Presse 2002

Die Pressemeldungen sind chronologisch geordnet: Die aktuellste Meldung befindet sich am Ende.

Besondere Stichworte:

1. April: VERDI für die Privatisierung der öffentlichen Freifläche.
2. April: Senat fördert CardioClinic aus politischen Motiven.
3. Rechtsbündnis betreibt die Privatisierung des öffentlichen Raumes 
4. Mai: Bebauungs-Absprachen zwischen „Diakonie“ und ETV.

1. April: VERDI für die Privatisierung der öffentlichen Freifläche.
2. April: Senat fördert CardioClinic aus politischen Motiven.
3. Rechtsbündnis betreibt die Privatisierung des öffentlichen Raumes
4. Mai: Bebauungs-Absprachen zwischen „Diakonie“ und ETV.

5. Mai: Wersich & Schill als Diakonie-Lobbyisten (Dokument).
6. Mai: Die Rathaus-Grünen machen mit.
7. Mai: Der geheimnisvolle Wandel des ETV-Vorstandes.
8. Mai: Der „Qualitätsjournalismus“ des Abendblattes.

9. Juni: Bebauungspläne der Kirche am Weidenstieg.
10. Sommer: Klinik auf Sportfreifläche politisch nicht durchsetzbar.
11. August: Schillpartei zur Tagesstätte für Wohnungslose.
12. September: Wir sind keine „Anwohner-Initiative“.

13. Oktober: Klinikkonzern schaltet Anzeige im ETV-Magazin.
14. Okt: CDU-Wersich verlangt Millionenzahlung an das DKH.
15. Nov: Die SPD-Eimsbüttel übernimmt die Position des Rechtssenats.
16. Dez: Diakonie, CDU & Abendblatt gründen „Gegeninitiative“.
17. Dez: Christliche Konkurrenzkämpfe um lukratives Herzzentrum.

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Der Klinikbau auf dem öffentlichen Sparbier-Sportplatz ist so gut wie beschlossen. Am 12. August trifft sich der Kreis der Beteiligten bei Gesundheitssenator Peter Rehaag von der Schill-Partei. (Wochenblatt 8.8.2002)
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Deutsches Ärzteblatt, 1. Februar 2002
■ Die neue Dimension der Marktwirtschaft 
Die Krankenhauswirtschaft gerät immer mehr in das Spannungsfeld zwischen ETHIK UND ÖKONOMIE. Gesundheitsleistungen werden als Dienstleistungen und damit als handelbare Waren interpretiert.
Deregulierung und PRIVATISIERUNG verwandeln alle Formen von Institutionen – auch Krankenhäuser – tendenziell in Gewinn maximierende UNTERNEHMEN. Der MARKT erobert eine Institution nach der anderen. Die politisch vorgegebene Ausgabenlimitierung in Form der Beitragssatzstabilität ist unter einer DERARTIGEN Vorgabe ordnungspolitisch unlogisch und systemwidrig. 

Es ist so, als ob man den MARKT UND die staatliche Reglementierung GLEICHZEITIG anstreben würde – den MARKT, um im Sinne des Zeitgeistes bei den „Siegern“ zu sein, die Reglementierung, um das nach wie vor latent vorhandene Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. 

Das Gesundheitswesen, vor allem das Krankenhaus, hat sich in Deutschland, unterstützt durch die Philosophie der „Daseinsfürsorge“, lange erfolgreich gewehrt, die Regeln des freien MARKTes und die damit verbundene Dynamik zu übernehmen.
Mit der These „ein Krankenhaus ist ein Betrieb wie jeder andere“ wurden jedoch in den letzten Jahrzehnten in immer kürzeren zeitlichen Intervallen die jeweils aktuellen Spielregeln, Leitbilder, aber auch die sich schnell wandelnden betriebswirtschaftlichen Modetorheiten der am freien MARKT teilnehmenden UNTERNEHMEN übernommen.
Zunehmend werden früher juristisch geprägte und rechtsstaatlich ÜBERPRÜFBARE Vorgehensweisen und Entscheidungen durch sozial- und wirtschaftswissenschaftlich begründete Methoden ersetzt.

• Wettbewerb im Gesundheitswesen kann zwar zur Kostensenkung führen, hat aber noch nie eine Ausgabenreduzierung für das Gesamtsystem und eine gleichmäßige Angebotsstruktur zur Folge gehabt, da die Kostensenkung in der Regel durch die Mengenausweitung mehr als kompensiert wird.

• Wettbewerb als Kernelement der freien Marktwirtschaft ist seinem Wesen nach ein selektierendes Expansionsinstrument und kein Verknappungsmittel. 

• Wettbewerb zwischen den Leistungsanbietern hat nicht das Ziel, die Ausgaben der Krankenkassen zu reduzieren, sondern durch Innovation, Selektion und vergleichsweise geringere Kosten zulasten der Mitbewerber expandieren zu können.

Auch gibt es keinen Wettbewerb der Krankenkassen um die Gunst von Versicherten oder Patienten, sondern NUR UM DEN ERWÜNSCHTEN VERSICHERTEN beziehungsweise Patienten, und das ist derjenige mit dem geringsten Krankheitsrisiko.

DER BEGRIFF „KRANKENHAUS“ hat als Folge des Wettbewerbsdenkens und der vermehrten Errichtung kooperativer und integrierter Angebotsstrukturen, unter anderem bedingt durch das vermehrte Ausgliedern von betrieblichen Einrichtungen und Funktionen, einen Bedeutungswandel erfahren.
Die ab 2003 vollständige Transparenz über das Leistungsgeschehen der einzelnen Krankenhäuser als Folge des neuen Fallpauschalensystems wird die Emotionalisierung und die Konflikte zwischen den Leistungsanbietern und Krankenkassen sowie die Rationierungsdiskussion verstärken.

Bei der weiteren Verkürzung der Verweildauer wird sorgfältig zu beachten sein, ob sie denn tatsächlich BEI BETRACHTUNG DES GESAMTSYSTEMS, das heißt ALLER LEISTUNGSSEKTOREN, zu einer Ausgabenreduzierung führt und nicht nur zu einerAUSGABENVERLAGERUNG BEI GLEICHZEITIGER VERSCHLECHTERUNG DER PATIENTENVERSORGUNG.

• Bettenabbau heißt nicht Leistungsabbau und ebenso wenig Ausgabenreduzierung.

Kosten werden grundsätzlich nicht durch Betten, sondern durch die an Patienten verordneten Leistungen verursacht. 

Die Zahl der vollstationären Fälle in einer reduzierten Bettenkapazität wird vermutlich ebenso zunehmen wie die dadurch ausgelöste Leistungsverdichtung für die im Krankenhaus Beschäftigten – eine Tatsache, die auch das Verhältnis zwischen den Beschäftigten und den Patienten beeinflussen wird.

Verfasser: Ernst Bruckenberger, Lehrbeauftragter an der Medizinischen Hochschule Hannover, www.bruckenberger.de


Auf den beiden Sparbierplätzen können zur selben Zeit zwei Spiele parallel stattfinden. Doch wegen seiner Größe von mehr als 22.000 qm ist dieser unbe-
baute öffentliche Raum im dicht bebauten Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel nicht nur als Sportfreifläche von Bedeutung. 

Die Welt, 5. Februar 2002
Diakonieklinikum soll auf dem UKE-Gelände entstehen

Diesen Monat will der Senat voraussichtlich über die bauliche Zukunft des Universitätsklinikums Eppendorf entscheiden. Es geht um eine architektonische Neuordnung der Kliniken und den Bau von neuen Behandlungsräumen, Bettenhäusern und Labors. Die in Zukunft nicht mehr genutzten Klinikareale und Bauten könnten auch in der Standortdiskussion um die geplante Diakonie-Klinik der Krankenhäuser Alten Eichen, Elim, Bethanien und Jerusalem eine Rolle spielen. Bislang gilt noch der Neubau-Standort Alten Eichen als ausgemacht. Aber die Adresse ist wegen der Randlage und der örtlichen Nähe zum Albertinen-Krankenhaus in Schnelsen noch immer umstritten. Ein Zusammenrücken der Eppendorfer könnte Platz für anderweitige Klinikpläne machen. Kommt hinzu, dass der Partner Bethanien im diakonischen Quartett bereits an der Martinistraße Tür an Tür mit dem UKE residiert.

Eimsbüttler Wochenblatt, 21.02.2002
Klinikum auf [öffentlichen] Sportplatz?
Aufregung um das neue Diakonie-Klinikum: Der neue Senat [die Schill-Beust-Koalition] will jetzt noch einmal prüfen, ob nicht doch ein [öffentlicher] Sportplatz als Bauplatz in Frage kommt. Hintergrund: Die Planungen für das Stellinger Diakonie-Klinikum gehen weiter. Die Eimsbütteler Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien und Elim wollen sich zusammenschließen und bis 2006 das „Diakonie-Klinikum Hamburg“ gründen.

Dabei haben sie die volle Unterstützung des neuen Senats. [Der Plan eines DKH in Alten Eichen stammt vom SPD-Senat. Der neue Senat unterstützt die klerikalen Kliniken bei ihrem Plan, auf der öffentlichen Freifläche zu bauen]. In einem Gespräch mit Gesundheitssenator Peter Rehaag [Schill-Partei] wurden die Leitungen der Krankenhäuser darüber informiert. Zudem wurde bekannt, dass der neben dem Elim Krankenhaus gelegene [öffentliche] Sportplatz [der eben nicht nur als Sportfläche, sondern wegen seiner ungewöhnlichen Größe vor allem
als unbebaute Fläche im dicht bebauten Kerngebiet von Bedeutung ist] als Standort noch einmal geprüft wird. Dagegen hatten sich bereits vehement die Eimsbütteler Sportvereine, darunter auch der ETV, ausgesprochen: Grünanlagen und Sportplätze [also große öffentliche Freiflächen] sind im eng bebauten Eimsbüttel „Raritäten“ und sollen daher geschützt werden.

An eine zusätzliche Nutzung [meint: die geplante Privatisierung und Bebauung] der Fläche waren nach Auskunft des Sportreferenten Uwe Sals (Bezirksamt Eimsbüttel) bestimmte Bedingungen (Sporthalle, Parkplätze) geknüpft worden. Als klar wurde, dass ein Bebauungsplan erforderlich sein würde, kam Stellingen [wieder] ins Gespräch. Als Standort für das neue Super-Klinikum [der Rechtssenat will die kommunalen Kliniken privatisieren und zugleich die Kirchen-Konzerne finanziell stärken] war bis zuletzt [bis jetzt – sie Beschlüsse sind noch gültig] ein Grundstück in Stellingen am jetzigen Diakonie Krankenhaus Alten Eichen vorgesehen.

Politische Ökonomie des Heilsgeschehens

Die Evangelische Kirche lässt sich inzwischen von McKinsey beraten, um in der „Konkurrenz um religiöse Legitimität“ (Bourdieu) ihre Marktanteile zu halten. Die offene Sprache der Unternehmensberatung (Predigt als „Marketingmethode“) bringt zwar das Verfahren auf den Punkt, übersieht aber, dass die Kirche mit ihrem „diakonischen“ Wirtschaftsimperium längst über einen (staatlich finanzierten) Hebel zur Ausdehnung der Marktanteile verfügt. Je weniger Menschen in
die Kirche gehen, desto wichtiger wird die „Diakonie“ (über die auch viele Tausend religiöse Kader finanziert werden) als ökonomische und politische Machtbasis der Evangelischen Kirche.

Ev. Pressedienst, 7.3.2002
McKinsey: Kirche braucht neue Marketingmethoden
Der Unternehmensberatung McKinsey hat die Kirchen zu einer schnelleren Strukturreform aufgefordert. Zwar sei viel in Bewegung gekommen, «aber es geht alles nicht so schnell, wie die Kirche auf der anderen Seite Marktanteile verliert.» McKinsey-Chef Barrenstein begrüßte die Imagekampagne der Evangelischen Kirche, die im März gestartet wird. Die Kirche müsse sich aber neuer Marketingmethoden bedienen. Sie müsse auch ein gutes Produkt anbieten, zum Beispiel lebensnahe Predigten. Allerdings sollte sie «keine Sprachkurse und Rückenwirbelgymnastik anbieten», so der Manager.

Hamburger Morgenpost, 4. April 2001
Eine Milliarde für Krankenhäuser 

Eine Milliarde Mark will Hamburg bis zum Jahr 2005 in die Krankenhäuser investieren. In den nächsten vier Jahren wird neu gebaut, zusammengelegt und abgebaut. Als wichtigste Vorhaben nannte die Senatorin Roth: Den Neubau des Klinikums Barmbek mit 676 Betten, den Zusammenschluss der Krankenhäuser Alten Eichen, Elim, Bethanien und Jerusalem zur Diakonie-Klinik. Auch die Bergedorfer Häuser Bethesda und Allgemeines Krankenhaus sollen fusionieren, weitere Kliniken die Zusammenarbeit prüfen. (S. Meißner)

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Gewerkschaft Verdi für Privatisierung der öffentlichen Freifläche

Gesundheit sei keine Ware, behauptet unter anderem die Gewerkschaft VERDI und unterstütze (2002/2003) ein „Volksbegehren“ gegen die Privatisierung der Landeskrankenhäuser. Als diese Gewerkschaft auch zur Privatisierung des Sparbier-Sportplatzes Stellung nehmen sollte, stellte sie sich gegen uns auf die Seite der Diakonie, die sich diesen öffentlichen Platz aneignen will. Wie zuvor die CDU, bemühte VERDI dazu das demagogische Argument der CDU, dadurch würden „Arbeitsplätze gerettet.“ Wir haben sogar versucht, mit Verdi zu reden. Es war vergeblich. Die Gründe sind unten nachzulesen.

Pressemitteilung VERDI, 16. April 2002
■ Ver.di begrüßt das Betriebskonzept für das Diakonieklinikum

Die Mitarbeitervertretungen der kirchlichen Krankenhäuser Elim, Jerusalem, Alten Eichen und Bethanien und die Gewerkschaft Verdi begrüßen das Betriebskonzept für das Diakonieklinikum, das die Zukunft der vier kirchlichen Krankenhäuser sichern soll. Die Fusion ist notwendig zum wirtschaftlichen Überleben der vier Krankenhäuser. Hilke Stein, VERDI, zuständig für Krankenhäuser: „Früher wurde Geld eingesetzt, um Menschen gesund zu machen. Mittlerweile [?] wird mit der Gesundheit von Menschen Geld verdient. In der Hamburger Krankenhauslandschaft bestand bislang ein Gleichgewicht zwischen öffentlich rechtlichen und freigemeinnützigen [vor allem: klerikalen] Anbietern. Dieses Prinzip hat sich in der Vergangenheit bewährt und war auch Grundlage für die Krankenhausplanung 2005. Das Diakonieklinikum ist ein notwendiger Schritt, dies auch in der Zukunft zu gewährleisten. Nur so kann der Einfluss von Kräften, die ausschließlich [sic!] gewinnorientiert arbeiten, kleingehalten werden.“
Ver.di befürwortet die Überlegung [der Schillpartei/CDU-Koalition] , die Standortfrage neu zu stellen. Da drei der betroffenen Krankenhäuser im Kerngebiet Eimsbüttel angesiedelt sind, sollte ein Standort in dieser Region gesucht werden. Die Gesundheitsbehörde wird von ver.di aufgefordert, diese Suche [?] kreativ zu begleiten. 

Kommentar:

(1) Der Ruf nach „Arbeit!“, zu welchen Bedingungen auch immer, hat gerade in Deutschland eine besonders negative Vorgeschichte. Und von deutschen Gewerkschaften weiß man auch, dass sie selbst die Zusammenlegung von drei Atomkraftwerken „begrüßen“ würden, wenn man sie nur die begleitendenden Rationalisierungsmaßnahmen mitgestalten liese.

Jetzt „begrüsst“ Verdi Hamburg in einer Presseerlärung vom 16.4.02 „das Betriebskonzept für das Diakonieklinikum“. Jedoch wird in dieser Erklärung nicht nur eine Fusion „begrüsst“, sondern das Thema „Fusion“ wird mit dem Thema „Standort“ verknüpft, und zwar ohnedazu zu sagen, dass die angebliche „Suche“ nach diesem idealen Standort intern längst entschieden ist: Denn die beteiligten christlichen Kliniken wollen nun mit Hilfe des Schillpartei/CDU-Senats durchsetzen, was sie unter dem SPD-Senat nicht erreichen konnten: Die kostenlose Aneignung des öffentlichen Sparbierplatzes und seine Bebauung mit einem Klinikum.

(2) Warum schlägt Verdi sich auf die Seite der Privatisierer? Will man die die im Zuge der Fusion anstehenden Rationalisierungsmaßnahmen „sozialverträglich“ begleiten? Man würde das gerne tun, aber man kann es nicht. Die oben stehende Pressemitteilung ist pure Angeberei: Verdi hat in den erwähnten Christenkliniken praktisch Hausverbot. Denn anders als die profillose Gewerkschaft, halten die klerikalen Sozialkonzerne viel vonDogmatismus: Wer ihrem Aberglauben nicht zustimmt, bekommt dort einfach keinen Job!

Dieses Regime hat sich nach innen (Untertanengeist, klare Hierrachie) wie nach außen (Kontrolle über den Arbeitsmarkt im Gesundheitssektor) bewährt. Statt Verdi gibt es dort eine Art gelbe Hausgewerkschaft, genannt „Mitarbeitervertretung“ (MAV). Diese, häufig direkt vom leitenden Personal gebildete MAV, hat weder Rechte noch Druckmittel, was dort aber niemand vermisst, weil es dem Dogma zufolge in einem solchen „Tendenzbetrieb“ ohnehin keine unüberbrückbaren Konflikte geben kann.

