Presse 2000

1. Die Entscheidung für den Standort Alten Eichen in HH-Stellingen 
2. Krankenhaus Elim gibt Widerstand gegen Standort Alten Eichen auf
3. Text des „Krankenhausplanes 2005“ vom Dezember 2000/April 2001

Das Jahr 2000: Der Weg für ein neues Diakonie-Klinikum auf dem Diakonie-eigenen Gelände im Eimsbüttler Stadtteil Stellingen ist frei. Das Krankenhaus Elim, das im Zentrum von Eimsbüttel bauen wollte (nicht auf dem eigenen Grundstück, sondern auf den Sparbier-Sportplätzen), lenkt zunächst ein, weil „klar geworden war, dass dieser Alternativvorschlag nicht so schnell realisiert werden kann.“ Erst wollte das Elim das eigene Haus modernisieren. Dann gab es den Vorschlag, das Krankenhaus Jerusalem auszubauen. „Und eine weitere Idee war, ein Grundstück zu nehmen, auf dem jetzt ein SPORTPLATZ steht. Den könnte man unter die Erde versetzen und das Krankenhaus obendrauf stellen“, sagt Otto Buchholz, Geschäftsführer des Krankenhauses Elim – und muss selber lachen.“ Jedoch: „Alle Ideen sind daran gescheitert, dass baurechtliche Fragen frühestens in drei Jahren zu klären wären.“ Offiziell hat man im Jahr 2000 also nachgegeben. Damals ahnten viele noch nicht, dass es Ende 2001 zu einem für die Diakonie günstigen politischen Machtwechsel kommen würde, zu einem Rechtssenat, dem ein langjähriger Diakonie-Mitarbeiter als führender „Gesundheitsexperte“ angehören würde. Wie voraussschauend die Diakonie da auch gewesen sein mag: Man hat im Jahr 2000 NICHT mit dem Bau angefangen. Bis 2001, als die für die Diakonie „richtigen“ Leute an die Macht kamen, war noch nicht einmal ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden. 

.

www.eimsbüttel.de, Februar 2000
Neues Klinikum in Alten Eichen: Baubeginn 2003
■ Noch im März dieses Jahres will der Hamburger Senat über das neue Diakonie-Klinikum entscheiden. Der Baubeginn ist ab Anfang 2003 geplant. Die Inbetriebnahme des Klinikums auf dem Gelände des Krankenhauses Alten Eichen ist für Anfang 2005 vorgesehen. Am Standort Bethanien soll eine Tagesklinik mit 20 Plätzen für die Geriatrie erhalten bleiben.

Diakonie Report 5/2000
Plan für Diakonie-Klinikum
■ Wie die Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Alten Eichen mitteilt, soll das Diakonie Klinikum Hamburg auf dem Standort Alten Eichen errichtet werden. Geplant ist ein modernes Krankenhaus mit 500-600 Betten, das nach dem derzeitigen Zeitplan innerhalb der nächsten Periode der Krankenhausplanung bis spätestens zum Jahr 2005 errichtet werden soll. In dem neuen Diakonie-Klinikum sollen die bisherigen Angebote der vier Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen fortgesetzt und in einer zukunftsorientierten Medizin der Bevölkerung im Zentrum Hamburgs angeboten werden. Seit Ende letzten Jahres erarbeitet eine Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern aller vier Häuser, ein Konzept, das Ende September den Behörden vorgestellt werden sollte.

(Hier ist es fest gehalten: Alten Eichen liegt „im Zentrum Hamburgs“)


Viel Platz für klerikale Klinikprojekte im Eimsbütteler Stadtteil Stellingen: Diakonie Alten Eichen mit Krankenhaus und eigener „Auferstehungskirche“ (rechts). Nicht mehr auf diesem Bildausschnitt zu sehen: Diakoniehaus, Tagespflegehaus, Ev. Fachschule und Kindergarten (siehe die Karte am Ende dieser Seite).

.

Welt 3.8.2000
Standortpoker um Diakonie-Klinik Eimsbüttel
Geschäftsführer: „Wir halten die Fusion eines Diakoniekrankenhauses nach wie vor für richtig, bleiben aber beim Standort bei unserer Meinung.“

■ Die Krankenhausplanung der Hansestadt sieht Bettenkürzungen vor. Deshalb sollen die christlichen Kliniken im Bereich Eimsbüttel über Fusionen verhandeln. Dabei ist es jetzt zu Differenzen über den Bauplatz gekommen. Während die Gesundheitsbehörde den Standort Alten Eichen favorisiert, plädiert das Krankenhaus Elim (Hohe Weide) für das Areal des benachbarten Krankenhauses Jerusalem (Schäferkampsallee). Auch dort ist noch Platz frei. Bethanien gehört auch noch zum potenziellen Verbund. Unterdessen kursieren Gerüchte, dass Elim bei diesem Standortpoker ins Abseits und damit in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnte.

.

TAZ Hamburg, 25.8.2000
Elim gibt Widerstand auf 
Das Eimsbüttler Krankenhaus will sich nun doch an Fusions-Verhandlungen zu einem Diakonie Klinkum Hamburg beteiligen.

