nicht von uns erwarten, dass wir die Pläne, gemeinsam mit dem AK St. Georg ein Herzzentrum gründen zu wollen.
über Bord werfen.“

Handelsregister-Bekanntmachungen, 19.09.2001
Amtsgericht Hamburg
CardioClinic Hamburg Krankenhausgesellschaft mbH
Konkurse, Gesamtvollstreckungs- und Vergleichsverfahren

Ärzte Zeitung, 16. Oktober 2001
Schillpartei, CDU und FDP wollen den „Krankenhausplan 2005“ wieder ändern
… Fest steht, dass man den Krankenhausplan ändern will. Hintergrund: Schill-Partei, CDU und FDP hatten sich im Wahlkampf für den Erhalt der privaten CARDIOCLINIC ausgesprochen. Die rot-grüne Regierung hatte dagegen eine Aufnahme der Klinik in den Krankenhausplan zunächst abgelehnt. Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) warnte davor, den im Konsens verabschiedeten Krankenhausplan wieder aufzuschnüren.

Pressemeldung des Senats, 29. Oktober 2002
Diakonieklinikum: Realisierung macht große Fortschritte
Die private CARDIOCLINIC, die in das Diakonieklinikum umziehen wird, ist nach Senatsbeschluss mit Wirkung vom 16.4.2002 nachträglich mit 25 Betten in den [noch vom SPD-Senat erstellten] „Krankenhausplan 2005“ aufgenommen worden.

Welt, 19. November 2001
Peter Rehaag (Schill-Partei): Die CardioClinic ist gerettet
Die Zukunft des privaten Herzzentrums in Hamburg ist gerettet. Wie der Senator für Umwelt und Gesundheit, Peter Rehaag (Schill-Partei), bestätigte, wird die CardioClinic in den Krankenhausbedarfsplan 2005 aufgenommen. Der vorherige Senat hatte das Herzzentrum aus dem Plan gestrichen.
Rehaag wollte zunächst ein Gutachten über den Bedarf an Herzchirurgie-Betten einholen. Nach Rehaags Angaben hätte eine Verzögerung jedoch das Aus für die Klinik besiegelt. Die Vergabe eines neuen Gutachtens über den Bedarf werde nicht weiter betrieben. „Das hat sich erübrigt“, so Rehaag. Mit den – von der Aufnahme betroffenen Herzchirurgien des UKE, des Albertinenkrankenhauses und des Landesbetriebes Krankenhäuser würden bald Gespräche geführt. Der Sprecher der CDU, Dietrich Wersich sagte: „Es darf jetzt nicht mehr um die Verdrängung eines Wettbewerbers gehen“.

Welt am Sonntag, 2. Dezember 2001
CardioClinic im Krankenhausplan
WamS: Die CardioClinic wird in den Krankenhausplan aufgenommen. Das hat Auswirkungen auf die anderen Anbieter auf dem Sektor.
Schinnenburg: Die FDP ist gegen eine Erhöhung der Zahl der Krankenhausbetten. Die 25 Betten der CardioClinic müssen daher zu Lasten der anderen Wettbewerber gehen. Auch das UKE darf nicht verschont werden.
WamS: Was haben Sie mit dem Landesbetrieb Krankenhäuser vor?
Schinnenburg: Der LBK könnte in vier Blöcke aufgeteilt werden. Es gibt bereits Interessenten.

Welt, 11. April 2002
Krankenhäuser klagen gegen CardioClinic
Die CardioClinic wird bei der Frage der künftigen Struktur der Herzzentren eine gewichtige Rolle spielen. Sie soll unbefristet mit 25 Betten in den Krankenhausplan 2005 aufgenommen werden. Das geht aus einer geheimen Senatsvorlage der Behörde für Umwelt und Gesundheit hervor.
Die anderen Herzzentren, UKE, St. Georg und Albertinen-Krankenhaus, werden sich die herzchirurgische Versorgung in der Stadt mit der CardioClinic teilen müssen. Darüber gibt es Streit: „Das ist eine politische Entscheidung. Damit werden sich die Gerichte noch beschäftigen werden“, sagte Jürgen Abshoff, Geschäftsführer der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft. Auch das Albertinen-Krankenhaus will klagen.