(3) Vor diesem Hintergrund ist es pure Wichtigtuerei, wenn die Gewerkschaft Verdi, die vielleicht 0,1 Prozent der frommen Belegschaft auf ihrer Seite hat und für die Geschäftsleitungen der Krankenhäuser praktisch nicht existiert, etwas „begrüßt“, das von ihrer Zustimmung oder Ablehnung überhaupt nicht abhängig ist. Dieser Bluff geht einher mit einer unglaublichen Anbiederung an die Kräfte der Gegenaufklärung. Erstens stellt man den eigenen Verein freiwillig auf eine Stufe mit der kirchenlichen Arbeitsfront („MAV und Verdi begrüßen…“). Zweitens wird nicht etwa gefordert, dieTrennung von Kirche und Staat durchzusetzen und die Kirchenprivilegien endlich zu streichen, sondern es wird – im Gegenteil – das „Recht“ der Klerikalen auf staatliche Bevorzugung auch noch verteidigt: Das „Prinzip“ eines „Gleichgewichtes zwischen öffentlich rechtlichen und freigemeinnützigen Anbietern“ habe sich bewährt, findet Verdi. Gemeint ist tatsächlich das reaktionäre „Subsidiaritätsprinzip“, das den Kirchen seit Kaisers Zeiten den Zugriff auf die sozialstaatlichen Mittel garantiert. Auch ihr Anteil am Hamburger Krankenhausmarkt ist ihnen gesetztlich gesichert.

(4) Beim Personal von Verdi, in diesem Fall bei Hilke Stein, gibt es über solche Zusammenhänge schon lange kein Bewusstein mehr. Eine großer Teil des Verdi-Personals könnte auch bei der Allianz-Versicherung arbeiten. Aus ihrem Niedergang haben die Gewerkschaften den Schluss gezogen, nie mehr irgendwo anecken zu wollen. Eben das unterscheidet solche Vereine von denmachtbewussten Kirchen, die wissen, dass man sich „positionieren“ und über geschultes Führungspersonal verfügen muss. Eine Pressesprecherin der Diakonie, die sich (wie Hilke Stein), bei der Gegenseite anbiedern würde, hätte dort keine Chance.

Hilke Stein, bei Verdi zuständig für Krankenhäuser, gibt also bekannt: „Ver.di begrüßt das Betriebskonzept für das Diakonieklinikum.“ Keine Frage, dass dies ein Gruß aus der Ferne ist, weil man bei der Ausarbeitung dieses „Betriebskonzeptes“ nicht um Rat gefragt wurde. Trotzdem soll die eigene „Zustimmung“, von der niemand etwas abhängig macht, nachgereicht werden: Die Fusion der christlichen Krankenhäusern sei „notwendig zum wirtschaftlichen Überleben der vier Krankenhäuser“.

Man weiß nicht, über was man sich mehr ärgern soll: über die wohlfeile Gleichsetzung von Fusion = Größe = Wirtschaftlichkeit = Arbeitsplatzsicherheit, die so nicht im dümmsten BWL-Buch zu finden ist, oder darüber, dass sich hier eine Gewerkschaft um die Fortexistenz christlich kontrollierter Sozialkonzerne sorgt, statt die Beseitigung der Kirchenprivilegien zu verlangen.

(5) Uns als Initiative könnte das alles gleichgültig. Unser Thema ist nicht die Fusion klerikaler Kliniken, sondern deren expansive Wendung. Denn diese Fusion ist nicht (mehr) das defensive Notprogramm, als das sie einst galt, sondern Auftakt zu einerExpansionsstrategie. Das christliche Management will jetzt ein supermodernes Klinikum, und dies nicht irgendwo, sondern auf einem öffentlichen Sportplatz in bester City-Lage. Man wollte das immer schon, aber JETZT, mit dem neuen Senat, ist es denkbar und vielleicht machbar.

Bei Verdi weiß man, dass die Kliniken ihre seit Jahren vom SPD-Senat verlangte rechtliche und räumliche Fusion systematisch hintertrieben haben, weil sie nicht auf dem kircheneigenen Grundstück in Alten Eichen fusionieren wollten, sondern lieber auf dem öffentlichen Sparbierplatz im Eimsbütteler Kerngebiet.

Bei Verdi weiß man, dass der SPD-Senat das nicht wollte, dass die Diakonie jetzt aber politische Unterstützung vom Schillpartei/CDU-Senat erhält. Nur dieser Senat kann mit seinen Machtmitteln die „Standortfrage neu stellen“, also eine Privatisierung des Sparbierplatzes zum Ziel erklären.

(6) Hilke Stein von Verdi, die „eigentlich“ gegen eine solche Privatisierung sein müsste, weil es so in den Leitlinien ihres Vereins steht, möchte da mitmarschieren. Im Wissen, dass auch diese Anbiederung keinen Mitgliederzuwachs im Kirchenbereich bringen wird, möchte Verdi wenigstens in den christlichen Chefetagen einen guten Eindruck hinterlassen – in der Hoffnung, das man irgendwann doch noch ins Geschäft kommt („DKH schließt Tarifvertrag mit Verdi ab“).

Verdi fällt hier sogar der SPD in den Rücken, die zu diesem Zeitpunkt noch auf einer räumlichen Fusion in Alten Eichen beharrt. Verdi ist also schon auf den Standpunkt des Rechtssenats umgeschenkt. „Ver.di befürwortet die Überlegung, die Standortfrage neu zu stellen“, ohne zu erwähnen, von WEM diese „Überlegungen“geäußert wurden!

Und dannn heißt es: „Die Gesundheitsbehörde wird von ver.di aufgefordert, diese Suche kreativ zu begleiten“. Die erwähnte Gesundheitsbehörde, seit Herbst 2001 vom einem Schillpartei/CDU-Senat kontrolliert, der gezielt die kirchlichen Krankenhäuser bevorzugen und die öffentlichen Krankenhäuser privatisieren will, ist – wie man bei Verdi weiß – keineswegs auf der Suche nach einem Platz, sondern auf der Suche nach einem Kniff, wie man einen Platz, den man längst gefunden hat, in die Hand bekommen kann.

Wir werden noch erleben, dass Verdi, zusammen mit Schillpartei, CDU und Diakonie die Kritik an dem Privatisierungs- und Bebauungsvorhaben demagogogisch als Anschlag auf die „Arbeitsplätze“darstellen wird. _________________________________________________________

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Hamburger Abendblatt, 17. April 2002
CardioClinic: Bettenausbau aus politischen Gründen
Der Senat hat beschlossen, die private Herzklinik ab sofort mit 25 Betten in den Krankenhausplan aufzunehmen. Damit werde herzkranken Patienten ein leistungsstarkes Angebot eröffnet, sagte Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei). Für die CardioClinic gehe, so heißt es in einer eigenen Erklärung, „eine elfjährige Phase interessengesteuerter Planungspolitik zu Ende“. Die bereits im Regierungsprogramm angekündigte Entscheidung sei auch im Sinne der politisch gewollten Trägervielfalt, bekräftigte Rehaag. Währendprivate Krankenhausträger bundesweit bis zu zehn Prozent Anteil hätten, seien es in Hamburg [wegen der SPD] nur ein Prozent. Dieser Anteil werde sich im Zuge fortschreitender Privatisierung weiter erhöhen. Die CardioClinic, die Räume des Jerusalem-Krankenhauses in Eimsbüttel nutzt, rechnet mit jährlich 750 Herzoperationen. Allerdings haben auch die großen Kliniken wie UKE, AK St. Georg und das Albertinen-Krankenhaus ihre Abteilungen für Herzchirurgie ausgebaut. So bleibt die Frage offen, ob sich Hamburg auf Dauer vier Standorte für Herzchirurgie leisten kann: im UKE, im AK St. Georg, im Albertinen-Krankenhaus und in der CardioClinic. Der Direktor des frei gemeinnützigen Albertinen-Krankenhauses, Prof. Fokko ter Haseborg, reagierte daher empört auf die Entscheidung. „Hier wird eine bloße Koalitionsvereinbarung aus dem Wahlkampf umgesetzt – und zwar zu unserem Schaden.“ Er kündigte an, umgehend Klage gegen die Behördenentscheidung einzureichen. Sein Krankenhaus hatte 20 zusätzliche Betten in der Herzchirurgie beantragt. Ter Haseborg: „Es hätte zwischen den beiden konkurrierenden Anträgen entschieden werden müssen, aber das ist nicht geschehen. Das entspricht nicht meiner Rechtsauffassung, deshalb verklage ich die Behörde jetzt.“ Auch Günter Ploß, Leiter der Ersatzkassenverbände, kritisierte den Senatsbeschluss. Es bestehe ein Überangebot an herzchirurgischer Versorgung in Hamburg: „Nicht der Aufbau neuer Betten, der Abbau von Überkapazitäten ist das Gebot der Stunde.“

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Hamburger Morgenpost, 2. Mai 2002

„Diakonieklinikum“: Streit um Standort
Sportplatz-Gelände wäre besser, wenn … 

■ Ein „Diakonieklinikum“ soll in Eimsbüttel entstehen. Die Planungen stammen noch aus der rot-grünen Regierungszeit. Vier Krankenhäuser (Alte Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem) mit zurzeit 716 Betten sollen das Klinikum mit Grund- und Regelversorgung bilden und dazu Belegbetten privatärztlicher Versorgung bieten.
Der FDP-Gesundheitspolitiker Schinnenburg findet den Standort nicht gut. „Er liegt außerhalb des Kerngebietes von Eimsbüttel.“ Das Krankenhaus Elim und [!]
der NAHEGELEGENE SPORTPLATZ wären besser,
so Schinnenburg. Er betont aber: „Das geht nur, wenn es für den ETV [der ist nur ein Nutzer!] ERSATZFLÄCHEN gibt. Wir wollen kein KLINIKUM zu LASTEN der SPORTLER.“ 

DIE GAL-Bürgerschaftsfraktion sich DEM ANTRAG der FDP ANGESCHLOSSEN. Ihre Abgeordnete Dorothee Freudenberg will, dass die Pläne mit der Nordelbischen Kirche abgestimmt werden, DIE IN DER NÄHE BAUEN WILL.

[Hinweis zu dem sich als „Forderung“ präsentierenden vorauseilenden Gehorsam der Dorothee F.: Die Kirche hat diese Pläne nicht weiter verfolgt. Sie die Anmerkung weiter unten] 

■ Ein rechtes Bündnis betreibt die Privatisierung des öffentlichen Raumes

Schill-Partei/CDU-Senat,
Evangelikale Klinikbetreiber und
ein „Traditionsverein“ mit völkischer Vergangenheit
wollen sich die Beute teilen:

Die Welt, 19. Mai 2002
Diakonieklinikum wird 2005 fertig sein
In Eimsbüttel wird angrenzend an das bestehende Elim das „Diakonie-Klinikum“ gebaut, das neue Maßstäbe setzen dürfte. Der viergeschossige Neubau soll auf den beiden [!] Sportplätzen des Eimsbütteler Turnvereins entstehen [es sind öffentliche Plätze, die nicht dem ETV gehören!]. Im Ausgleich für diese Flächen wird eine unterirdische [!] Halle mit drei Sportfeldern gebaut. Hinzu kommen
540 [?] Tiefgaragenplätze, von denen das gesamte Viertel profitieren wird. 100 Millionen Euro sollen bis 2005 [?] verbaut werden.

Hamburger Abendblatt, 21. Mai 2002
Schill: „Ausländer verfrühstücken unseren Wohlstand“.
Abendblatt: Senator Schill hat auf dem Bundesparteitag seiner Organisation gesagt: „Die Ausländer verfrühstücken unseren Wohlstand.“ Teilen Sie diese Auffassung? Hamburgs CDU-Parteichef Dirk Fischer: Damit hat er sehr plastisch ausgedrückt, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend keine Zuwanderung in unseren Arbeitsmarkt, sondern in unsere Sozialsysteme gehabt haben. Das wird auch in Reden von Angela Merkel immer wieder eindrucksvoll statistisch belegt.

Hamburger Abendblatt, 29. Mai 2002
Schillpartei: Internierungsplan für kranke Ausländer
Der Bürgerschaftsabgeordnete Wolfgang Barth-Völkel (Schill-Partei) hat eine medizinische Zwangsuntersuchungen für Zuwanderer gefordert. „Ausländer, die an Aids, Hepathitis oder Tuberkulose erkrankt sind, sollten interniert oder am besten gleich wieder ausgewiesen werden“, so Barth-Völkel. Man müsse die einheimische Bevölkerung schützen. Barth-Völkel hat seine Thesen bereits in den Entwurf des Wahlprogramms für die Bundestagswahl geschrieben. „Die anderen Mitglieder und auch Ronald Schill stehen hinter der Forderung“, sagte Barth-Völkel dem Abendblatt.

Welt, 29. Mai 2002
Hamburgs „Turnvater“ wird 90
Am 9. Juni feiert Julius Lüdemann seinen 90. Geburtstag. Das Turndenkmal des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV) ist seit 67 Jahren Mitglied des Traditionsvereins, nahm 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teil und organisierte nach dem Zweiten Weltkrieg hochkarätige nationale und internationale Wettkämpfe und forcierte so dieVölkerverständigung. 1977 wurde Hamburgs „Turnvater“ vom Hamburger Senat für seine Arbeit mit dem Sport-Oscar geehrt, der höchsten Sportauszeichnung.

Anm.: Jule Lüdemann war einer jener sozialdemokratischen Arbeitersportler, der 1935 (vom Turnverein Lokstedt) zum ETV wechselte. Er verstand sich dort nach eigenen Aussagen prima mit SA-Leuten (wie dem Sturmbannführer Stühmer) und war ab 1939 im ETV für die Beantwortung der Feldpost an die „Kameraden “ der Wehrmacht zuständig.

Der Eimsbütteler, Juni 1940
Gruß der Heimat an unsere Eimsbütteler in Feldgrau
Unser Jule Lüdemann ist inzwischen auch Soldat geworden. Noch lernt er richtig stehen und gehen, aber es gefällt ihm ganz ausgezeichnet dabei:„Neulich exerzierten wir stundenlang feldmarschmäßig mit Koppel. Seitengewehr, Patronentaschen, Stahlhelm und Gewehr. Wir waren wie aus dem Wasser gezogen. Aber Spaß hat es doch gemacht. Uns zum Umfallen zu bringen, dazu gehört doch noch etwas mehr.“ 


Ideologischer Gleichklang: Die evangelikalen Manager verstehen sich gut mit der Schill-Partei und dem Eimsbütteler Turnverband.

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Die Welt, 30. Mai 2002
Eimsbütteler Turnverband wehrt sich gegen Bebauung
Der Eimsbütteler Turnverband wehrt sich gegen die geplante Fusion der vier evangelischen Krankenhäuser Elim, Alten Eichen, Bethanien und Jerusalem, die auf den beiden öffentlichen Sparbier-Sportplätzen in der Bundesstraße einen Neubau errichten möchten. Elim-Geschäftsführer Otto Buchholz hat das 100 Millionen Euro teure Gebäude, das bis 2005 [!] fertig gestellt werden soll, vor Augen und schon mit dem benachbarten Bäderland und der Kaifu-Lodge über eine Zusammenarbeit gesprochen, dabei aber offensichtlich den Widerstand des ETV unterschätzt. Jürgen Glismann, der Verbandsvorsitzende, ärgert sich über den Eindruck in der Öffentlichkeit, das Vorhaben sei beschlossene Sache und mit dem Eimsbütteler Turnverband [dem der Platz ohnehin nicht gehört] abgestimmt. „Wir stellen in aller Deutlichkeit klar, dass wir dieses Vorhaben kompromisslos ablehnen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werden“, bekräftigt Glismann, der sich der Solidarität aller Sportvereine und -verbände in Hamburg sicher ist. Es könne nicht sein, dass im ohnehin mit öffentlichen Sportflächen unterversorgten Kerngebiet Eimsbüttels eine weitere Freifläche aufgegeben wird. „Dadurch müsste der Sportbetrieb hunderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener eingestellt werden“, so Glismann. Nach dem Willen der Krankenhausmanager soll im Ausgleich eine unterirdische Halle mit drei Sportfeldern entstehen, die im Gegensatz zu den Sportplätzen ganzjährig [auch bei Sonnenschein] genutzt werden könnte.
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Diakonie Report 5/2002 

■ Wie privatisiert man eine von etwa 1000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen benutzte öffentliche Sportfreifläche? Das christliche Krankenhaus-Management, das in der Konkurrenz um Marktanteile ins Zentrum von Hamburg-Eimsbüttel drängt, wusste es: Während Schillpartei und CDU dem Vorhaben bereits Unterstützung zugesagt hatten, war die Eimsbütteler SPD Anfang 2002 noch nicht ganz sicher, ob sie ihren vom neuen Senat gekippten „Krankenhausplan 2005“ verteidigen soll (dort war der Bau des Diakonieklinikums am Standort Alten Eichen vorgesehen) oder ob sie sich angesichts der neuen Verhältnisse nicht besser selbst als moderne Avantgarde der Privatisierungspolitik präsentieren soll. In dieser Situation schien es klug zu sein, in Geheimverhandlungen mit dem Eimsbütteler Turnverband neue Fakten zu schaffen. Obwohl dem ETV dieser öffentliche Platz nicht gehört, würde, so das Kalkül der Klerikalen, seine Zustimmung zur Bebauung der öffentlichen Fläche, die Vorbehalte der SPD beseitigen, weil die Fußballabteilung des ETV größter Nutzer des Sparbierplatzes ist und weil der ETV wegen seiner großen Mitgliederzahl und wegen seiner staatstragenden „Tradition“ in Eimsbüttel politisches Gewicht hat. Wenn man also am Geschäftsinteresse der ETV-Führung ansetzte und ihr die Option eröffnete, statt der Fußballjugend, die altersbedingt nur geringe Beiträge zahlt, mit neuen Einrichtungen eine zahlungskräftigere Klientel zu gewinnen – zum Beispiel mit einer Sporthalle im Wert von 5 Millionen Euro, dann durfte man mit dem Vereins-Egoismus des ETV und daher mit seinem JA zur Privatisierung rechnen. Und genau so kam es dann: Der ETV war leicht zu kaufen und dazu bereit, sich als „Stimme der Öffentlichkeit“ stilisieren zu lassen. Wir sind sicher, dass bei diesem Deal noch andere „Zuwendungen“ geflossen sind (bezahlte Werbungen des Elim im ETV-Magazin zeigen, dass man einige Summen auch verbuchen musste), aber entscheidend war das Versprechen der Diakoniekliniken, dem ETV Zugang zu einer noch zu bauenden Sporthalle zu verschaffen sowie einen kleinen Kunstrasenplatz anzulegen. Bezaht werden diese „Kompensationen“ am Ende ohnehin zum größten Teil vom Rechtssenat, d.h. den cleveren Krankenhaus-Managern fiel es leicht, dem ETV solche großzügigen Geschenke zu machen. Mit dem JA des ETV im Gepäck, war es jetzt für die DKH GmbH kein Problem mehr, die Eimsbütteler SPD von dem Privatisierungsvorhaben zu überzeugen und das Sportamt, das den öffentlichen Platz verwaltet, unter Druck zu setzen. Nur die ETV-Führung hatte jetzt noch ein gewisses Problem: Sie musste den Mitglieder, vor allem aber der Fußballabteilung das Märchen auftischen, sie sei vom Senat erpresst worden. (Siehe z.B. unten die Lügen des ETV-Vorstandsmitgliedes Arne Aumann im ETV-Magazin 11/2002).