■ Das Krankenhaus Elim hat seinen 
gegen eine Fusion mit drei anderen freigemeinnützigen Krankenhäusern im Bezirk Eimsbüttel aufgegeben. Das teilte das Krankenhaus gestern mit. Die Gesellschafterversammlung des Elim hat beschlossen, Fusionsgespräche mit den Krankenhäusern Alten Eichen, Bethanien und Jerusalem zur gemeinsamen Gründung des DIAKONIE-KLINIKUMS HAMBURG aufzunehmen.
Die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales möchte, weil wirtschaftlicher, aus vier Krankenhäusern in Eimsbüttel eins machen.

Ein solches KLINIKUM AM STANDORT ALTEN EICHEN in Stellingen war bisher am Krankenhaus Elim gescheitert, weil dies den Standort im Kerngebiet von Eimsbüttel nicht aufgeben wollte. 

Elim hatte verschiedene Vorschläge gemacht, wie man den Standort halten könnte.

Erst wollte das Krankenhaus mit einem kleineren Teil der geplanten Investitionen das eigene Haus modernisieren, der Rest sollte in das Diakonie-Klinikum fliessen. 

Dann gab es den Vorschlag, das Krankenhaus Jerusalem auszubauen. 

„Und eine weitere Idee war, ein Grundstück zu nehmen, auf dem jetzt ein SPORTPLATZ steht. Den könnte man unter die Erde versetzen und das Krankenhaus obendrauf stellen“, sagt Otto Buchholz, Geschäftsführer des Krankenhauses Elim – und muss selber lachen. 

„Alle Ideen sind daran gescheitert, dass baurechtlichen Fragen frühestens in drei Jahren zu klären wären,

die Fördermittel aber jetzt zur Verfügung stehen“, erklärt Buchholz den Sinneswandel. Voraussetzung für die Entscheidung sei die Zustimmung der BAGS zu einem Neubau mit einem Finanzvolumen von über 100 Millionen Mark.
Das neue DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG solle spätestens 2005 gebaut werden und einmal ein modernes Krankenhaus mit etwa 600 Betten werden sein.

„Wenn wir etwas bewegen wollen, dann müssen wir mitverhandeln“, sagt Buchholz. Zwar sei er nach wie vor der Ansicht, dass ein Krankenhaus im Kerngebiet nötig sei, „aber wenn es gesundheitspolitischer Wille ist, dass wohnortnahe Versorgung (?) nur nachrangig berücksichtigt wird, ist das eben so“.

.


30.08.2000

Der Weg für ein neues Diakonie-Klinikum in Hamburg ist frei: 
Krankenhaus Elim lenkt ein. 
Grünes Licht für neues Diakonie-Klinikum in Alten Eichen

■ Das evangelische Krankenhaus Elim, das sich vor kurzem aus Fusionsgesprächen mit den Krankenhäusern Alte Eichen, Bethanien und Jerusalem zurückgezogen hatte, will jetzt wieder in die Gespräche einsteigen. Das beschloß die Gesellschafterversammlung.
Bis spätestens zum Jahr 2005 wollen die vier Kliniken einen Klinikneubau in Alten Eichen mit 600 Betten in Betrieb nehmen.

Streitpunkt war der Standort:

Das Krankenhaus Elim beharrte bisher darauf, daß der Neubau in der Hohen Weide IM KERNGEBIET DES HAMBURGER STADTTEILS EIMSBÜTTEL errichtet werden müsse,

während die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales das Klinikum auf dem Gelände Alte Eichen in Stellingen bauen will.

ELIM lenkte nun ein, nachdem KLAR GEWORDEN war, dass ihr ALTERNATIVVORSCHLAG NICHT SO SCHNELLREALISIERT WERDEN WÜRDE. 

Nachtrag 2006: Schon kurz darauf gründeten Alten Eichen und Bethanien (Chef: Bernd Weber von der methodistischen Bethanien-Kette mit Sitz in Frankfurt) eine gemeinsame GmbH, in der das Elim dann 2003 nach einer „feindlichen Übernahme“ (Mopo) untergehen sollte:

Krankenhäuser Alten Eichen/Bethanien GmbH
Handelsregistereintrag, 1. Oktober 2000
Sitz: 20251 Hamburg, Martinistr. 41 – 49
Kapital: 1.000.000 EUR
Eintragungsdatum: 1.10.2000
Loeschungsdatum: 25.9.2006


Krankenhaus Alten Eichen

Die Welt, 22. Dezember 2000
Diakonie-Klinikum wird in Alten Eichen gebaut
Das Diakonie-Klinikum Hamburg ist mit 551 Betten auf dem Gelände des Krankenhauses Alten Eichen geplant und wird die Kliniken Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem zu einem Betrieb verschmelzen.

http://www.hamburg.de/Behoerden/Pressestelle/Meldungen/tagesmeldungen/2000/dez/w51/do/news.htm