Welt, 17. April 2002
Krankenkassen über CardioClinic verärgert
Die private CardioClinic wird sofort mit 25 Betten in den Krankenhausplan 2005 aufgenommen. Das kündigte Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei) am Dienstag an. Die Krankenkassen reagierten verärgert. Vera Kahnert von den Ersatzkassenverbänden Hamburg kritisierte, dass die Entscheidung über neue Betten fiel, bevor die Frage über den Bedarf geklärt sei. Und das Albertinen Krankenhaus will klagen: „Auch wir hatten 21 neue Betten beantragt. Der Senat entschied sich aus politischen Gründen für die CardioClinic.“

Hamburger Abendblatt, 17. April 2002
CARDIOCLINIC: Bettenausbau aus politischen Gründen
Der Senat hat beschlossen, die private Herzklinik ab sofort mit 25 Betten in den Krankenhausplan aufzunehmen. Das sagte Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei). Für die CARDIOCLINIC gehe, so heißt es in einer eigenen Erklärung, „eine elfjährige Phase interessengesteuerter Planungspolitik zu Ende“. Die bereits im Regierungsprogramm angekündigte Entscheidung sei auch im Sinne der politisch gewollten Trägervielfalt, bekräftigte Rehaag. Während private Krankenhausträger bundesweit bis zu zehn Prozent Anteil hätten, seien es in Hamburg [wegen der SPD] nur ein Prozent. Dieser Anteil werde sich im Zuge fortschreitender Privatisierung weiter erhöhen. Die CARDIOCLINIC rechnet mit jährlich 750 Herzoperationen. Allerdings haben auch die großen Kliniken wie UKE, AK St. Georg und das Albertinen-Krankenhaus ihre Abteilungen für Herzchirurgie ausgebaut. So bleibt die Frage offen, ob sich Hamburg auf Dauer vier Standorte für Herzchirurgie leisten kann. Der Direktor des frei gemeinnützigen Albertinen-Krankenhauses, reagierte daher empört auf die Entscheidung. „Hier wird eine bloße Koalitionsvereinbarung aus dem Wahlkampf umgesetzt – und zwar zu unserem Schaden.“ Er kündigte an, umgehend Klage gegen die Behördenentscheidung einzureichen. Sein Krankenhaus hatte 20 zusätzliche Betten in der Herzchirurgie beantragt. Ter Haseborg: „Es hätte zwischen den konkurrierenden Anträgen entschieden werden müssen, aber das ist nicht geschehen. Das entspricht nicht meiner Rechtsauffassung, deshalb verklage ich die Behördet.“ Auch Günter Ploß, Leiter der Ersatzkassenverbände, kritisierte den Senatsbeschluss. Es bestehe ein Überangebot an herzchirurgischer Versorgung in Hamburg: „Nicht der Aufbau neuer Überkapazitäten ist das Gebot der Stunde.“

Welt, 29. April 2002
Aufnahme der CardioClinic in den Krankenhausplan sorgt für Ärger
Massive Korrekturen in der Krankenhausplanung der Hansestadt fordert Günter Ploß, Leiter der Landesvertretung der Ersatzkassenverbände. Aktueller Anlass des Ärgers ist die Aufnahme der CardioClinic in den Krankenhausplan. Dabei geht es Ploß darum, dass nicht vorab über Operationsbedarfe und Bettenkontingente diskutiert wurde. Die Kassen wollten wissen, bei welchen anderen Trägern Betten zu Gunsten der CardioClinic geschlossen werden. „Das kostet Geld. Das ist Politik zu Lasten der Beitragszahler.“

Handelsregister-Bekanntmachungen vom 06.11.2002
CardioClinic Hamburg Krankenhausgesellschaft mbH
Die Gesellschaft wird durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 2.7.2002 fortgesetzt. Einzelvertretungsberechtigt: Geschäftsführer: Dr. Stubbe, Hans-Martin, Hamburg, *26. 01. 1952.

Welt, 30. November 2002
CardioClinic: Schiedsstelle gegen Krankenkassen
Die CardioClinic hat sich gegen die Krankenkassen durchgesetzt: Die Schiedsstelle für Pflegesatzverhandlungen hat entschieden, dass die private Herzklinik sämtliche Operationen bezahlt bekommt. Zugleich beantragte die Behörde für Umwelt und Gesundheit die Aufnahme der Klinik in den Notfallkrankenhausplan. Die Kassen wollten nur 80 Prozent der Operationskosten erstatten. Die CardioClinic sei zu spezialisiert und könne nicht in den Notfallplan aufgenommen werden. Die Schiedsstelle sah das anders: Sie strich auch diese Abschläge.