MDR, 14. Mai 2002
»Wie ein kleines KZ«. Der MDR zeigt einen Dokumentarfilm über ein Behindertenheim der Diakonie
Eine verwinkelte Ecke auf dem Dachboden brachte sie zutage: stapelweise Rechnungen der ortsansässigen Schreiner. Der Hauptposten: Kindersärge. Thüringer Diakonissen haben seit den zwanziger Jahren bis 1946 behinderte Kinder im »Anna-Luisen-Stift« zu Bad Blankenburg im Thüringer Wald nicht nur grausam behandelt, sondern sogar verhungern lassen. Schon lange Zeit hatte es in der Kleinstadt Gerüchte über die auffällig hohe Kindersterblichkeit gegeben. Und nun fand man erschreckende Beweise – nicht nur für die Greueltaten der beiden Schwestern Frieda Lätzsch und Ida Cyliax, sondern auch für das Wohlwollen des Vorstandes, die Unterstützung des Hausarztes und die Ignoranz der Kirchenleitung. Doch Verwandte der Kinder sind ebenso schwer zu finden wie die Akten über den Zustand des Heims in dieser Zeit. Bestände in den Staatsarchiven weisen auffällig große Lücken auf; nur Briefe und eben die Sargrechnungen dokumentieren die Schreckensherrschaft der beiden Diakonissen. Sie nahmen das Euthanasieprogramm schon vor 1933 vorweg. Die beiden Schwestern traten zwar 1937 in die NSDAP ein, aber sie misshandelten die Kinder schon vorher. Eine der Diakonissen verschob zugeteilte Lebensmittel, die andere scheffelte die Pflegesätze und erwirtschaftete so einen Gewinn von mehr als 100000 Reichsmark (umgerechnet 600000 Euro). Das Diakonissenmutterhaus in Eisenach will von den Vorgängen in Bad Blankenburg erst 1945 erfahren haben; Briefe einer Jungschwester belegen, daß das so nicht stimmen kann. Sie war wegen ihrer »Aufmüpfigkeit« von den beiden anderen Schwestern hinausgemobbt worden, weil sie das »Todeszimmer« gefunden hatte, in dem Siechende aufs Sterben warteten: nackt, ausgehungert, krank. Der Hausarzt des Heimes, Dr. Köhler, deckte die Taten der Schwestern, weil er an ihren Schiebereien beteiligt war. 300 Kinder und Säuglinge sind so im beschaulichen Thüringer Wald umgekommen, Grabstelle unbekannt. Als die übrigen Kinder 1945 kurzzeitig ins nahegelegene Stadtroda evakuiert wurden, eine Nervenklinik, die selbst an Euthanasiemaßnahmen beteiligt war, war dort das Entsetzen groß. Läuse, Krätze, Untergewicht, Schlagwunden – mehr war von den Kindern kaum zu erkennen. Was in Stadtroda allerdings mit ihnen passierte, weiß niemand genau. Es verlieren sich die Spuren; gegen die damals dort tätige Ärztin ermittelt zwar die Staatsanwaltschaft Gera, aber auch hier ist die Aktenlage schlecht, die heute 92jährige Frau wird wohl ihre Geheimnisse mit ins Grab nehmen. Wo sind aber die Hinterbliebenen der Kinder und der Schwestern? Was ist mit ihnen später passiert? Gibt es Überlebende? Warum haben die Eltern nie Alarm geschlagen? Und wo schließlich sind die erwirtschafteten Gewinne geblieben? All das versucht der Film »Die Diakonissen und die Kindersärge« zu klären. Zwar muß er viele Fragen, die er stellt, offen lassen, aber eines beweist er: Die Diakonie hat während der Nazizeit Verbrechen verübt – im Namen des Herrn.

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Dokument:

Diakonie-Lobbyist Wersich setzt sich im Bündnis mit der rechtsradikalen Schill-Partei für seine frühere Firma ein. Die öffentliche Sportfreifläche Sparbierplatz, der hier noch nicht erwähnt wird, soll bebaut werden:


BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
■ Drucksache 17/846 – 17.Wahlperiode
15. Mai 2002
(Quelle: Parlamentsdatenbank der Hamburger Bürgerschaft:http://www.buergerschaft-hh.de/parldok/ )

Antrag der Abg. Dietrich Wersich, Hanna Gienow, Frank-Thorsten Schira, Viviane Spethmann, Carsten Lüdemann (CDU) und Fraktion, der Abg. Wolfgang Barth-Völkel, Ilona Kasdepke, Rolf Gerhard Rutter, Jens Pramann, Andreas Jannusch (Partei Rechtsstaatlicher Offensive) und Fraktion, der Abg. Dr. Wieland Schinnenburg, Martin Woestmeyer, Burkhardt Müller-Sönksen, Ekkehard Rumpf, Rose-Felicitas Pauly (FDP) und Fraktion

Betr.: Standort des Diakonie-Klinikums Hamburg
Die Einrichtung des Diakonie-Klinikums Hamburg im Zuge der Neuordnung der Krankenhausversorgung im Bezirk Eimsbüttel ist ein Umsetzungsschwerpunkt des Krankenhausplanes 2005. Durch die Fusion der vier Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem mit zurzeit insgesamt 716 vollstationären Betten sollen das Diakonie-Klinikum Hamburg mit 542 Planbetten gegründet und die Versorgungsangebote einer Reihe kleinerer Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung zusammengefasst werden. Darüber hinaus sollen im Diakonie-Klinikum Hamburg erstmalig belegärztliche Kapazitäten vorgehalten werden. Mit dem vorgesehenen Standort des Diakonie-Klinikums Hamburg auf dem Gelände des Diakonie -Krankenhauses Alten Eichen wurde vom rotgrünen Senat ein Standort außerhalb des Kerngebietes des Bezirks Eimsbüttel ausgewählt. Zudem wird von dem in der Nähe des vorgesehenen Standortes des Diakonie-Klinikums Hamburg angesiedelten Albertinen-Krankenhaus ein in wesentlichen Teilen ähnliches Leistungsangebot vorgehalten, so dass zwischen diesen beiden Hamburger Krankenhäusern ein ruinöser Wettbewerb droht.
Der Senat wird gebeten,
1. den für die Realisierung des Diakonie-Klinikums Hamburg vorgesehenen Standort Alten Eichen unter dem Gesichtspunkt einer wohnortnahen Krankenhausversorgung im Kerngebiet des Bezirks
Eimsbüttel zu überprüfen.
2. der Bürgerschaft über die Ergebnisse der Prüfung und der weiteren Maßnahmen zur Errichtung des Diakonie-Klinikums Hamburg bis zum 31. Juli 2002 zu berichten.

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Der „altbackenen Borniertheit“ der Gewerkschaften wird gerne die aufgeklärte Sichtweise grüner Modernisierer entgegen gehalten. Tatsächlich ziehen beide Seiten am selben Strang, da sie die selben „Sachzwänge“ in Gang halten. Besonders marktradikal sind dabei die Rathausgrünen, die nicht „vor Ort“ mit der (potentiellen) „Basis“ klarkommen müssen: 

GRÜNE, Mai 2002
http://www.gal-fraktion.de/press/020528-1.php

GAL ZU DEN PLANUNGEN DES DIAKONIE-KLINIKUMS

■ Die GAL hat heute einen Zusatzantrag eingereicht, um vom Senat mehr über die Planungen des Diakonie-Klinikums zu erfahren. Das geplante Diakonie-Klinikum Hamburg soll durch die Fusion der [damals noch:] vier in evangelischer Trägerschaft befindlichen Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem entstehen.
Das Konzept vom 17.11.2000 für das neue Klinikum sieht vor, „…den Aufbau von Versorgungsketten mit gesundheitlichen und sozialer Dienstleistungen zu verwirklichen“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, Dr. Dorothee Freudenberg: 

„Dieses Konzept ist hoch interessant, besonders die geriatrischen und rehabilitativen Angebote sind für die im Schnitt immer ältere Bevölkerung des Stadtteils von besonderer Bedeutung.“ [Mein Gott Dorothee: „hoch interessant“ ist die Wortwahl von ambitionierten Ahnungslosen. Die Leute hier werden zudem immer jünger; überall krähen die Gören!]

Die Gesundheitsexpertin [!] weist darauf hin, dass die Realisierbarkeit des innovativen [oder „intelligenten“?] Klinikkonzeptes mit der Frage des Standortes zusammen hänge, weil die vorgesehenen Angebote im nichtstationären Bereich für die Bevölkerung gut erreichbar sein müsse und der Aufbau funktionierender Versorgungsketten die räumliche Nähe der Dienstleistungen voraussetze.

Aus gesundheitspolitischer Sicht [?] hält Freudenberg für ein solches Klinikum einen Standort im Kerngebiet Eimsbüttel daher für sinnvoll.
Die Entscheidung bedürfe jedoch einer sorgfältigen Güterabwägung. „Für Planungen im Kerngebiet Eimsbüttel müsste die mögliche Verkehrsbelastung des Quartiers Berücksichtigung finden, die durch intelligente [oder „innovative“?] Verkehrskonzepte gering gehalten werden muss.
Falls der Standort des Krankenhauses Elim [meint: „die öffentliche Freifläche Sparbierplatz“] in Betracht kommen sollte, müssen die Interessen der Mitglieder des ETV [? der ETV ist nur ein Nutzer von vielen!] berücksichtigt werden.“

Freudenberg: „Die Standortentscheidung bedarf einer gründlichen Diskussion in der Bürgerschaft. Noch wichtiger ist die Beteiligung der Eimsbütteler Bevölkerung [die Basis] an den Planungen.“ [Hallo! Hier sind wir schon! Natürlich nicht „die“ Bevölkerung. Die gibt´s gar nicht. Aber immerhin…!]

Die Abgeordnete Dr. Freudenberg hat vor diesem Hintergrund folgenden Zusatzantrag zum Antrag der Koalitionsfraktionen an die Bürgerschaft gestellt.


BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
■ Drucksache 17/899 – 17.Wahlperiode
28. Mai 2002
(Quelle: http://www.buergerschaft-hh.de/parldok )

GAL-Zusatzantrag zu 17/846 
der Abg. Dr. Dorothee Freudenberg, Krista Sager (KBW), Antje Möller, Christa Goetsch, Christian Maaß (GAL) und Fraktion.

Betr.: Standort und Konzept für das Diakonie-Klinikum 

Das geplante Diakonieklinikum soll durch die Fusion der vier in evangelischer Trägerschaft befindlichen Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem entstehen. Für dieses neue christliche Großkrankenhaus im Bezirk Eimsbüttel ist bisher der Standort Alten Eichen in Stellingen vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll spätestens im Jahr 2005 erfolgen.

Laut jüngsten Informationen [!] ist nunmehr statt des Standortes Alten Eichen das Gelände des Krankenhauses Elim [?] für einen Neubau im Gespräch.

[Wer hat die öffentliche Fläche denn „ins Gespräch“ gebracht? Die GAL stellt sich absichtlich dumm. Sie weiß auch bereits, dass diese Freifläche NICHT zum Elim-Gelände gehört]. 

Unter anderem ist dort auch die Überbauung angrenzender Sportflächen geplant.

[„Überbauung“! – Das ist die Sprache der Investoren]

Der Senat wird [entschieden, kompromißlos und ultimativ!] aufgefordert, bis zum 31. Juli 2002 zu berichten,

→ welche öffentlichen Verkehrsanbindungen für den dezentralen Standort Alten Eichen bestehen [hier geht zum Fahrplan] und welche Verkehrsbelastungen bei einem Standort im Kerngebiet Eimsbüttel zu erwarten wären und welche Verkehrskonzepte bestehen, um diese Belastungen zu minimieren,

→ welche Planungen bezüglich der Gebäude und Gelände der jetzigen vier Kliniken bestehen, falls deren Nutzung als Krankenhaus aufgegeben werden sollte. [gute Frage, bitte dran bleiben!] sofern der Standort Elim [man möchte das Wort „öffentliche Freifläche“ nur ungern in den Mund nehmen] in Erwägung gezogen wird, bis zum 31.Juli 2002 zu klären,

→ inwieweit die geplanten Neubaumaßnahmen zu Lasten des großen, [nicht nur vom] vom ETV genutzten Sportplatzes gehen würden und wie dies kompensiert [!] werden könnte,

→ wie die Krankenhausbaumaßnahmen mit den in unmittelbarer Nähe geplanten Neubauten der Nordelbischen Kirche abgestimmt werden und ob damit auf eine Inanspruchnahme der Liegewiese des KaiFu-Bades verzichtet werden kann.

[Anmerkung zum letzten Satz: Das Bemühen der Dorothee F., ja nichts falsch zu machen und nicht in den Verdacht zu geraten, etwas anderes zu wollen als das was gerade angesagt ist, hat bei ihr dazu geführt, dass sie im Sommer 2002 JA zu Vorhaben sagte, die schon im September selbst von der CDU abgelehnt wurde. Ebenso spricht Frau F. bereits 2002, als wirklich noch allles unklar war, im vorauseilenden Gehorsam von „Krankenhausbaumaßnahmen“ und setzt diese sodann in Beziehung zu andren „Sachzwängen“ wie z.B. der „Inanspruchnahmeder Liegewiese des KaiFu-Bades“ durch die Kirche, ein „Anspruch“, den kurz darauf alle Parteien des Bezirks ablehnten, weil es wohl zu viel gewesen wäre, gleichzeitig JA zur Bebauung des Sparbier-Sportplatzes UND zur Bebauung des benachbarten Schwimmbades zu sagen. Und in beiden Fällen auch noch durch die Kirche, die übrigens in Eimsbüttel kaum noch Mitglieder hat: 30 Prozent der Bevölkerung in Eimsbüttel sind offiziell noch protestantisch – Tendenz fallend. Nur noch 2 Prozent davon gehen in die Kirche.] 

[Hinweis: Der Senat antwortete erst im Jahr 2004. Siehe dazu die Dokumentation unter „Presse 2004“] 

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■ ■ Liegewiese statt Kirche:

2002: Die geplante Bebauung der Schwimmbad-Liegewiese gegenüber der Christuskirche mit einem kirchlichen Bildungszentrum. Zusammen mit der geplanten Bebauung des Sparbier-Sportplatzes (der am anderen Ende des Schwimmbades beginnt)war das etwas viel Negativwerbung für die merkantilen christlichen Aktivitäten. 

Luftbild von 1970: Auf der Wiese, auf der die Ev. Landeskirche 2002 bauen wollte, stand in den 1970er Jahren noch das Eingangsportal des in der Nazi-Zeit gebauten (und mit entsprechenden Skulpturen versehenen) Freibades. 

Hamburger Morgenpost, 9. Juni 2001
• Kirche will Wiese schlucken
An der Christuskirche soll ein neues Kirchen-Zentrum entstehen. Zwei neue Gebäude sind geplant, der Weidenstieg soll in einen Kirchplatz übergehen. Der Bunker gegenüber der Christus-Kirche wird abgerissen, an seine Stelle kommt ein fünfstöckiges Medienhaus. Und auf der Wiese des Kaifu-Bades entsteht ein viergeschössiger Bau. Die Stadtplaner des Bezirks freuen sich schon auf die Anlage. Die Kaifu-Liegewiese würde dem 60 Meter langen Gebäude jedoch zum Opfer fallen. „Auf diese Wiese legt sich doch kaum jemand hin“, beschwichtigt Stadtplaner Reinhard Buff vom Bezirksamt, und auch der Extra-Schatten durch das neue Gebäude sei minimal. Buffjedenfalls [ein zynisch gewordener Ex-Maoist mit mittlerweile rotgrünem Mittelschichten-Habitus:http://www.brigitte.de/frau/familie/elternzeit_maenner/index.html?p=2 – ] unterstützt das Vorhaben der Kirche: „Eine städtebaulich schöne Maßnahme: Von der Aufwertung des Platzes vor der Christus-Kirche dürfte auch das benachbarte Kaifu-Bad profitieren.“

Hamburger Abendblatt, 14. Mai 2002
• Protest gegen Nordelbische Kirche
Auf dem Freibadgelände tummeln sich bei gutem Wetter bis zu 5000 Besucher pro Tag. Jetzt plant die Stadt, Teile der Liegewiese zu verkaufen. Die Nordelbische Kirche (NEK) will auf dem Gelände rund um die Christuskirche für 15 Millionen Euro ein Kirchenzentrum errichten. Oberkirchenrat Triebel sieht in Eimsbüttel den perfekten Standort für die Dienste der Kirche: „Gemeinsam mit den Anwohnern wollen wir ein tolles Projekt im Stadtteil aufbauen“. Dazu will die Kirche am Weidenstieg zwei sechsstöckige Gebäude errichten, u.a. für christliche Medienverbund. Geplant ist auch eine Tiefgarage. Neben den 2500 Quadratmetern Liegewiese soll auch der alte Bunker am Weidenstieg weichen. Die Pläne des Architektenbüros Stölken + Schmidt sehen vor, das gesamte Areal „gestalterisch aufzuwerten“. „So könnten wir einen neuen Stadtplatz im Quartier schaffen“, sagt Architektin Nicole Stölken. Die Eimsbüttler aber wollen lieber ihre Liegewiese behalten, sagt z.B. Maren Barez, die Unterschriften gegen das Bauvorhaben sammelt. Ende 2005 laufen die Pachtverträge für die Wiese aus, dann entscheidet die Stadt, was aus der Fläche wird.