KRANKENHAUSPLAN 2005 
■ 21. Dezember 2000, verabschiedet April 2001

(Auszug) • Die Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die Krankenkassen-Verbände in Hamburg, der Verband der privaten Krankenversicherung und die Hamburgische Krankenhausgesellschaft haben sich in der Sitzung des Landesausschusses für Krankenhaus- und Investitionsplanung am 21.12.2000 weitgehend auf die Grundzüge des Krankenhausplanes 2005 verständigt. (…) Für die Umsetzung des Krankenhausplanes, so z.B. für den Neubau des Klinikums Barmbek und DIE REALISIERUNG DES DIAKONIE KLINIKUMS EIMSBÜTTEL, stehen in den nächsten fünf Jahren öffentliche Mittel in Höhe von 1 Milliarde Mark zur Verfügung (…) Die wichtigsten strukturellen Vorhaben sind: (1) Neubau des AK Barmbek mit 676 Betten (1998: 1013 Betten) voraussichtlich bis zum Jahre 2005. (2) REALISIERUNG DES DIAKONIE-KLINIKUMS HAMBURG MIT 551 BETTEN sowie 20 teilstationären Behandlungsplätzen durch Zusammenführung der Krankenhäuser Alten Eichen (230 Betten), ELIM (217 Betten), Bethanien (170 Betten) sowie Jerusalem (105 Betten, bisher nicht im Krankenhausplan) AM STANDORT ALTEN EICHEN realisiert voraussichtlich bis zum Jahre 2005. (3) Aufnahme von zunächst 125 Betten der Endo-Klinik in den Krankenhausplan entsprechend der von der Bevölkerung der Metropolregion Hamburg genutzten Kapazitäten in der Chirurgie und Neurochirurgie. Krankenhäuser mit Versorgungsverträgen (…) Die BAGS schlägt vor, Kapazitäten des KRANKENHAUSES JERUSALEM im Zusammenhang mit dem DIAKONIE KLINIKUM HAMBURG sowie Kapazitäten DER ENDO-KLINIK in den Krankenhausplan auf zunehmen. (…) Karin Roth, Senatorin für Arbeit, Gesundheit und Soziales: „Die Grundlage für die jetzt erzielten Ergebnisse wurden in der Lenkungsgruppe Krankenhausplan 2005 geschaffen. Ich danke allen Beteiligten für ihre engagierte und konstruktive Mitarbeit. …Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass bei einzelnen Maßnahmen unterschiedliche Einschätzungen und Interessen vorhanden sind, die jedoch das Gesamtergebnis nicht in Frage stellen.“ Dr. Klaus Gollert (Leiter der VdAK/AEV-Landesvertretung Hamburg) für die Krankenkassen-Verbände in Hamburg: „Die Krankenkassen begrüßen die auch in unseren Augen erfolgreiche Arbeit der Lenkungsgruppe zur Krankenhausplanung 2005. Wenn auch den endgültigen einrichtungsbezogenen Ergebnissen kassenseitig zur Zeit nicht zugestimmt werden kann, sehen wir doch in der gemeinsamen Verabschiedung der Prüfaufträge eine weitere Aufgabe für die gemeinsame Gestaltung der Krankenhauslandschaft in Hamburg. Die begonnenen Konzentrationsprozesse im Klinikum Barmbek und DIAKONIE KLINIKUM HAMBURG können aber nur ein Beginn für einen langjährigen Prozess sein. Wir hoffen, dass wir den gut arbeitenden Belegkrankenhäusern bzw. Belegärzten unter dem Aspekt der Qualitäts- und Effizienzsteigerung sowie Bettenreduzierung eine Chance bieten können. Wir gehen davon aus, dass die nahezu in Konsens verabschiedete Planbettenzahl für das Jahr 2005 von 11.800 Betten all jene Betten umfasst, die von den Krankenkassen finanziert werden, also Betten der Plankrankenhäuser und auch der Häuser mit Versorgungsverträgen, das bedeutet, dass bei Aufnahme von Betten aus Versorgungsvertragshäusern geprüft werden muss, in welchen Plankrankenhäusern kompensatorisch Betten ggf. reduziert werden müssen.“ Jürgen Abshoff, Geschäftsführer der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG):“Das neue Entgeltsystem auf Basis der DRGs wird die staatliche Krankenhausplanung in ihrem Charakter wesentlich verändern. Der prognostizierte Bettenüberhang für 2005 beruht im wesentlichen auf dem weiter erwarteten und gewollten Rückgang der Verweildauer. Der geplante Bettenabbau hat insofern nichts mit Leistungsabbau, wohl aber mit Leistungsintensivierung zu tun und kann deshalb keine Begründung für weitere Budgetabsenkungen sein.“

Rückfragen: Stefan Marks, Pressereferat der BAGS, Tel. 42863-3083 sowie Fabian Peterson, Hamburgische Krankenhausgesellschaft, Tel. 251736-29 sowie Vera Kahnert, VdAK/AEV, für die Krankenkassenverbände, Tel. 413298-20. www.hamburg.de/bags bzw. www.hkgev.de 

siehe auch: http://www.hamburg.de/Behoerden/Pressestelle/Meldungen/tagesmeldungen/2001/april/w14/di/bags03.htm

.

Print Friendly
Veröffentlicht unter Presse