Die Welt, 14. Dezember 2002
Versorgung von Herzkranken in Hamburg ist im Umbruch
Das vom Albertinen Diakoniewerk (AD) ins Leben gerufene „Herzzentrum Hamburg“ expandiert. Nach dem Albertinen Krankenhaus mit seiner Herzchirurgie und Kardiologie, der Praxisgemeinschaft Professor Mathey, Professor Schofer & Partner und dem Amalie-Sieveking-Krankenhaus ist jetzt dem Verbund das Diakonie Krankenhaus Alten Eichen beigetreten. Ziel des Verbundes ist eine engere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung von Herzpatienten. Das kündigte am Freitag Professor Fokko ter Haseborg, Vorstandsvorsitzender des AD, an. Dabei sei den Beteiligten auch die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapie ein Anliegen, betonte der Herzchirurg und Ärztliche Direktor des Albertinen Krankenhauses, Professor Niels Bleese. Dabei solle das Herz- noch um ein Gefäßzentrum erweitert werden.
Der neue Kooperationsvertrag bringt Unruhe in das Angebot an Diagnostik und Therapie für Herzpatienten in der Hansestadt. Denn das Krankenhaus Alten Eichen steht vor der Fusion mit Elim, Bethanien und Jerusalem zum neuen Diakonie-Klinikum mit Bauabsichten am Standort Elim. Jerusalem beherbergt wiederum unter seinem Dach die CardioClinic und die Kardiologische Praxis Hinrichs / Markworth, die sich bereits als Partner des neuen Krankenhauses sehen. Jan Wessel, Verwaltungsleiter von Alten Eichen versicherte unterdessen, die Partnerschaft mit dem AD sei kein Präjudiz für die Zukunft. Abgesprochen mit den drei anderen Kliniken war sie aber dennoch. Derweil gab es hinter den Kulissen ein Angebot der CardioClinic an die UKE-Herzchirurgie, Gespräche zwischen dem LBK und der Wissenschaftsbehörde und zwischen dem AD und dem UKE, alle mit dem gleichen Inhalt: Zusammenarbeiten und Marktchancen verbessern. gs

■ Das Elim-Krankenhaus wurde im Verlauf der mit harten Bandagen geführten Konkurrenzkämpfe zwischen den klerikalen Krankenhäusern von dem methodistischen Konzern geschluckt. Das Jerusalem-Krankenhaus brach die Fusionsverhandlungen ab und brachte sich in Sicherheit. Die private CARDIOCLINIC, deren Förderung im Wahlkampf von Schillpartei und CDU 2001 eine zentrale Rolle spielte, wurde vom Rechtsenat gegen den Willen des Herzzentrums Alten Eichen als Teilhaber durchgesetzt. 

Welt, 15. Januar 2003
Streit um das Herzzentrum im Diakonie-Klinikum
Hinter den Kulissen ist ein heftiger Streit entbrannt, wer das Herzzentrum im geplanten Diakonie-Klinikum betreiben darf. Bisher galt die CardioClinic als Favorit. Die Lenkungsgruppe der am Klinikumprojekt beteiligten hatte sich für die herzchirurgische Spezialklinik entschieden – allerdings gegen die Stimme von Alten Eichen.. Die Klinik beharrt darauf, ihre Partner Mathey und Schofer an das Herzzentrum zu binden. Diese Wende stößt jedoch auf erbitterten Widerstand in den Reihen der CardioClinic-Befürworter, weil die beiden Herzchirurgen Mathey und Schofer keine „weiße Weste“ haben sollen. Dem Trio in Alten Eichen drohte 1999 ein Verfahren wegen Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe. Darüber hinaus sollen Mathey und Schofer gebrauchte Herzkatheder als neu berechnet haben.

Hamburger Abendblatt, 10.8.2004
Das neue Diakonie-Klinikum-Hamburg nimmt Formen an
Die CardioClinic zieht mit in den Neubau, der 2008 alle Angebote des Klinikums unter einem Dach vereinigen soll.