Der Weidenstieg mit Christuskirche sowie Bunker & Schwimmbad – beides aus der Nazi-Zeit

Hamburger Abendblatt, 17.September 2002
• Die Kirche ist enttäuscht
Die große Wiese am Kaifu-Bad soll erhalten bleiben. SPD, GAL und CDU im Bezirk sind sich einig: Gemeinsam lehnen sie eine Bebauung der 2500 Quadratmeter großen Liegewiese am Weidenstieg ab. „Wir unterstützen die Forderungen der Bürger“, sagt Andreas Köppen (SPD). Und Birgit von Klinggräff von der Eimsbütteler CDU verspricht: „Die Wiese bleibt.“ Die Kirche ist enttäuscht über so viel Ablehnung. „Wir wollen uns nicht aufdrängen, sondern das Leben am Weidenstieg mit unserem Angebot bereichern„, sagt der Oberkirchenrat.

Zu anderen Bebaubungsaktivitäten am Isebekkanal-Ufer (Erweiterungsbau des Gymnasiums und neue Kita. Die Erfindung der „Ise-Promenade“ durch die SPD. Bebauung Ecke Osterstraße/ Bismarckstraße.) siehe hier. 
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Natürlich gibt es einen Gesundheitsmarkt, werden Medikamente verkauft, bekommen Ärzte Honorare etc. Also ist Gesundheit eine Ware. Was denn sonst? Nur Krieg und die Strafjustiz sind in der warenproduzierenden Gesellschaft keine Waren. Das müsste doch gerade die PDS wissen. Will sie aber nicht. Stattdessen mixt man Kant und Christliches zu „Gesundheit ist keine Ware“.

PDS, Mai 2002
www.pds-hamburg.de/landesinfo/02-05/
„Gesundheit ist keine Ware!“

■ Die Auseinandersetzung um Gesundheitspolitik und um die Privatisierungspläne des Hamburger Senats wird eine der Hauptauseinandersetzungen im Jahr 2003 in unserer Stadt werden. Das wurde auf einer Veranstaltung der PDS AG Betrieb & Gewerkschaft Hamburg am 19. November 2002 im Curio-Haus deutlich. Mit dabei: Wolf-Rüdiger Felsch, bei VERDI-Hamburg verantwortlich für Grundsatzpolitik, Ulli Schnee, Mitglieds des Gesamtpersonalrats des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) sowie als Sprecherin der PDS-AG Betrieb & Gewerkschaft Sabine Wils.
Der gegenwärtige Hamburger Senat hat die Privatisierung zu einem Kernstück seiner Politik gemacht. Insgesamt 12 Milliarden DM sollen dadurch eingenommen werden. Die geplanten Privatisierungen schaden den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt. Das wird schon bei den geplanten Privatisierungen der Schuldnerinnen- bzw. Schuldnerberatungen der Bezirksämter (dagegen läuft gerade eine Unterschriftensammlung von ver.di) und der Berufsschulen deutlich.

Man müsse auch zur Kenntnis nehmen, dass diese Privatisierungsideologie nicht an Parteigrenzen Halt mache, was man in Hamburg sehr gut an der Politik des vorhergehenden SPD/GAL-Senatsbeweisen könne. Aber auch der gegenwärtige SPD/ PDS-Senat in Berlin liefere derzeit nicht den geringsten Anhaltspunkt für eine andere Politik. [so ist es].

Ulli Schnee mahnte die Linken, nicht zu vergessen, dass öffentliche Krankenhauspolitik im eigentlichen Sinne schon seit 1974 nicht mehr stattfindet, seit die damalige SPD-geführte Bundesregierung mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz durchgesetzt habe, dass für die Finanzierung der Krankenhäuser nur noch die Krankenkassen zuständig seien und staatliche Stellen maximal für die Infrastruktur. (…)

Gerade hatte Finanzsenator Peiner vor dem Haushaltsausschuß deutlich gemacht, dass er Kurs auf eine mehrheitliche Privatisierung des LBK nimmt (Die Welt vom 12.9.2002), da äußerte sich der SPD-Gesundheitsexperte und Bürgerschaftsabgeordnete Mathias Petersen,dass sich die SPD mit diesem Vorhaben des Senats anfreundenkönne. Auf der Veranstaltung der AG Betrieb & Gewerkschaft wurde von anwesenden SPD-Mitgliedern bestätigt, dass dies mittlerweile auch die Position der SPD-Bürgerschaftsfraktion sei.
Mit anderen Worten: Die SPD in der Bürgerschaft stellt in dieser Frage den Schulterschluss mit Beust, Schill und Lange her! Das macht den außerparlamentarischen Druck noch wichtiger! [richtig].

Nachbemerkung: Ein weiteres Beispiel für die Benachteiligung Öffentlicher Daseinsvorsorge im Gesundheitswesen dieser Stadt zugunsten privater und kirchlicher Träger kann man derzeit im Bezirk Eimsbüttel beobachten. Dort sollen trotz bereits jetzt bestehender Unterversorgung des Bezirks mit Sportplätzen die öffentlichenSparbier-Sportplätze an der Bundesstr. mit einem christlichen Krankenhaus bebaut werden (also in bester Lage). Das, obwohl gerade kirchliche Einrichtungen wie die Diakonie, am Rande des Bezirks Eimsbüttel über mehrere Möglichkeiten verfügen, solche Einrichtungen zu bauen. Aber auch dagegen wurde bereits eineVolksinitiative [!] in Eimsbüttel aktiv.

[Volksinitiative ??? Wir sind NICHT das Volk! Teile des „Volkes“ sind sogar gegen uns! Anm. Ini]

FSK Fussball-Cup 
Am Samstag, den 22. Juni 2002, findet auf den Sparbier-Plätzen an der Bundesstraße das alljährliche Turnier der Freizeitfußballteams um den „August-Postler-Pokal“ statt. Stilsicher wählte vor zwei Jahren eine Delegation des Freien Sender Kombinats in einem Fachgeschäft den Siegerpokal aus. Als Stifterin dieses Cups emfiehlt das FSK den Besuch dieser Sportveranstaltung. Turnierbeginn ist um 9.00 Uhr.


24.10.2002

■ ■ Der unterirdische Sportplatz:


21. Mai 2002

100 Millionen Euro für Diakonie-Klinikum
Für das geplante Diakonie-Klinikum, das aus einem Zusammenschluss der evangelischen Krankenhäuser Elim, Alten Eichen, Bethanien und Jerusalem entstehen soll, ist jetzt ein Standort gefunden. Das Klinikum mit 542 Betten soll auf den beidenSportplätzen des Eimsbütteler Turnvereins neben dem Elim-Krankenhaus gebaut werden, meldet die „Welt am Sonntag“. Der Sportverein erhält im Gegenzug eine unterirdische Halle mit drei Spielfeldern. Die Kosten für das bis 2005 fertig gestellte Objekt: rund 100 Millionen Euro.

… und schon von den Tatsachen überholt: Das Abendblatt im unten stehenden Jubelartikel: “Eine Zusammenlegung von Elim, Bethanien, JERUSALEM und Alten Eichen ist sicher.“ Jedoch: Das Krankenhaus Jerusalem ist nicht mehr dabei! Aus Gründen, die den im Text angeführten „Gründen“ für eine Fusion widersprechen. Der Rückzieher des Jerusalem-Krankenhauses widerlegt also die „Beweisführung“ des Abendblattes. Das führt aber nicht zu einer Richtigstellung. 


29. Mai 2002

Diakonie-Klinik: Eine Zusammenlegung von Elim, Bethanien, JERUSALEM und Alten Eichen ist sicher. Jetzt geht es um den Standort.
Die Verantwortlichen der vier Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen sind sich einig: Einer Fusion zum Diakonie-Klinikum steht nichts mehr im Wege. „Wir würden am liebsten morgen beginnen“, sagt Elim-Geschäftsführer Karl-Heinz VORWIG.
„Nur der ENDGÜLTIGE STANDORT MUSS NOCH GEFUNDEN WERDEN.“ GINGE ES NACH den Krankenhäusern, wäre das EINER der Sportplätze neben dem Krankenhaus Elim. 

Eine erste MACHBARKEITSSTUDIE zeigt ein 125 Meter langes und 15 Meter breites Hauptgebäude an der Straße Hohe Weide. Vier jeweils 60 Meter lange Gebäudeteile erstrecken sich rückwärtig über den jetzigen Sportplatz des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV). [Der Platz gehört NICHT dem ETV, er ist ÖFFENTLICH]. Unter dem Bauwerk sollen auf zwei Ebenen 540 [?] Tiefgaragenplätze entstehen.

Und als Ersatz für den verloren gegangenen Sportplatz würdenUNTER DEM ZWEITEN PLATZ drei unterirdische Sporthallen gebaut. Das SPIELFELD soll sich AUF dem leicht ERHÖHTEN DACH befinden, das den Einfall VON TAGESLICHT ermöglicht.

Davon, so die Leiter der Krankenhäuser, WÜRDE auch der ETV [dem der Platz nicht gehört] PROFITIEREN, weil er ER die Anlage NICHT NUR BEI GUTEM WETTER, sondern ganzjährig nutzen könnte. „Aber“, sagt Torsten Schweda, Vorstand in Alten Eichen, in dem Bemühen, der Politik nicht vorzugreifen,

„der Bau eines Klinikums WÄRE AUCH in ALTEN EICHEN MÖGLICH, wenn der Sportplatz nicht bebaut werden KANN.“ 

Geplant ist auf jeden Fall, die 722 Betten der vier Krankenhäuser durch 542 Klinikbetten, die effektiver genutzt werden, zu ersetzen. Ein [offizieller] Grund: Allein könnte keines der Krankenhäuser wirtschaftlich bestehen. Aber auch die Häuser, die nicht direkt an das neue Klinikum anschließen, werden in das Konzept einbezogen. So soll Bethanien ein tagesklinisches Zentrum mit 80 Plätzen werden. Und auch die Häuser Alten Eichen und Jerusalem sollen für Pflege oder Rehabilitation genutzt werden.

Doch vor allem steht die Standortfrage. und über die WIRD SEIT ZWEIEINHALB JAHREN GESTRITTEN. 

Im November 1999 hatte der damalige kaufmännische Direktor des Elim-Krankenhauses, Otto Buchholz, einen Neubau seiner Klinik in Aussicht gestellt. SCHON DAMALS LIEBÄUGELTE er mit den SPORTPLÄTZEN als BAUFLÄCHE. 

An den Verhandlungen zwischen den Krankenhäusern Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen über eine Fusion zum „Diakonie-Klinikum“ beteiligte sich das Elim nach anfänglichen Kontakten zunächst nicht mehr. [Obwohl doch angeblich ohne Fusion die Pleite droht!]

Begründung: DIE GESUNDHEITSBEHÖRDE FAVORISIERTE DEN STANDORT ALTEN EICHEN für das Diakonie-Klinikum, BUCHHOLZ wollte ABER VON ANFANG AN seinen EIMSBÜTTELER STANDORT DURCHBRINGEN. 

Ein knappes Jahr später wurden dann die Standorte Jerusalem-Krankenhaus und Alten Eichen geprüft,
schließlich legte sich die zuständige Behörde
für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BAGS)

wegen der besseren baulichen Bedingungen auf den Standort Alten Eichen fest. 

Kritiker warfen der damaligen Gesundheitssenatorin Karin Roth (SPD) vor, das Klinikum absichtlich in der Nähe des christlichen Albertinenkrankenhauses platzieren zu wollen, um eine „Konkurrenzsituation“ zu schaffen.
Der CDU-Gesundheitsexperte Dietrich Wersich sagt dazu rückblickend: „Ich glaube, dass der Standort Eimsbüttel gar nicht genug geprüft wurde, dabei ist er auf Grund seiner Lage [!] die bessere Wahl.“

Vor zwei Wochen dann ein weiterer entscheidener Schritt auf dem Weg zum Standort Eimsbüttel [auf dem öffentlichen Sportplatz]: In einem Antrag forderten

Gesundheitspolitiker von CDU, FDP und der Partei Rechtsradikale Offensive 

den Senat auf, den Standort des neuen Klinikums unter dem Gesichtspunkt einer „wohnortnahen Krankenhausversorgung“ [Stellingen ist kein Wohnort?] zu überprüfen. Unmissverständlich heißt es in dem Antrag, dass es im [weit entfernten] Albertinen-Krankenhaus ein ähnliches Leistungsangebot wie im geplanten Diakonie-Klinikum gebe und dass beim Festhalten am Standort Alten Eichen ein „ruinöser Wettbewerb“ [!] zwischen beiden Krankenhäusern drohe. Ein klares Votum für Elim [für den Bau auf dem öffentlichen Sportplatz].

Aber jetzt droht ÄRGER von anderer Seite. Lutz Harnisch-Schwerdt, Geschäftsführer des Eimsbütteler Turnerverbandes (ETV)sagt: „WIR LEHNEN DEN STANDORT an der Hohen Weide KOMPROMISSLOS AB.“ Alle Mittel würden jetzt ausgeschöpft, um die Sportflächen zu erhalten. Der ETV: „Wir denken an ein BÜRGERBEGEHREN, und der Sportbund soll Druck machen.“ 

Text: Karsten Broockmann, Matthias Schmoock

[Harnisch-Schwerdt zitieren wir besonders gerne: Bevor er von Konkurrenten aus dem Verein geworfen wurde, war er unser schärfster Gegner im ETV. Nur vier Wochen nach seiner „kämpferischen“ Stellungnahme, trat er für das Gegenteil ein. Wodurch auch immer dieses Wunder bewirkt wurde…] 

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31. Mai 2002
Großklinik: Debatte um den Standort
Der Standort des geplanten Diakonie-Klinikums bleibt umstritten. CDU-Gesundheitsexperte Dietrich Wersich warf dem alten SPD-Senat vor, den Stadtteil Eimsbüttel mit der Entscheidung für den Standort Alten Eichen „entblößt“ zu haben. Auf die Belange der Bürger dieser dicht besiedelten Gegend sei keine Rücksicht genommen worden [!], letztlich würde von der Entscheidung für Alten Eichen nur der Landesbetrieb Krankenhäuser profitieren. 
Mathias Petersen (SPD) stellte fest, dass Elim [der Sportplatz] letztlich zwar der richtige Standort sei, die Finanzierung des Großklinikums an dieser Stelle jedoch völlig unklar sei. Petersen: „Ob Sie diesen Antrag nun stellen oder die Linde rauscht – sagen Sie lieber erst mal [?], wie das Ganze überhaupt bezahlt werden soll.“ Auch die GAL -Abgeordnete Dorothee Freudenberg, Wieland Schinnenburg (FDP) und Wolfgang Barth von der Schillpartei sprachen sich für den Bau auf dem öffentlichen Sportplatz aus.
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Eimsbütteler Wochenblatt, 12. Juni 2002
■ ETV lehnt Diakonie-Pläne ab
Die Geschäftsführung des Elim Krankenhauses setzt sich dafür ein, dass auf einem der beiden Sportfelder des Sparbierplatzes ein zentrales Diakonie-Klinikum gebaut wird. Als [!] liegenden Sportplätzen entstehen. Der Eimsbütteler TV – unter den vielen Nutzern der größte Einzelnutzer der Sportfelder – lehnt diese Lösung ab und will notfalls ein Bürgerbegehren einleiten. [Immerhin kein „Vereinsbegehren“: der öffentliche Status des Platzes ist Anfang 2002 auch dem ETV noch bewusst]. „Wer soll denn die Bälle holen?“, mokiert sich Geschäftsführer Hanisch-Schwerdt über den Architektenentwurf, der ein „höhergelegtes“ Spielfeld vorsieht. Auch der Schüler Paul, der beim ETV in der F-Jugend spielt, sieht sich um sein Nachmittagsvergnügen gebracht. „Wir treffen uns nach der Schule zum Bolzen auf dem Platz“, sagt er. Der Sparbier-Platz istöffentlich zugänglichan der Hohen Weide befindet sich ein Extra-Eingang. Die neue Sportanlage wäre für die Kinder aus dem Stadtteil abgeschottet, befürchtet auch sein Vater. Für Karl-Heinz Vorwig (Elim Krankenhaus) sind die Probleme lösbar. Der geplante viergliedrige Bau des Diakonie-Klinikums sei nur ein erster Entwurf. Derzeit wird in den Fachbehörden um eine Lösung gerungen. Für den Neubau des Klinikums müsste der Bebauungsplan geändert werden.

Die Welt, 14. Juni 2002
■ Diakonieklinikum drängt ins Zentrum 
Das Krankenhaus Elim möchte im Verbund mit den Krankenhäusern Jerusalem [inzwischen ausgestiegen], Bethanien und Alten Eichen, mit denen zum 1. Januar 2003 eine Fusion geplant ist, ein neues Diakonieklinikum bauen. Und zwar nicht, wie ursprünglich [im Krankenhausplan!] vorgesehen [gesetztlich fixiert!], auf dem Gelände des Krankenhauses Alten Eichen, sondern am Standort von Elim an der Hohen Weide. Darüber sind sich die vier Fusionspartner einig, die an der neuen Klinik zu je 25 Prozent beteiligt wären.

Anlass für die Änderung bei der Standortplanung ist die Adresse: Während Alten Eichen in weniger besiedeltem [in Wirklichkeit stark wachsenden] Gebiet und nahe des Albertinen Krankenhauses residiert, liegt Elim mitten im dicht [von vielen Besserverdienenden] bewohnten Eimsbüttel. Ein Grundstück haben die Planer auch schon im Auge – die [unter anderem] vom Eimsbütteler Turnverein (ETV) genutzte öffentliche Sportfläche neben der Klinik. Nach einer Machbarkeitsstudie, die der WELT vorliegt, könnte auf dem öffentlichen Sportplatz an der Straße Hohe Weide das neue christliche Klinikum mit 542 Betten errichtet werden. Eingeschlossen wäre eine Tiefgarage mit 540 [!?] Plätzen, auch für den Bezirk eine Entlastung. Daneben würden die [privaten] Bauherren auf der Fläche des zweiten Sportplatzes eine Sporthalle errichten, die nur mit einem Lichtband aus dem Boden ragtund auf deren Dach erneut einen Sportplatz anlegen.

→ Über die Umnutzung [!] der Fläche werden gegenwärtig [weil unter dem Rechtssenat die Lage einmalig günstig ist mit dem ETV Geheim-] Gespräche geführt“, sagte Elim-Geschäftsführer Karl-Heinz Vorwig.

→ Klinikverbünde wie die geplante Fusion seien erst der Anfang einer bundesweiten Entwicklung, erklärte Otto Buchholz, Elim-Geschäftsführer und Vorsitzender des Evangelischen Krankenhausverbandes.„Wir diskutieren sogar einen überregionalen, vielleicht als Aktiengesellschaft geführten Konzern der evangelischen Krankenhäuser.“

Hamburger Morgenpost, 14. Juni 2002
■ Pläne für eine neue Superklinik 
An der Hohen Weide in Eimsbüttel wird am Wochenende gefeiert: Der 75. Geburtstag des Krankenhaus Elim steht ins Haus. Es wird aber nicht nur in Erinnerungen geschwelgt – die Zukunft soll Großes bringen. Die evangelischen Krankenhäuser Alten Eichen, Jerusalem, Bethanien und Elim wollen, wie berichtet, schon zum 1. Januar 2003 den Zusammenschluss zu einem Diakonie-Klinikum mit insgesamt542 Betten unter Dach und Fach bringen. Über den Standort sind sich die Kliniken einig: Das Elim, Hohe Weide – im Herzen Eimsbüttels.
Politisch ist das noch ungeklärt: Der Beschluss des ehemaligen rot-grünen Senats, das Klinikum am Standort des Krankenhauses Alten Eichen in Stellingen zu errichten, war (a) wegen der dezentralen [!?] Lage und (b) der Nähe zum Albertinen-Krankenhaus bei den Trägern auf wenig Begeisterung gestoßen. Die neue Regierung denkt unter dem Gesichtspunkt „wohnortnaher Krankenversorgung“ erneut über den Standort Elim nach, zudem bei einem Klinikum in Stellingen auch ein ruinöser Wettbewerb [?] mit dem benachbarten [baptistischen] Albertinen-Krankenhaus zu befürchten wäre. Die Diakonie [es ist nicht „die Diakonie“] hofft, dass sie vom neuen Senat grünes Licht bekommt, den Klinikneubau auf einem der beiden benachbarten öffentlichen Grandsportplätze errichten zu können. Der Eimsbüttler Turnverband (ETV) würde ersatzweise unter dem anderen Platz einen unterirdischen Hallenkomplex [!] mit drei Spielflächen bekommen. Die Halle solle einen Meter aus dem Boden herausragen und so für genügend Tageslicht sorgen. Unter dem Klinikneubau sollen außerdem 540 [?] Stellplätze entstehen.

Eimsbüttler Wochenblatt, 11. Juli 2002
Alle Parteien für die öffentliche Sportfreifläche

■ Zum Neubau des Diakonie-Krankenhauses auf dem Sparbier-Sportplatz neben dem Elim-Krankenhaus gibt es eine Entscheidung. Im Stadtplanungsausschuss waren sich alle Parteien einig, der Sportplatz muss erhalten bleiben. Hintergrund der Zusammenlegung der [damals noch] vier Diakonie-Krankenhäuser sei der Abbau der Bettenkapazitäten, erläuterte Gesundheitsdezernent Uwe Czaplenski.Man habe verschiedene Standorte in Eimsbüttel für ein zentrales Krankenhaus geprüft und sich für „Alten Eichen“ in Stellingen entschieden. Dies habe man Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei) übermittelt. „Ein Neubau auf dem Sportplatz ist aus bezirklicher Sicht nicht tragfähig“, stellte Baudezernent Reinhard Buff fest, „Aus Kostengründen ist ein Andocken an ein bestehendes Krankenhaus vorgesehen“. Till Steffen (GAL) wandte sich wie Jörg Pillatzke (Schill-Partei) gegen eine Sportplatz-Bebauung. Pillatzke von der Schill-Partei schlug vor, das Jerusalem- bzw. Elim-Krankenhaus abzureißen, um so Baufläche zu gewinnen. „Dies ist alles geprüft worden“, so Czaplenski. Der Platz reiche jedoch [für 600 Betten] nicht aus. Andreas Koeppen (SPD) lehnte eine zentrale Klinik am Standort Elim ab. „Der Sportplatz darf aus unserer Sicht nicht bebaut werden“, betonte auch Olaf Ohlsen (CDU). Bis auf einige Enthaltungen stimmte der Ausschuss für den Standort „Alten Eichen“ und somit für den Erhalt der Sportplätze an der Bundestraße.

Nachträgliche Anmerkungen zu dieser eigenartigen Meldung:

• Unsere Initiative ist gegen die Bebauung der öffentlichen FreiflächeSparbiersportplatz. Wir haben dabei stets gesagt, dass es uns völlig gleichgültig ist, wenn christliche Kliniken fusionieren und deshalb auf ihren EIGENEN Grundstücken neu bauen wollen. Der alte Plan der SPD sah dazu das Diakoniekrankenhaus Alten Eichen vor. Es gab aber in der Diakonie selbst auch immer schon die Option, eines ihrer Krankenhäuser abzubrechen und dort neu zu bauen. In beiden Optionen sehen wir nur weitere Beweise dafür, dass es auch in dieser Hinsicht keinen „Sachzwang“ gibt, den Sparbierplatz zu bebauen. Wir wissen, dass die Diakonie nicht ins Zentrum von Eimsbüttel drängt, um dort einen „Bedarf“ zu decken. Aber auch wenn diese Lüge politisch unterstützt wird, bliebe die Möglichkeit, zum Beispiel auf dem Elim-Gelände zu bauen.

• Bis Sommer 2002 ging es jedoch in der Auseinandersetzung zwischen Rechts-Senat und den gerade von der Macht verdrängten Sozialdemokraten noch „ums Prinzip“. Die SPD, die ihre Position im Bezirk Eimsbüttel hatte halten können, versuchte zunächst noch ihre aus ihrer Regierungszeit stammende Planung von Eimsbüttel aus zu verteidigen. Sie lehnte deshalb damals noch JEDES Argument ab, das den Standort Stellingen hätte in Frage stellen können. Sie wollte nicht nur den Sportplatz nicht bebaut sehen, sondern auch von der Möglichkeit eines Abbruchs der vorhandenen Kliniken nichts wissen.

• In dieser Situation wollte selbst die Eimsbütteler CDU das Risiko nicht eingehen und eine Bebauung der Sportplätze fordern. Sie verzichtete daher darauf, das Programm des Schillpartei/CDU-Senats auf Bezirksebene umsetzen zu wollen.

• Anders war es hingegen beim Eimsbütteler Ableger der rechtsradikalen Schillpartei. Dort fand man, dass die Parteilinie auch vor Ort verteidigt werden muss und machte daher den Vorschlag, das DKH Elim (Hohe Weide) oder das Jerusalem (Moorkamp, also um die Ecke) abzubrechen und dort das neue Diakonieklinikum zu bauen.

• Auf diesen Coup antwortete nun der Sozialdemokrat UweCzaplenski vom Gesundheits – und Verbraucherschutzdezernat des Bezirks mit der Behauptung, nach den Berechnungen der Behörden passe das geplante Klinikum ohnehin nicht auf diese Grundstücke. Die SPD gab damit allerdings zu, dass diese Option real existiert und dass sie sogar durchgerechnet wurde. Als die SPD dann kurz darauf selbst den Standpunkt des Rechts-Senats übernahm und für eine Bebauung der Sportfreifläche plädierte, wurde die alte Berechnung der Grundstücksgrößen nie mehr erwähnt.

• Doch der damalige Einwand bezog sich auf den Planungsstand von 2002, als noch VIER Kliniken zusammengefaßt werden sollten und das geplante Diakonieklinikum noch für 600 Betten konzipiert war. Heute sollen sich hingegen nur noch drei Kliniken mit kaum mehr als 300 Betten zusammenschließen. Anders gesagt: Die Berechnungen von damals würden heute beweisen, dass all jene, die nun behaupten, das Diakonieklinikum müsse ins Kerngebiet von Eimsbüttel, keineswegs begründen können, warum es dann auf den Sportplatz „muss“!

• Der Vertreter der Schillpartei im Bezirk wollte damals mit dem Argument, man könne auf dem Elim-Gelände bauen, die Ansiedlung des Diakonieklinikums im Kerngebiet von Eimsbüttel doch noch durchsetzen. Da er es aber nicht wagte, eine Bebauung des Sportplatzes zu fordern, verfiel er auf die Abrissidee.

• Die SPD-Verwaltung wollte hingegen auf keinen Fall im Kerngebiet bauen, weshalb sie die öffentliche Freifläche zum Tabu erklärte und zugleich erklärte, das Klinikum passe nicht auf die vorhandenen Klinikflächen.

• Heute wollen (fast) alle Parteien, was damals im Bezirk nur die Schillpartei wollte – das Diakonieklinikum im Kerngebiet bauen. Aber das damals gegen Schill gerichtete Argument, dieser Neubau passe nicht auf die vorhandenen Flächen, hat nun seine Funktion geändert. Obwohl sich die Rahmendaten geändert haben, wird damit heute begründet, warum man den Sportplatz bebauen „muss“.

• Die Pointe: jetzt will auch die SPD das Elim-Krankenhaus abreißen lassen, aber nicht um dort das neue Klinikum zu bauen, sondern um dort ein privates Geschäftshaus zur errichten, während das DKH auf den Sportplatz soll. Damals sagte der Sozialdemokrat Reinhard Buff: „Ein Neubau auf dem Sportplatz ist aus bezirklicher Sicht nicht tragfähig!“. Heute vertritt er, obwohl sich an den Eckdaten nichts geändert hat, das genaue Gegenteil. Doch mit dieser Feststellung kann man einen echten Sozialdemokraten nicht wirklich treffen. Wir wollten es trotzdem fürs Protokoll festhalten.

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Die Unwahrheit in der Überschrift: „Elim-Gelände“ statt „Sparbier-Sportplatz“. Interessant auch der Satz, Sporttreibende erhielten „im Gegenzug“ ein Stück vom Elim! Findet da ein Tausch der Plätze statt? Und dann wird noch aus: „soll bekommen“ ein „bekommt“:

Hamburger Abendblatt, 16. Juli 2002
Eimsbüttel bekommt ein neues Krankenhaus. Der Bau soll auf dem Gelände der Elim-Klinik an der Hohen Weide entstehen.
■ Das geplante Diakonie-Klinikum soll jetzt doch im Herzen Eimsbüttels am Standort des Krankenhauses Elim gebaut werden. Darauf einigten sich die Verhandlungsführer von Behörden, Krankenhäusern und des Eimsbütteler Turnverbandes (ETV). Knackpunkt bei den Gesprächen waren bis zuletzt die von allen Beteiligten anerkannten Ansprüche auf Ersatzflächen für den Sport. Denn der Klinikneubau soll auf einem der bestehenden Sportplätzeentstehen.

Im Gegenzug erhält der ETV einen Platz auf dem jetzigen Elim-Grundstück [diese Volte haben wir unter „Aktuell“ am 26.4.2006 erläutert], außerdem soll eine neue Sporthalle auf dem zu errichtenden Klinikgelände [also auf dem Sportplatz] zur Verfügung gestellt werden. Einzelheiten müssen noch mit den politischen Gremien des Bezirks geklärt werden.

Mit dem Kompromiss sei nach jahrelangem Ringen „der Durchbruch gelungen“, sagte Elim-Geschäftsführer Karl-Heinz VORWIG. Er sei froh über den „Standort des bürgernahen Krankenhauses im Kerngebiet Eimsbüttel“. Der frühere rot-grüne Senat hatte das Krankenhaus Alten Eichen in Stellingen als Klinikstandort favorisiert, ein Beschluss, den die Träger jedoch wegen der Nähe zum Albertinen-Krankenhaus kritisiert hatten.

Zum 1. Januar 2003 soll der Zusammenschluss der evangelischen Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen zum Diakonie-Klinikum perfekt sein.

Die beteiligten Krankenhäuser rüsten sich für den zunehmend härteren Wettbewerb im Gesundheitswesen.

Auf Dauer hätte jede einzelne Einrichtung wohl wirtschaftliche Probleme bekommen.

[das ist Billig-BWL für den Abendblatt-Leser, hat aber mit dem Standort-Thema nichts zu tun. Das folgt jetzt im nächsten Satz:]. 

Der Standort Hohe Weide gilt den Klinikchefs auch wegen seiner zentralen Lage als vorteilhaft. 

Ende Mai waren in einer Machbarkeitsstudie Einzelheiten vorgestellt worden: ein 125 Meter langes und 15 Meter breites Hauptgebäude an der Straße Hohe Weide sowie vier jeweils 60 Meter lange Gebäude an der Rückseite auf dem jetzigen Sportplatz des ETV. Als Ersatz für den verloren gegangenen Sportplatz waren nach der Studie unterirdische Hallen geplant.

In den vergangenen Wochen hatten sich immer mehr Experten für den Standort Eimsbüttel ausgesprochen. Gesundheitspolitiker vonCDU, FDP und der Schill-Partei [und GAL!] hatten den Senat aufgefordert, den Standort des neuen Klinikums unter dem Gesichtspunkt der „wohnortnahen Krankenhausversorgung“ zu prüfen. Mit dem gestern getroffenen Kompromiss scheint nun auch geklärt, wie die Forderungen des Eimsbütteler Turnverbandes erfüllt werden können. (Rind)

Agaplesion AG gegründet

Währenddessen wurde in Frankfurt aus dem methodistischen Bethanien-Konzern heraus die Aktiengesellschaft Agaplesion gegründet. Aus verschiedenen Andeutungen des Elim-Geschäftsführers Otto Buchholz geht hervor, dass mit der Gründung dieser
AG die Erwartung verbunden war, die öffentliche Sportfreifläche Sparbierplatz doch noch bebauen zu können – mit Hilfe des neuen Rechtssenats, insbesondere mit Hilfe des CDU-Politikers und Ex-Bethanien-Arztes Dietrich Wersich. 

BUNDESANZEIGER ZENTRALHANDELSREGISTER
Bekanntmachung, 26. Juni 2002 (VÖ: 19.9.2002)
■ Agaplesion AG
Bekanntmachung: Gründung der Agaplesion Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt. (HRB 55321)


3. August 2002
Das Hamburger Diakonieklinikum als Teilprojekt einer zukünftigen evangelischen Krankenhaus-Aktiengesellschaft 
■ In Hamburg haben die Kliniken Elim, Bethanien, Alten Eichen und Jerusalem die Fusion beschlossen und einen Neubau am Standort Elim [auf dem Sportplatz] geplant. Für das Projekt gibt es jetzt grünes Licht sowohl aus der Gesundheitsbehörde als auch vom Eimsbütteler Turnverein (ETV), auf dessen [?] Gelände die neue Klinik entstehen soll. Als Schmerzensgeld bekommt der Verein [nicht die allgemeine Öffentlichkeit!] eine Sporthalle.

Treibende Kraft bei dem Klinikzusammenschluss war Otto Buchholz,der sich durch den Erfolg motiviert sieht, weiter zu denken.
„Unser Projekt kann der Anfang einer bundesweiten Entwicklung sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich evangelische Krankenhäuser zu einer großen Krankenhaus-Aktiengesellschaft zusammenschließen, um im Zuge des Privatisierungstrends eine Rolle spielen zu können. 
Immerhin ist jede achte deutsche Klinik ein evangelisches Haus.“ Wenn die Krankenhäuser nicht selbst tätig würden, käme die Konkurrenz. Ausländische Klinikbetreiber warteten nur darauf, sich in Deutschland zu engagieren.

Die Welt, 8. August 2002
Grünes Licht für Bebauung
Für das Diakonie-Klinikum auf dem Sparbiersportplatz gibt es jetzt [nach Geheimverhandlungen zwischen Agaplesion AG, Senat und ETV] grünes Licht sowohl aus der Gesundheitsbehörde [die über den öffentlichen Platz nicht verfügen kann] als auch vom Eimsbütteler Turnverein, auf dessen Gelände [es handelt sich um einen öffentlichen Platz. Der ETV ist nur einer von vielen Nutzern!] die neue Klinik mit 542 Betten entstehen soll. Als Schmerzensgeld bekommtder Verein [!] eine Sporthalle.