Die Welt, 24. Juli 2005
Fusionen
Als Erfolg bezeichnet Wersich, daß die Rathausregierung Krankenhauskapazitäten offiziell in den Plan aufgenommen hat, die früher in einer Art Grauzone agierten: Sie waren am Markt tätig, offiziell aber nicht für die Versorgung von Kassenpatienten gelistet. Dazu zählten auch die Endo-Klinik mit einem Teil ihrer Betten sowie die CARDIO CLINIC, die Klinik Guth und die Krankenhäuser Michaelis und Beim Andreasbrunnen. Durch die Regulierung sei es sogar gelungen, Kapazitäten einvernehmlich abzubauen. Die Endo-Klinik wird nach langer Standort-Suche nun in Altona neu bauen und neben Operations- auch Reha-Kapazitäten einrichten. gs

Hamburger Abendblatt 13. August 2005
DKH und CardioClinic
Der Bau eines neuen Krankenhauses in Eimsbüttel ist einen deutlichen Schritt weitergekommen. Zudem wird mit der „CardioClinic Hamburg“ eine private Herzklinik mit 70 Mitarbeiter in das Gebäude umziehen.

Welt, 5. April 2007
DKH mit CardioClinic
Diakonie baut neues Krankenhaus in Eimsbüttel
Die Diakonie baut mit der Cardioclinic Hamburg in Eimsbüttel ein neues Krankenhaus: An der Hohen Weide soll der Bau bis 2010 entstehen. Hamburg will zwei Drittel der Kosten von 101 Millionen Euro tragen.

Homepage der Diakonie, Stand: Mai 2006
www,diakonie-klinikum-hamburg.de
Die Finanzierung erfolgt zum größten Teil aus Mitteln der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit, das Diakonieklinikum und die CardioCliniC übernehmen dabei einen Eigenanteil.

Senat, 24. April 2007
DKH und CardioClinic
Der Senat hat die weiteren Voraussetzungen dafür geschaffen, den Neubau des Diakonie-Klinikums Hamburg mit der CardioClinic umzusetzen. Hamburg wird die Baumaßnahmen mit rund 101 Mio. Euro zu rund zwei Dritteln finanzieren. Das restliche Drittel in Höhe von etwa 33,2 Mio. Euro wird vom Diakonie-Klinikum und der CardioClinic getragen.

Bericht des Gesundheitsausschusses an den Haushaltsausschuss, 7. Juni 2007
Wessel und Stubbe
Realisierung des Neubaus des Diakonie-Klinikums Hamburg und der CardioClinic. Als Sachverständige standen Jörn Wessel, Geschäftsführer Diakonie-Klinikum, und Hans-Martin Stubbe, Geschäftsführer CardioClinic, zur Verfügung.

Haushaltsausschuss, 22. Juni 2007
CardioClinic bleibt selbstständig
Der Geschäftsführer der CardioClinic, Dr. Hans-Martin Stubbe berichtete, dass die CardioClinic als privater Träger mit jeweils 8 Prozent der Fläche und der Investitionskosten an dem Neubau des Diakonie-Klinikums beteiligt sei. Die CardioClinic sei im Krankenhausplan 2005 aufgenommen, habe somit Anspruch auf Förderung und bleibe auch zukünftig selbständig. (Drucksache 18/6472)

Initiative, 2007
Versteckte Subventionszahlungen des Rechtssenats an die methodistische Aktiengesellschaft Agaplesion

Offizielle Gesamtkosten:
101.500.000 €

Tatsächliche Gesamtkosten:
+ 10.240.000 € Bodenwert des halben Sportplatzes.
+ 9.100.000 € Freimach- und Abrisskosten.
+ unbekannte Kosten für die Beseitigung von Antinazi-Kampfmitteln.
+ unbekannte Planungskosten für den „Praxenpark“ (in den 8,2 Mio. Gesamtplanungskosten versteckt).
= ca. 124.000.000 Mio €

Offizieller Eigenanteil der Agaplesion AG:
33.200.000 € = 33,33 % (der offiziellen Kosten)

Tatsächlicher Eigenanteil der Agaplesion AG:
20.000.000 € „von der Hausbank“
+ 3.000.000 € Verkauf Alten Eichen
– 8.400.000 € „Entschädigung“ für das Elim
= 14.600.000 €

• Das sind nur 14,38 Prozent der offiziellen Gesamtkosten bzw. 11,77 Prozent der geschätzten tatsächlichen Gesamtkosten! Der von Senat und Medien seit 2002 ständig verkündete Eigenanteil von 33 Prozent wird von der Agaplesion-Tochter „Diakonie Klinikum GmbH“ nicht aufgebracht. Der Rechtssenat finanziert aus politischen Motiven die Differenz! AUCH NACH BERÜCKSICHTIGUNG DES EIGENANTEILS DER PRIVATEN CARDIO CLINIC (1,8 MIO. €) finanziert der Senat zwischen 83,8 % und 86,7 % dieses Klinikums.