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Eimsbütteler Wochenblatt, 8. August 2002
Klinikbau auf dem Sparbierplatz beschlossen
■ Der Neubau auf dem Sparbier-Sportplatz an der Hohen Weide/Bundesstraße ist so gut wie beschlossen. Am 12. August trifft sich der Kreis der Beteiligten bei Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei). Dabei geht es um den Abriss der Tagesstätte für Obdachlose. Dort ist der Eingang des neuen Klinikums geplant. „Bis jetzt haben wir nur Entwürfe“, sagt Karlheinz Vorwig, Geschäftsführer des Elim Krankenhauses und zeigt auf die vier Riegel im Plan. Diese vier miteinander verbundenen, sechsstöckigen Häuser bilden das neue Klinikum. Im Riegel zur Bundesstraße wird zum Sportplatz hin eine Turnhalle integriert. Nach dem Abriss des Elim Krankenhauses werden zwei weitere Bauten in ähnlicher Form errichtet. „Wer z. B.in der Schlankreye einen Herzinfarkt erleidet, kann dann schnell behandelt werden“, sagt der Elim-Geschäftsführer.

■ Text: Arne Aumann, Mitglied im ETV-Vorstand, von Beruf Architekt. Er sitzt 2 Jahre später für den ETV in der Jury der Diakonie. Das Sportamt hat diese Darstellung im Jahr 2004 eine Lügegenannt. Die Wahrheit ist: Die Option, „Juniorpartner“ von Schill/CDU & Diakonie zu werden, hat im ETV-Vorstand bei den jungen Aufsteigern rechte Tendenzen verstärkt und die Phantasie in Gang gesetzt, man sei jetzt auch ein big player . (ETV-Magazin 11/2002)

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15.8.2002
Tagesstätte für Obdachlose in Eimsbüttel wird wahrscheinlich in Neubau der Diakonie-Klinik integriert.
■ Für die Obdachlosenstätte (TAS) an der Bundesstraße in Eimsbüttel zeichnet sich eine Lösung ab: Sollte das TAS-Gebäude dem Neubau des Diakonie-Klinikums weichen müssen, wird die Tagesaufenthaltsstätte wahrscheinlich in das Krankenhaus integriert.

Auf diese Möglichkeit haben sich alle Beteiligten bei einem Gespräch mit Gesundheitssentaor Peter Rehaag (Schill-Partei)verständigt.

Der Diakonie, die auch die TAS betreibt, ist es wichtig, deren Standort in Eimsbüttel zu erhalten, denn der sei unter den Obdachlosen bekannt. Um die 160 Menschen würden täglich das Angebot nutzen: Verpflegung, Duschen, medizinische und sozialpädagogische Beratung. Auch bei den AnwohnerInnen rund um die Bundesstraße sei die Tagesstätte akzeptiert, berichtet Diakonie-Vorstandsmitglied Ingo Habenicht. 
Dennoch muss das Gebäude, das die TAS seit 34 Jahren nutzt, wahrscheinlich abgerissen werden: Wenn die Krankenhäuser Elim, Jerusalem, Bethanien und Alten Eichen auf dem Grundstück Ecke Bundesstraße /Hohe Weide zu einem 500 Betten-Haus [?] zusammengelegt werden, bleibt für das denkmalschutzwürdige (?) Haus kein Platz.
Die TAS deshalb in den Klinik-Neubau zu integrieren, bietet laut Habenicht auch Vorteile für die Obdachlosen: Insbesondere könne deren medizinische Versorgung dadurch verbessert werden. [Werter TAZ-Journalist: man muss wirklich nicht jedes durchsichtige „Argument“ kolportieren. Dieser Satz ist doch einfach dahin gesagt. Er bedeutet NICHTS! Er hat mit der realen ärztlichen Versorgung nichts zu tun. Und wenn ein Obachloser zufällig neben einem schicken Behandlungszimmer steht, bedeutet das nicht, dass er da auch hinein kann oder will.]
Der Nachteil ist allerdings, dass die Kosten für die TAS erheblich ansteigen werden. Da deren jetziger Mietvertrag bereits 34 Jahre alt ist, zahlt die Diakonie nur eine Miete von rund 300 Euro pro Jahr an den Eigentümer, die Stadt. Im Neubau würden die erforderlichen rund 700 Quadratmeter zweifellos mehr kosten. Wer das bezahlt, ist eine der offenen Fragen, über welche die Diakonie in Kürze mit den Behörden verhandeln wird.

• Hinweis: → Die Tagesstätte für Wohnungslose (TAS) in der Bundesstraße 101 (Ecke Hohe Weide) liegt praktisch auf dem äußersten Ende des Sparbier-Sportplatzes. Irgendwann wurde das frühere Hitler-Jugend-Heim (!) unter Denkmalschutz (!) gestellt, eine in Hamburg verbreitete Praxis im Umgang mit dem Nazi-„Kulturerbe“. Heute erfahren dort die Wohnungslosen eine christliche Betreuung durch den Wohlfahrtskonzern Diakonie. Es war deshalb kein Problem für die Planer des Großklinikums, diese Einrichtung bei den Planungen etwas hin & her zu schieben. Die bei der Diakonie angestellten Leiter der Einrichtung werden in den Medien gerne als Gegner des Sportplatzes zitiert – allerdings ohne zu erwähnen, wer ihr Arbeitgeber ist. Was die Kosten betrifft, so wird das unter Männern beim Bier sicher problemlos geregelt. Kosten spielen bei einem Projekt wie diesem ohnehin keine Rolle. Deshalb kann die Agaplesion AG reihum teure Geschenke machen, zum Beispiel dem ETV eine Halle versprechen. Es ist ohnehin nicht ihr Geld, das sie da verschenkt. Auch die Zusatzkosten, die dadurch entstehen, dass man bei einem Bau an der Hohen Weide Tiefgaragen, Sporteinrichtungen und eine neue TAS finanzieren muss, → was in Alten Eichen nicht nötig gewesen wäre, sind kein öffentliches Thema. → Die Rhetorik vom SPAREN hat sich von den Tatsachen gänzlich emanzipiert. Man braucht sie eben für andere Zwecke. 


2. September 2002

Protest gegen Klinikum
Eimsbüttel: Initiative will Freifläche erhalten

■ Die Politiker sind sich einig, die Klinikchefs haben sich zusammengerauft, der Eimsbütteler Turnverband (ETV) gab seinen Protest auf – nun gehen Anwohner [*] gegen das in Eimsbüttel geplante Diakonieklinikum auf die Barrikaden. „Wir wollen ein Bürgerbegehren in die Wege leiten“, sagt Dorothea Liebing, die mit sieben Leuten die Initiative gestartet hat, „wir wehren uns gegen das Zubauen einer öffentlichen Freifläche.“ Zum ersten Treffen kamen 20 Anwohner [*], doch das soll erst der Anfang sein.
Bis zum Jahr 2005 sollen auf einem Sportplatz neben dem Elim-Krankenhaus zwischen Hohe Weide und Bundesstraße ein 125 Meter langes Hauptgebäude sowie vier jeweils 60 Meter lange Gebäude entstehen. 542 Betten soll die Klinik haben, für die sich die vier Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen zusammentun. Unter dem Neubau soll ein Parkhaus mit 540 [?] Plätzen gebaut werden. Der ETV [dem der Platz nicht gehört] bekommt für den öffentlichen Sportplatz einen unterirdischen Hallenkomplex.

Die aus Sportlern, Anwohner, Zugereisten, Jugendlichen, Krankenhausbeschäftigten und anderen Interessierten bestehende und sich daher nicht als Anwohnerinitiative, sondern als oppossitionelle Gruppe verstehende „Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes“ [*] befürchtet zum einen den Verlust einer öffentlichen und daher frei zugängigen Fläche.

Wenig Verständnis für den Protest hat Hartmut Sauer, stellvertretender Leiter des Diakonischen Werks: „Bei großen Bauvorhaben gibt es halt immer Bürgerprotest.“ Es gehe darum, ein leistungsfähiges Krankenhaus „wohnortnah“ für die Eimsbütteler zu errichten, und das Parkhaus werde die Hohe Weide „enorm entlasten“. Zum Stand der Planungen sagte Sauer, die Finanzierung hänge jetzt vom Senat ab: „Es ist noch nicht alles im grünen Bereich.“

Nachtrag 2003: Sauer ist ein ganz in der reaktionären Diakonie-Tradition stehender Demagoge: er erwähnt nicht, dass man das DHK auf dem dem Elim-Gelände bauen könnte. „Proteste“ gelten bei der Diakonie seit 100 Jahren als Vergehen gegen die Staatsgewalt. Sauer wurde 2003 bei der Diakonie „vorzeitig verabschiedet“: „Diakon Hartmut Sauer (54), stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Hamburg scheidet zum Jahresende aus dem Diakonischen Werk aus. Sauer verhandelte einst erfolgreich mit der Stadt über die Absenkung [!] des [ohnehin minimalen] Eigenanteils bei den [zwangschristianisierten] Kindertagesstätten. 

[*] Anmerkung: An der Stelle der oben kursiv hervorgehobenen Passage heißt es im Original schlicht: „DIE ANWOHNERINITIATIVE“.

Kommentar: Wir sind keine „Anwohner“!
• Dass man sich nicht nur als „unmittelbar Betroffener“ – und daher natürlich auch bornierter – „Anwohner“ zu einem derartigen politischen Vorhaben äußern kann, geht den (übrigens ständig wechselnden) Schreibern und ihren Redakteuren einfach nicht in den Kopf. Manche hatten uns fest versprochen, uns nicht „Anwohnerinitiative“ zu nennen, um es dann am Schreibtisch doch wieder zu tun. Komisch nur: Ole von Beust, die Eimsbüttler SPD, die Diakonie etc. dürfen legitim DAFÜR sein, OHNE sich als „Anwohner“ ausgeben zu müssen.
Die Spielregeln scheinen also so zu lauten: Wer von „oben nach unten“ agiert, also als Großinstitution, als Politiker, als Unternehmer etc., wer also etwas abschaffen oder aufbauen oder neu einführen will, darf das in genau dieser Funktion auch tun.
Wer sich hingegen „von unten“ dagegen wehrt und insofern keine legitimierten Instanzen im Rücken hat, wer also GEGEN etwas ist, was Mächtigere wollen, kann und darf dies nur, indem er/sie sich als kleiner Bittsteller und engstirniger Betroffener präsentiert, der/die das GROSSE + GANZE nicht überblickt und in seiner Froschperspektive gefangen bleibt. Das wird dann „Anwohner-Initiative“ oder „brave Bürgerbittsteller-Initiative“ genannt. Man gilt dann als „engagiert“ und wird in der Abendpost lobend erwähnt. Solange man sein Anliegen als Partikularinteresse präsentiert, nicht zu renitent oder gar militant wird… 

Auf die Subjektpostition „der Anwohner“ bzw. „die AnwohnerInnen“ können sich offenbar alle politischen Strömungen verständigen. Die AnwohnerInnen verteidigen demnach die Idylle ihres „Quartiers“ gegen die Invasion des Parkplatzsuchverkehrs und auswärtigen Luxus. Das liest man nicht nur im Hamburger Abendblatt, sondern zum Beispiel auch im Periodikum der Roten Flora oder bei der Regenbogenfraktion:

→ 1. Rote Flora:
„Auch zahlreiche ANWOHNERINNEN UND NUTZERINNEN DER PARKINFRASTRUKTUR solidarisieren sich mit den Protesten“ („Zeck“ 131/2006, Zeitschrift der Roten Flora über die Proteste gegen die Privatisierung des Wasserturms im Schanzenviertel)

→ 2. Regenbogen:
„Für die ANWOHNERINNEN (!) in Eimsbüttel-Süd, im Schanzen- und Karolinenviertel ist der Sternschanzenpark das, was den ANWOHNERINNEN (!) am Stadtrand als Garten oder Terrasse zur Erholung dient. Nur öffentliche Sportanlagen haben für die Menschen in der Stadt eine ähnliche Bedeutung. Deren Flächen (so die SPARBIER SPORTPLÄTZE) sind in dem betroffenen Gebiet schon stark zu dichter Bebauung freigegeben. Die Entgrünung der inneren Stadt … greift die sozialen Interessen der Menschen an, die nicht mehrfach im Jahr in Urlaub fahren können…. Was „wellness“ für die wohlhabenden Schichten (?), ist für sie der oft tägliche Aufenthalt im Park, in einem öffentlichen Raum, der sogar – wie der Sternschanzenpark – seit 1955 planungsrechtlich entsprechend geschützt wurde. Doch wen juckt der rechtliche Schutz, wenn wieder einmal AUF KOSTEN DER BEVÖLKERUNG und ihres sozialen Vermögens privat Beute gemacht werden kann. (Man will dort) … ein Luxushotel ansiedeln, wo sich die Menschen einen zwar schmalen, aber stabilen Schutzraum gegen neoliberale Politik und gegen die völlige Verarmung schaffen konnten.“ (Regenbogen-Fraktion im März 2005 zu einem HOTELBAU IM STERNSCHANZENPARK, vgl: www. regenbogen-hamburg.de)

Wie hartnäckig dieses Problem ist, zeigt schon die nächste Meldung:

Hamburger Abendblatt, 4. Oktober 2002
Widerstand gegen Diakonieklinikum
■ Neue Probleme für die Planer des Diakonieklinikums an der Hohen Weide: Nachdem ANWOHNER ein Bürgerbegehren angemeldet haben, kommt jetzt auch aus den Eimsbüttler Gremien Widerstand. Till Steffen, GAL-Fraktionschef in der Bezirksversammlung, erklärte, bevor man den Plänen zustimmen könne, müsse auf die Kritik der Bürger eingegangen werden. Die ANWOHNER-Initiative fürchtet vor allem mehr Verkehr und den Verlust von Freiflächen. kst

• Daher noch ein Hinweis:

Wir sind GROßSTÄDTER und keine Landbewohner. Wir sind in der Lage, mit Verkehr zu leben. Dass wir (die wir hier verkehren, wohnen, Leute besuchen etc.) am Abend keinen Parkplatz bekommen, weil die Fitness-Sportler und die Krankenbesucher hier durchs Viertel cruisen, kann zwar nerven, gehört aber zu den Großsstadtphänomenen, mit denen wir umgehen können. So etwas veranlasst uns NICHT zu der Forderung „alle raus, die nicht von hier sind“. (Das Abendblatt würde das verstehen?). Wir lieben Freiflächen auch nicht ALS SOLCHE, sondern nur, wenn dort etwas los ist. Ihr Erhalt ist uns kein „Anliegen an sich“. Wir gehen ja auch ins Kino, das bekanntlich keine Freifläche ist. 

■ ■ Verstand & Verständnis

http://www.hkgev.de/presse/2002/20020903.htm
Hamburgische Krankenhausgesellschaft, 2.9.2002
Presserklärung

Kein Verständnis für den Protest der Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes.
■ Mit Unverständnis hat die Hamburgische Krankenhausgesellschaft auf die Ankündigung der Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes im Kerngebiet Eimsbüttel reagiert, den dort geplantenBau des Diakonieklinikums verhindern zu wollen. Prof. Heinz Lohmann, Erster Vorsitzender der HKG: „Krankenhäuser bilden das Rückgrat für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Gerade deshalb muss es im Interesse aller sein, auch eine WOHNORTNAHE Versorgung [auf dem wohnortnahen Sportplatz] sicherzustellen.“ Im übrigen würden Krankenhäuser [auf Fußballplätzen] von Anwohnern [und Sportlern] üblicherweise sehr geschätzt und im Fall des [methodistischen]Diakonieklinikums dürfte sich durch den Bau eines Parkhauses die örtliche Verkehrssituation eher verbessern. [Das ist einfach die Frechheit von Dummen, die Macht haben]. Zudem sei als Ausgleich für den Sportplatz ein EBENERDIGER Hallenkomplex vorgesehen. Lohmann: „Der Bau des Diakonieklinikums muss [kategorischer Imperativ!] im Interesse aller Eimsbüttlerinnen und Eimsbüttler jetzt zügig [zack, zack!] realisiert werden.“ BIS ZUM JAHR 2005 [!] SOLL auf einem der beiden Sportplätze das Diakonieklinikum mit insgesamt 542 [?] Betten entstehen. Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft unterstützt dieses Vorhaben mit Nachdruck. Die HKG ist der Dachverband der Krankenhausträger in Hamburg. Sie vertritt die Interessen von 41 öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern in Hamburg und Umgebung. Für Rückfragen wegen der falschen Jahresangabe „2005“ und der falschen Angaben über die Bettenzahl (542 statt 300) wenden Sie sich bitte an: Dr. Fabian Peterson, Pressereferent der Anwohnerinitiative „Hamburgische Krankenhausgesellschaft“.

Kommentar:

Weil der Entschluss zum Bau eines Krankenhauses auf einem Fußballplatz nicht auf Argumenten beruht, sondern auf Machtwillen & Konkurrenz, kann das Projekt mit „besseren Argumenten“ nicht gestoppt werden. Dass wir trotzdem argumentieren, liegt daran, dass wir unsere Welt, in der Denken und Freundlichkeit noch eine Rolle spielen, nicht aufgeben wollen. Ansonsten können wir nur die Widersprüche zwischen den Machern und ihren Institutionen nutzen. Und vielleicht den Umstand, dass diese sich nicht ganz willkürlich von der symbolischen Ordnung entfernen können, in der sie ihren Platz haben.

Senat & Agaplesion AG/ Diakonie beabsichtigen den Bau eines privaten Großklinikums in einem Wohngebiet, das wenige Freiflächen hat. Es gibt hier eine große Zahl von Schulen, deren Schüler häufig in der Bundestrasse mit Bussen ankommen. Es gibt das Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer, die Astrid-Lindgren-Förderschule in der Bundesstraße 94, die Emilie-Wüstenfeld-Schule in der Bundesstraße, das Wirtschaftsgymnasium an der Ecke Bundesstr./Schlankreye, außerdem weitere Schulen „um die Ecke“ (Gesamtschule Ida-Ehre-Schule in der Bogenstraße 34/36, das Helene-Lange-Gymnasium in der Bogenstraße 32, die Kielortallee-Grundschule), zudem die Handelsschule am Weidenstieg (praktisch neben dem jetzigen Elim). Außerdem existieren weitere große Institutionen mit erheblichen Publikumaufkommen, wie das Lehrerkolleg, das Jerusalemkrankenhaus, bislang auch das Elim-Krankenhaus, außerdem die Verwaltung der Jüdischen Gemeinde, die Christuskirche und die Synagoge. Hinzu kommen vielgenutzteFreizeiteinrichtungen wie die Kaifu-Lodge, das Kaifu-Schwimmbad, das Hallenbad, der ETV und natürlich der Sparbiersportplatz selbst. Schaut man sich ein Luftbild an, dann sieht man sofort, dass das bislang von Sport- und Freizeitanlagen und etwas Grün geprägte Areal zwischen Hohe Weide, Schäferskampallee, Weidenstieg und Bundestrasse das einzige etwas aufgelockerte Terrain in einem ansonsten dichten Häusermeer ist. Ein Terrain, das eben wegen dieser Schulen, Insitutionen und Sporteinrichtungen stark frequentiert wird, das zum Schulweg Tausender Schüler gehört und zugleich vom Publikumsverkehr der beiden bereits bestehenden Kliniken geprägt wird. Eine zusätzliche Bebauung von öffentlichen Freiflächen würde zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebensqualität vieler Leute führen: Was die Nachbarn betrifft: Verdichtung der Bebauung, größere Enge, Wegfall der letzten Stellen, an denen der Blick weiter als 100 Meter reicht, erhöhter Lärm durch Unfallwagen etc. Was die Schulen betrifft, so ist klar, dass Rettungswagen, Lieferverkehr und verstärkter Besucherverkehr größere Gefährdung zur Folge haben. Der Lärm wird auch die an der Bundestrasse liegenden Schulen treffen. Was die Sportler betrifft, so ist es keine Frage, dass der Wegfall eines Sportplatzes und die unvermeidlichen Einschränkungen, die ein von Krankenhausbauten eingeschlossener Restplatz nach sich zieht, eine Verschlechterung der Sportmöglichkeiten zur Folge haben wird. Kein Kunstrasen (über den es ohnehin verschiedene Meinungen gibt) und keine unterirdische Halle (die ja nicht für die Fußballer ist, die zu nutzen im Sommer zudem niemand Lust hat) wird das ausgleichen. Insgesamt würde durch den Bau der Diakonie der Zustand einer beklemmenden und Stress erzeugenden Enge hergestellt werden. Die irrationale Qualität dieses Vorhabens können sogar jene erkennen, die das Vorhaben voran treiben. Auch sie können kaum verbergen, dass ihnen der verrückte Charakter dieses Projektes bewusst ist, dessen bad vibes schon im Vorfeld die Stimmung vermiesen. Unser Einspruch gegen das Vorhaben der Diakonie ist daher mit einem spezifischen Macher-Zynismus konfrontiert, der mit einer den Verstand beleidigenden Frechheit und Habgier die Unvernunft zur betriebwirtschaftlichen Vernunft umdeuten will. Und zwar mit einer billigen Willkür, dass man sogar das Gefühl verspürt, selbst die BWL vor den Küchenweisheiten dieser Leute (z.B. über „optimale Betriebsgrößen“) in Schutz nehmen zu müssen. Aber das partikulare Interesse einer mächtigen Instanz kann sich, weil es von Macht gestützt wird, über die gesellschaftlich gültigen Standardvorstellungen von halbwegs bekömmlichem Wohnen hinwegsetzen. Man stellt die reaktionären Interessen der methodistischen Kirche so sehr über sonst für heilig erklärte Dinge wie Sport, dass man sogar die Legitimationsversuche, die solche Projekte meistens begleiten, unterlässst. Man hatte nicht einmal beabsichtigt, das Vorhaben überhaupt öffentlich zu rechtfertigen. Auf die üblichen Machbarkeitsstudien, Untersuchungen zum Verkehr etc., die eine finanzkräftige Institution ja leicht in ihrem Sinn beeinflussen könnte, hatte man einfach verzichtet. Man verteilte bereits den Spotplatz, als man noch nicht wusste, wie man in seinen Besitz kommen würde. Man plante schon „Lösungen“ für den ETV, als dieser von seinem Glück noch nichts wusste. Die „übrige Bevölkerung“ kam gleich gar nicht in den Szenarios vor. Von den Sportlern erwartete man keinen Widerstand, weil man die ETV-Geschäftsführung ja schon in der Tasche hatte. Wenn überhaupt, so hatte man höchsten mit einem kurzen „Aufschrei“ einiger Anrainer gerechnet. Denen kann man meistens mit einigen Tiefgaragenplätzen und drei neuen Bäumen den Mund stopfen. Den POLITISCHEN Zusammenschluss von Gegnern der Bebauung, die sich nicht in die Ecke „Anwohnerinitiative“ oder „Sportlerinitiative“ abschieben lassen, hatte man jedenfalls nicht erwartet. Deshalb stellt sich nun die Welt aus der Perspektive eines betonköpfigen Hamburger Krankenhausfunktionärs so dar: „MitUnverständnis (!) hat die Hamburgische Krankenhausgesellschaft auf die Ankündigung der Initiative im Kerngebiet Eimsbüttel reagiert, die den dort geplanten Bau des Diakonieklinikums verhindern will: „Krankenhäuser bilden doch das Rückgrat für die medizinische Versorgung der Bevölkerung“ sagte der Vorsitzende der Gesellschaft.“
Dieser Mann hat eindeutig nicht alle Tassen im Schrank. Dass ihm das nicht schadet, bedeutet, dass wir in einer Welt leben, in der Leute das Sagen haben, die an Argumente nicht gebunden sind. Anders gesagt: Die Macht und die Konkurrenz denkt in ihnen:

ETV-Magazin, September 2002
powered by Diakonie

■ Turnerkreuz & Christenkreuz: Zwecks Verbuchung gewisser außerordentlicher Gefälligkeiten, hat der soeben neu gegründete Krankenhauskonzern „Agaplesion Aktiengesellschaft“ (siehe untenstehende Meldung) eine aus Krankenkassenbeiträgen bezahlte ganzseitige und farbige Anzeige auf der ersten Umschlaginnenseite des ETV-Magazins geschaltet. Es dürfte die erste Anzeige einer Klinik in einer Sportzeitung sein. Mehr noch: Die erste Anzeige, mit der ein privater Klinikkonzern in einer Sportzeitung für das Verschwinden eines öffentlichen Sportplatzes wirbt!

Bei dieser Privatisierung einer ÖFFENTLICHEN Sportfreifläche wird dem ETV von den Haupakteuren (Senat & Diakonie) eine Alibifunktion zugewiesen. Obwohl der Platz dem ETV NICHT gehört, bekommt ER diverse Gelder und Geschenke (aus öffentlichen Mitteln sowie aus den stillen Reserven der Agaplesion AG, die man dort für solche Fälle bereit hält). Die mit den jeweils Mächtigen gehenden Lokalmedien kolportieren sodann die doppelte Unwahrheit, wonach „der“ ETV durch die Bebauung nur Vorteile habe. Tatsächlich ist es so, dass nicht „der“ ETV, sondern die Fußballabteilung des ETV EINER der Nutzer des Platzes ist. Tatsächlich gibt es noch viele andere Nutzer. Tatsächlich kann bislang JEDE und JEDER diesen Platz benutzen. Der Trick mit der (erkauften) Zustimmung „des“ ETV, durch den nicht zuletzt alle Freizeitsportler, die NICHT in einem Verein sein wollen, ignoriert werden, wird dann wieder vom Bezirk zur Legitimation herbeizitiert: „Der ETV war ja dafür, da können WIR gegen den SChill/CDU-Senat leider nichts mehr tun.“ Schon Ende 2006 soll die Klinik auf dem Fußballplatz stehen. Nun, wenn alle so billig zu haben wären wie die Vereinsmeier vom ETV, dann könnte der Termin hinkommen. Jetzt gibt es aber die Initiative GEGEN die Bebauung des „Sparbier“-Sportplatzes. Wenn wir erfolgreich sind, wird auch aus dem Geschäftsmodell des ETV nichts werden. Wenn wir aber verlieren, wird der ETV am Ende noch mehr profitieren, weil unser Widerstand auch die sich seit Anfang des Jahres zuspitzendenAuseinandersetzungen im ETV verschärfen wird, weshalb damit zu rechnen ist, dass Senat & DKH GmbH, um diese Widersprüche zu dämpfen, ihre „Entschädigungszahlungen“ aufstocken werden: Aus einem „kleinen Kunstrasenplatz und einer Doppelfeldhalle“ könnten dann ein großer Kunstrasenplatz und eine Dreifeldhalle werden, was die ETV-Führung den Migliedern dann als Reslutat IHRES Verhandlungsgeschickes verkaufen wird. Widerstand stärkt, wenn er nicht erfolgreich ist, die Macht (Foucault). Wir wollen das vermeiden.

Werbetext, Auszug 

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Welt, 10. Oktober 2002
Elim-Chef in den Ruhestand verabschiedet
28 Jahre lang war Otto Buchholz (63) Geschäftsführer der „Stiftung Elim“, einer freien evangelischen Einrichtung in Norddeutschland mit Altenzentren, Seniorenwohnanlagen, Freizeitheimen, ambulanten Einrichtungen und dem 75 Jahre alten Krankenhaus Elim. Jetzt hat Buchholz sich in den Ruhestand verabschiedet. Buchholz setzte auch in den Vorständen des Verbandes der freien Krankenhäuser und der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft gesundheitspolitische Maßstäbe. Die Mitarbeiter schenkten dem Bücherliebhaber zum Abschied eine Armenbibel von 1867. Nachfolger von Buchholz ist der Krankenhausexperte Karl-Heinz Vorwig. (Gisela Schütte)

Kommentar: Buchholz war der Hauptbetreiber der Bebauung des öffentlichen Sportfreifläche. Ihm fehlten jedoch die finanzielen Mittel und die politischen Verbindungen, um dieses Vorhaben durchsetzen zu können. Buchholz musste daher am 25. August 2000 (siehe unter „Presse 2000“) diesen Plan aufgeben und dem Bau des DKH in Alten Eichen zustimmen. Der Bebauungsplan für Alten Eichen war schon in Arbeit, als im Herbst 2001 der Schillpartei/CDU-Senat die Wahlen gewann. Mit diesem Rechtssenat bekam der CDU-Politiker DietrichWersich große Einflussmöglichkeiten. Wersich war bis 1999 Arzt am Hamburger Krankenhaus Bethanien, das zur methodistischen Bethanien-Kette mit Sitz in Frankfurt gehört. Aus ihr ging die am 26. Juni 2002 gegründete Aktiengesellschaft Agaplesion hervor. Deren Vorstandsvorsitzender, Bernd Weber war damals u.a. auch Chef von Bethanien Hamburg gewesen. Wersich und Weber machten sich nun gemeinsam daran, die alte „Idee“ von Buchholz wieder zu aktivieren. Der neue Rechtssenat stoppte die in Alten Eichen geplante Fusion zum DKH. Gemeinsam mit Buchholz bot man dem ETV, dem der Platz nicht gehört, in Geheimverhandlungen Anteile an der Privatisierungsbeute an. Als Gegenleistung sollte sich der ETV als Stimme der Öffentlichkeit aufspielen und sich für die Bebauung des Sparbierplatzes aussprechen. Wir drucken die Ruhestandsanzeige von Buchholz hier ab, um die zeitliche Reihenfolge dieser Vorgänge genau zu dokumentieren.

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Auf den Uneingeweihten ganz rätselhaft muss der untenstehende Handelsregistereintrag des Elim-Krankenhauses wirken: Hier kämpft eine aus dem dem evangelikalen Sektenwesen hervor gegangene Stiftung um ihre religiöse Identität. Das Elim, das zunächst große Hoffnungen in die Agaplesion AG gesetzt hat, ahnt nun, dass es mangels Finanzkraft von dieser am Ende „übernommen“ wird. Jetzt will man sich gegen den Zugriff dieser Aktiengesellschaft und der dahinter stehenden geschäftstüchtigeren methodistischen Bethanien-Kette wehren und bekräftigt daher die Verbundenheit mit dem eigenen Milieu:

BUNDESANZEIGER ZENTRALHANDELSREGISTER
Bekanntmachungen vom 18.10.2002

■ Krankenhaus Elim GmbH
Text: Die Gesellschafterversammlung vom 12. 06. 2002 hat eine Änderung des Gesellschaftsvertrages in §§ 1, 2 (Gegenstand), 3, 7, 8 und 9 beschlossen. Neuer Unternehmensgegenstand: (1) die Förderung öffentlicher Gesundheitspflege, verbunden mit einem seelsorgerlichen Angebot zur persönlichen Lebenshilfe und damit zum Wohl und Heil des Menschen, durch den Betrieb eines Krankenhauses mit dazugehörigen Nebenbetrieben wie Krankenpflegeschulen, Mitarbeiterwohnhäusern, Beratungsstellen für Schwangerschafts-Konfliktfälle sowie der Weiterbildung der Mitarbeiter. (2) Mit dieser Zweckbestimmung, dem kirchlichen Auftrag zur christlichen Nächstenliebe zu dienen, fördert die Gesellschaft selbstlos und unmittelbar die kirchlichen Zwecke des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und ist mit ihrem diakonischen Bereich Lebens- und Wesenäußerung dieser Religions-Gemeinschaft mit Sitz in Witten (Ruhr). Die Gesellschaft dient damit zugleich der Erfüllung des Zwecks der Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland gemäß deren Satzung. Ausgeschieden ist als Geschäftsführer: Otto Buchholz. Bestellt als Geschäftsführer: Vorwig, Karl-Heinz, Hamburg, *30. 07. 1949.

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Hamburger Morgenpost, 1.10.2002
Eine Initiative kämpft gegen die Bebauung einer öffentlichen Fläche mit einer kirchlichen Klinik
■ Ein modernes DIAKONIE-KLINIKUM für Eimsbüttel soll entstehen, eine Initiative will das unter anderem mit einer Unterschriftenkampagne verhindern. Mit einem Diskussionsabend wollen heute wiederum (18 Uhr, Wirtschaftsgymnasium Schlankreye 1) die Betreiber für den Klinikneubau auf dem Fußballplatz an der Hohe Weide bei den Nachbarn und Sportlern werben.
Der Neubau war vom rot-grünen Senat am Standort Alten Eichen vorgesehen. Die Diakonie  hatte sich jedoch

NACH DEM REGIERUNGSWECHSEL

für die zentrale „ADRESSE“ [des vielgenutzen Sportplatzes neben dem] Elim-Krankenhaus umentschieden. Neben der Initiative, die den [privaten] Bau auf dem [öffentlichen] Platz verhindern will, haben auch SPD und GAL des Bezirks Eimsbüttel Bedenken [!] gegen den Standort Hohe Weide [Sparbier-Sportplätze] angemeldet. Im Eimsbüttler Kerngebiet herrsche „Unterversorgung an Sport- und Freiflächen“, die durch den Klinikneubau noch steigen würde. 
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taz Hamburg, 11.10.2002
Streiten für den Sportplatz 
Eimsbüttel: Initiative startet Bürgerbegehren gegen geplantes Klinikum der Diakonie. SPD und GAL fordern Bedarfsanalyse und Verkehrsuntersuchung.
■ Gegen den geplanten Neubau eines großen Diakonie-Klinikums auf den Sparbier-Sportplätzen an der Hohen Weide läuft jetzt ein Bürgerbegehren. Es hat sich zum Ziel gesetzt, „eine der letzten großen Sportflächen in Eimsbüttel zu erhalten“, so die Organisatoren. Die Fraktionen von SPD und GAL in der Bezirksversammlung fordern eine Bedarfsanalyse und eine Verkehrsuntersuchung für den Krankenhaus-Neubau, bei dem vier Diakonie-Krankenhäuser zusammengelegt werden sollen.
Die Fraktionen von GAL und SPD in der Bezirksversammlung erkennen dieses Problem ebenfalls. Sie verlangen eine gründliche Abwägung der Interessen. „Die Bedarfsanalyse für dieses Krankenhaus muss öffentlich dargestellt werden“, sagt SPD-Fraktionschef Andreas Koeppen. Begründet werden müsse auch, warum für den Neubau die Hohe Weide gewählt wurde. „Der Bezirk hat bislang den Standort Alten Eichen bevorzugt und der ist nach wie vor eine realistische Alternative“, sagt Koeppens Kollege von der GAL, Till Steffen. Für den Standort Alten Eichen hatte auch die frühere Sozialsenatorin Karin Roth (SPD) gestritten.
Steffen verlangt eine Verkehrsuntersuchung, die unter anderem den Lärm und die Abgase prognostizieren soll, die der Krankenhaus-Neubau nach sich zöge.
SPD und GAL wollen außerdem verbindliche Zusagen über dieFinanzierung von Ersatzbauten für den Sport und die Tagesstätte für Obdachlose. (da knirscht die Logik!, d. Säzzer).
In einem etwaigen Bebauungsplanverfahren müsse genau untersucht werden, welchen Platz das Krankenhaus tatsächlich brauche und wie es sich in das Viertel einfüge.
Koeppen: „Wir fordern auf jeden Fall einen Architekturwettbewerb, damit die verträglichste Variante gefunden wird.“ 

[„Wir sind – erstens – dagegen und fordern – zweitens – einen Wettbwerb für das schönste JA“. So geht SPD seit 100 Jahren ]

TAZ Hamburg, 16.10.2002
Krankenhausgesellschaft will so viel Geld, wie vom ALTEN Senat versprochen
■ Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) will mehr Geld: Sollte sich bewahrheiten, was der CDU-GesundheitsexperteWERSICH behauptet, und es statt der von Rot-Grün versprochenen 500 Millionen Euro nur 350 Millionen für Krankenhaus-Investitionen geben, sei ein „Offenbarungseid“, sagt Haseborg, zweiter Vorsitzender der HKG und Chef des Diakonie-Krankenhauses Albertinen. Denn damit wären im Krankenhausplan [für ANDERE Standorte!] festgeschriebene Projekte in Gefahr. Lohmann, HKG-Vorsitzender setzt darauf, „dass sich der Senat an Recht und Gesetz hält“. Und danach habe er Krankenhausinvestitionen ausreichend zu finanzieren und sich an Zusagen zu halten. Beispielsweise gebe es für das in Eimsbüttel geplante DIAKONIEKLINIKUM bereits einenZuwendungsbescheid. FDP und CDU versprachen gestern, das Diakonieklinikum prioritär zu behandeln.