Initiative, 2007
Zum Verkauf des Krankenhauses Jerusalem
Der Ausstieg des Jerusalem beschädigte die flotte Kombination aus Modernisierungsrhetorik und Sachzwanglogik des Senats erheblich, nicht zuletzt deshalb, weil das damals wirtschaftlich noch intakte kleine Krankenhaus die Behauptung relativierte, nur Großkliniken hätten noch eine Chance. Und dafür wurde das Jerusalem abgestraft.
Der Senat sorgte dafür, dass die dort eingemietete private CARDIOCLINIC, die schon im rechten Wahlkampf 2001 eine zentrale Rolle spielte, auszieht
und 25 Belegbetten im geplanten Diakonieklinikum erhält. 2002 hatte der Senat diese Privatklinik, die damals vor dem Konkurs stand, gegen den Willen der Krankenkassen in den Krankenhausplan aufgenommen. Da UKE, AK St. Georg und Albertinen-Krankenhaus ihre Abteilungen für Herzchirurgie zuvor ausgebaut hatten, entstand – trotz der demagogischen Spar-Propaganda des Rechtssenats – im Bereich der Herzchirurgie eine Überkapazität, weshalb das Krankenhaus Albertinen den Senat verklagte. Im August 2004 verweigerte der Senat dem auf Brustkrebs spezialisierten Jerusalem die Aufnahme „als einzelnes Krankenhaus“ in den „überarbeiteten“ Krankenhausplan. Seither ist die Einrichtung insgesamt nur noch eine Belegarzt-Klinik mit rund 100 Betten; nur die Gebäude blieben im Besitz des Trägervereins. Neben dem Verlust der Herzchirurgie-Abteilung wird das Jerusalem durch das vor seiner Haustür geplante Diakonieklinikum zusätzlich durch die dort vorgesehenen Facharztpraxen und „Kompetenzzentren“ getroffen, zu denen u.a. ein Fachbereich Brustkrebs gehören soll!

Asklepios-Pressemeldung, 22. November 2007
Asklepios übernimmt die CardioClinic
Asklepios übernimmt per 1.12.2007 die Hamburger „CardioClinic Krankenhausgesellschaft mbH“. Die CardioClinic befindet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1990 in privater Trägerschaft und wurde 2002 [vom Schill/CDU-Senat] in den Hamburger Krankenhausplan mit 25 Betten aufgenommen. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Standort [derzeit das Jerusalem] und die Arbeitsplätze der rund 70 Mitarbeiter bleiben erhalten. Asklepios tritt mit der Übernahme in alle vertraglichen Verpflichtungen der Klinik ein und unterstützt dabei besonders das Konzept des Diakoniklinikums, mit dem die CardioClinic zusammenarbeitet.
Asklepios besitzt in Deutschland, Europa und den USA 100 Einrichtungen, darunter 30 Tageskliniken, 21.000 Betten und 36.000 Mitarbeiter. Die Asklepios Kliniken [privatisierte Landeskrankenhäuser] sind mit rund 11.000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber in Hamburg. Asklepios Kliniken gibt es in Altona, Barmbek, Harburg, Klinikum Nord (Ochsenzoll / Heidberg), St. Georg, Wandsbek, Westklinikum Rissen, Bad Oldesloe, Bad Schwartau.

(Asklepios http://www.presseportal.de/pm/65048 Pressemappe. Kontakt: Rudi Schmidt, Asklepios Kliniken Hamburg. Tel. (040) 1818-84 2008 e-Mail: rudi.schmidt@asklepios.com)

Hamburger Abendblatt, 22.11.2007
Asklepios übernimmt Hamburger CARDIOCLINIC

Hamburg (dpa/lno) – Die Klinikkette Asklepios übernimmt zum 1. Dezember die renommierte Hamburger CARDIOCLINIC. Die bislang private CARDIOCLINIC behandelt pro Jahr zwischen 600 und 700 Patienten aus dem ganzen Bundesgebiet und ist im Hamburger Krankenhausplan mit 25 Betten aufgenommen, teilte Asklepios am Donnerstag mit. Damit steht die CARDIOCLINIC allen herzkranken Patienten offen. Die Klinik ist spezialisiert auf alle Herzoperationen bei Erwachsenen, unter anderem Bypassoperationen, Ersatz und Rekonstruktion von Herzklappen, Intensivtherapie und Physiotherapie. Der Standort und die Arbeitsplätze der rund 70 Mitarbeiter bleiben erhalten.

(kein Wort zu den Hintergründen!)

wird fortgesetzt

.

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