Die Welt, 23. Oktober 2002
Senat will mehr Bebauung auf Hamburgs Grünflächen. 
■ Finanzsenator Wolfgang Peiner stellt den sieben Hamburger Bezirken finanzielle Anreize in Aussicht, wenn sie ihre Grünflächen für eine Bebauung zur Verfügung stellen.
Dieses Angebot gelte vor allem für die künftige Gestaltung des Areals vom Landesbetrieb Krankenhäuser, den Flächen von pflegen&wohnen sowie den frei gewordenen Grundstücken im Hafen. Mit diesem Verkauf von Grund und Boden aus dem Eigentum der Stadt will Peiner die angespannte Haushaltslage verbessern.

Hamburger Abendblatt, 25. November 2002
Kampf um Sportplatz. Initiative gegen die Bebauung steht vor Etappensieg
■ Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes in Eimsbüttel steht vor ihrem ersten Etappensieg: Auf dem Weg zu einem Bürgerentscheid wurden seit Ende September 2000 Unterschriften gesammelt, die jetzt zu einem dreimonatigenPlanungsstopp für das Diakonieklinikum führen könnten. Wie berichtet, werden die Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen zu dem Klinikum verschmolzen, das bis 2005 auf dem Gelände des Elim-Krankenhauses und einem Teil des angrenzendenSparbier-Sportplatzes gebaut werden soll.

Als Ersatz für den verlorenen Sportplatz soll der Eimsbütteler Turnverband (ETV) drei unterirdische Sporthallen unter seinem zweiten Platz bekommen. Doch während der ETV-Vorstand den Plänen nach kurzem Zögern zugestimmt hat, gründeten Sportler und Nachbarn eine Initiative, um das Vorhaben zu verhindern. Das führte dazu, dass das erste Protest-Fest gestern auch in der Vereinskneipe „Auszeit“ gefeiert wurde. 

Dorothea Liebing (35), ETV-Mitglied und Mitbegründerin der Initiative zweifelt daran, dass außer der Diakonie selbst das Klinikum überhaupt jemand benötigt. „Warum wohl will die Diakonie ein Krankenhaus bauen, nachdem Häuser wie die Finkenau und das Hafenkrankenhaus vor nicht allzu langer Zeit geschlossen wurden?“, fragt sie.

Ziel der Initiative ist, bis zum 20. März mehr als 5880 Unterschriften für einen „Bürgerentscheid“ zusammenzubekommen. Schon ein Drittel davon reicht jedoch, um die Planungen für drei Monate zu stoppen. Allerdings haben nur Unterschriften von Wahlberechtigten aus dem Bezirk Eimsbüttel Gültigkeit. Die Listen werden deshalb jetzt noch einmal überprüft.
Text: Karsten Broockmann


• Hamburger Verhältnisse: Die Diakonie finanziert eine hauseigene „Bürgerinitiative“ FÜR ein Diakonieklinikum, und die Springer-Presse bringt dies schon vorab als brandneue „Information“. Das klägliche Scheitern dieser gelben Bürgerinitiative wird natürlich später nicht gemeldet.

Hamburger Abendblatt, 2. Dezember 2002
Klinik-Projekt: Zwei Initiativen im Streit
■ Der Plan, auf dem Elim-Gelände in Eimsbüttel ein Diakonie-Klinikum zu errichten, stößt zugleich auf Kritik und Zustimmung.
Unbeeindruckt von den Bürgerprotesten sind die Verantwortlichen des künftigen Diakonie-Klinikums zuversichtlich, dass das Krankenhaus in Eimsbüttel gebaut werden kann. Sie wollen die Finanzierungsgespräche mit der Stadt für das 150-Millionen-Euro-Projekt noch in diesem Jahr abschließen. Baubeginn soll 2004 sein. Das Bauende für das Klinikum, das aus einer Fusion der Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen hervorgeht, ist für 2007 terminiert.
[Solche Jahreszahlangaben lesen wir gerne].

Aber: Zurzeit läuft ein Bürgerbegehren gegen den Klinikneubau auf dem Gelände des Elim-Krankenhauses und einem Teil des angrenzenden Sparbier-Sportplatzes. 5880 Unterschriften werden bis zum 20. März benötigt, um einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten, bei dem die Eimsbütteler abstimmen können, ob sie die Klinik haben wollen.

Bereits in der vergangenen Woche wurden die ersten 2000 Unterschriften im Bezirksamt abgegeben. Wenn mindestens 1800 von wahlberechtigten Einwohnern des Bezirks stammen, müssen Politik und Verwaltung einen dreimonatigen Planungsstopp einlegen. Allerdings wird es noch bis Weihnachten dauern, bevor alle Unterschriften überprüft wurden.

VIELE AKTIVE DER INITIATIVE, DIE SICH IN ERSTER LINIE GEGEN DIE BEBAUUNG DES SPORTPLATZES AUSSPRICHT, SIND MITGLIED IM EIMSBÜTTELER TURNVERBAND (ETV), dessen Vorstand im Sommer einer Bebauung zugestimmt hat.

Aus Sicht der Mitarbeiter der vier Krankenhäuser ist die Fusion unausweichlich, wenn ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Sie stehen hinter dem Neubau. Nach Abendblatt-Informationen ist sogar geplant, eine zweite Bürgerinitiative zu gründen. Mitarbeiter, Anwohner und Mittelständler wollen sich darin für den Bau des Diakonie-Klinikums einsetzen. (Karsten Broockmann )

[siehe dazu unsere Kritik an der gelb-christlichen „Mitarbeitervertretung“ unter „Flugschriften 2002“]


Aufkleber der Initiative

Die Diakonie verlangt über ihren Lobbyisten Wersich Bares vom Rechtssenat:

Die WELT, 9. Oktober 2002
Diakonie will Millionen vom Senat
■ Fehlende Investitionsmittel von 150 Millionen Euro für zugesagte Projekte sorgen in Hamburgs Krankenhäusern für erhebliche Unruhe sowie für „große Empörung“ bei der [scheinheiligen] SPD. Den Stein ins Rollen gebracht hatte ausgerechnet der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Dietrich WERSICH. Seinen Berechnungen zufolge stünden dem Mitte-Rechts-Senat [!] bis 2007 nur Krankenhausinvestitionsmittel von 350 Millionen Euro zur Verfügung – 500 Millionen Euro werden jedoch benötigt. Betroffen von der Millionenlücke ist neben dem bedeutenden BAUVORHABEN eines DIAKONIEKLINIKUMS in EIMSBÜTTEL auch das Albertinen-Krankenhaus in Stellingen mit dem geplanten Ausbau seiner Psychiatrie.

[Die Originalüberschrift heißt: Diakonie gegen Sparkurs des Senats]

... und bekommt es auch:

http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/pressemeldungen/2002
Senatskanzlei, Staatliche Pressestelle
Pressemeldung vom 10. Dezember 2002
■ Das Diakonie-Klinikum, das von vier evangelischen Trägern gemeinsam errichtet werden soll, wird die Wettbewerbsfähigkeit der freigemeinnützigen Krankenhäuser verbessern. Die Errichtung dieses Klinikums wird in Form einer Public Private Partnership erfolgen, Hamburg steuert zwei Drittel der Nettobaukosten zur Finanzierung bei. Dafür wird der Investitionsanteil um 40 Mio. Euro erhöht. 

SPD-Eimsbüttel, 21. November 2002
Aktuelles aus der Kommunalpolitik
Diakonie-Klinikum Hamburg: Auf dem vorderen der beiden [öffentlichen] Sparbier-Sportplätze will das Diakonische Werk [?] ein 540-Betten-Klinikum errichten. Dieser Bau soll die jetzigen Kliniken Elim, Jerusalem, Alten Eichen und Bethanien ersetzen. Begründet mit Wirtschaftlichkeit, dem Krankenhausbedarfsplan, den neuen Fallkostenpauschalen und bestehender und kommender High-Tech-Medizin soll ein Klinikum mit den Schwerpunkten Inneres, Geriatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Hand-Chirurgie entstehen. Abgerissen werden soll dann in einer späteren Bauphase der bestehende Elim-Bau. Bislang hat die Diakonie [nein, die SPD!] geplant, einen solchen Neubau auf dem GELÄNDE DES KRANKENHAUSES ALTEN EICHEN in Stellingen zu errichten.

→ • Siehe die vollständige Meldung sowie einen Kommentar auf der Seite „Bebauungspläne 2001-2005″.

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Bürgerschaft, 3. Dezember 2002
Antrag der Partei Rechtsradikaler Offensive (Schill u.a.) und der CDU (Wersich u.a.) an den [eigenen] Senat:

In den vergangenen zwölf Jahren wurden die Fördermittel für Krankenhäuser überproportional [!] für die Krankenhäuser des Landesbetriebes (LBK) aufgewendet. Durch den Vorgängersenat bestehen bereits erhebliche, rechtsverbindliche Festlegungen von Haushaltsmitteln der kommenden Jahre. Der Senat wird ersucht, bei der weiteren Bescheiderteilung für Krankenhausinvestitionen gemäß Koalitionsvereinbarung vordringlich die Vorhaben Diakonie-Klinikum Hamburg sowie die KH in Hamburgs Süden zu berücksichtigen.

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GAL-Pressemitteilung, 07.12.2002
Goetsch: Erster Bürgermeister Ole von Beust stützt Schill
Ole von Beust hat die Idee von Innensenator Schill, das im Moskauer Geiseldrama eingesetzte Betäubungsmittel für die deutsche Polizei zu besorgen, dahingehend kommentiert, “er verstehe die Überlegungen.” Die GAL-Fraktionsvorsitzende Christa Goetsch ist entsetzt: ”Bezeichnend ist doch, dass Ole von Beust der einzige ist, der Verständnis für diesen irren Vorschlag hat. Das ist eine Schande für Hamburg und zeigt erneut, wie groß die Abhängigkeit des Ersten Bürgermeisters von Schill ist. [„Schande für Hamburg“: Goetsch spricht selbst die Sprache der „Rechtspopulisten“].

GAL-Pressemitteilung, 29.12.2002
Goetsch: Beusts weiße Weste durch Filzaktionen bekleckert
Zum wiederholten Male hat Justizsenator Kusch versucht, einen Wunschkandidaten auf einen Posten zu hieven – dieses Mal eine Kandidatin ohne Qualifikation im Strafrecht auf einen Richterposten. Die GAL-Fraktionsvorsitzende Christa Goetsch: „Nicht nur Schill ist ein Risikofaktor für Ole von Beust. Sein CDU-Parteifreund Kusch trägt zu Skandalen zuverlässig bei. Ole von Beust muss endlich seinenverfilzten Stall ausmisten.“ [Goetsch greift auch hier Schill & Beust von rechts an. Die reaktionäre Rede vom „verfilzten Stall“ der SPD war 2001 einer der Wahlkampfslogans von CDU und Schillpartei].

■ Interner Streit um lukratives „Herzzentrum“

Hamburger Abendblatt, 14. Dezember 2002
Überraschende Allianz – was wird aus Diakonie-Klinikum?
Der Kampf um Hamburgs Herzpatienten geht in eine neue Runde. Als dritte Klinik hat sich jetzt das Diakonie-Krankenhaus ALTEN EICHEN dem Herzzentrum Hamburg angeschlossen,
einem Verbund von ALBERTINEN– und AMALIE-SIEVEKING-Krankenhaus sowie der Kardiologie-Praxisgemeinschaft Mathey und Schofer. Diese strategische Entscheidung hat Brisanz, denn Alten Eichen strebt eigentlich eine Fusion mit den Krankenhäusern Elim, Bethanien und Jerusalem an, die bis 2007 in einem neu zu bauenden Diakonie-Klinikum ihre Position stärken wollen. An diesem Projekt „wird auch nicht gezweifelt“, versicherte am Freitag JörnWessel, der Verwaltungs-Chef von Alten Eichen. Aber bisher sei ja nicht einmal der Standort des neuen Klinikums bekannt.

Hamburger Morgenpost, 14. Dezember 2002
Überraschende Wende des Krankenhauses Alten Eichen
Das Diakoniekrankenhaus Alten Eichen in Stellingen will künftig Patienten mit akuten Herzanfällen rund um die Uhr aufnehmen. Dafür ist das Krankenhaus eine Kooperation mit dem Hamburger Herzzentrum eingegangen. Das Herzzentrum ist ein Verbund des Albertinen- und des Amalie-Sieveking-Krankenhauses sowie der Praxisgemeinschaft Mathey + Schofer. „Wir arbeiten schon seit Jahren zusammen. Das haben wir jetzt offiziell besiegelt“, sagt Jörn Wessel, Verwaltungsdirektor in Alte Eichen. Medizinexperten werten den Zeitpunkt der Kooperation als überraschend , da sich Alten Eichen bis Ende Februar 2003 mit vier weiteren evangelischen Krankenhäusern in das neue Diakoniezentrum in Eimsbüttel einbringen soll und im ebenfalls von der Fusion betroffenen Jerusalem Krankenhaus bereits eine herzchirurgische und eineCardio-Klinik vorhanden sind.

→ Zu den faktischen Zusammenhängen sowie zum Diskurswandel zwischen 1978 und 2001 siehe unter Presse 2001.
→ Zu den weiteren Konkurrenzkämpfen um ein Herzzentrum siehe unter Presse 2003


Ärzte Zeitung, 12. Dezember 2002
Privatisierung und Aktienmarkt
■ Durch die Einführung des neuen Abrechnungssystems Diagnosis Related Groups werden auch mehr Akut-Kliniken PRIVATISIERT werden. Der Trend zur PRIVATisierung steht bei den AKUT-KRANKENHÄUSER noch ganz am Anfang. Im Vergleich zu REHA-KLINIKEN ODER PFLEGE-EINRICHTUNGEN sind sie am häufigsten in öffentlicher Hand. Nur 22 Prozent der Akut-Kliniken werden von PRIVATEN Unternehmen betrieben. Die Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG) wird die Situation noch verschärfen. GEWINNER DIESER ENTWICKLUNG WERDEN DIE PRIVATEN BETREIBER SEIN, die im Vergleich zu den öffentlichen Häusern 20 Prozent weniger Kosten haben. Durch die DRG wird nach Ansicht der Studienmacher die PRIVATisierungswelle angefeuert. In den nächsten zwölf Monaten werden – konservativ geschätzt – 50 EINRICHTUNGEN IHREN BESITZER WECHSELN. Dabei wird nur bei einem kleinen Teil der Transaktionen die Börse beteiligt sein. Aus einem einfachen Grund: In Deutschland gibt es zur Zeit zwar 20 ÜBERREGIONALE KLINIK-KETTEN, aber nur sieben von ihnen (Rhön-Klinikum, Mediclin, MARSEILLE, Curanum, Maternus, Eifelhöhen, Euromed) sind an der Börse vertreten. Einige Unternehmen stehen aber schon in den Startlöchern für den Gang an den Kapitalmarkt. Die DZ Bank sieht die größten Chancen bei den Rhön-Kliniken. Das erfolgreiche Geschäftsmodell und die hohe Effizienz der Häuser gäben dem größten deutschen PRIVATen Klinikbetreiber eine gute Ausgangsposition, um von den Fallpauschalen zu profitieren. Auch bei Mediclin und Marseille sehen die Studienmacher Potential.

• Im Lob des „engagierten Staatsbürgers“ ist schon die Begrenzung enthalten: Ordne Dein lokales, borniertes Partikularinteresse dem Allgemeinwohl unter, das von christlichen Investoren, Schill und von Beust verkörpert wird. (Die nennt niemand „Bürgerinitiative“.) Halte Dich an diese Spielregeln. dann wirst Du auch im Abendblatt lobend erwähnt – als engagierter Dummkopf , dem der Überblick fehlt. (Dieser Sprechort „Bürger“ wird einem zugewiesen. Man kann ihn nicht beliebig verlassen, aber es wird registriert, wenn man den zugewiesenen Ort nicht akzeptiert).

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(Anzeigeblatt der Axel Springer AG)

EIMSBÜTTLER WOCHENBLATT ( Übersicht 2002)

28.11.2002
Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes: Am vergangenen Sonntag war der große Tag der Initiative gegen die Bebauung der Sparbier-Sportplätze. Am Info-Stand vor dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer herrschte reges Treiben, im ETV-Gebäude wurde lebhaft diskutiert. weiter

14.11.2002
Mitarbeiter pro Diakonie Klinikum
Die Mitarbeitervertretungskommission des geplanten Diakonie-Klinikums setzt sich für den Standort auf dem Sparbier-Sportplatz an der Hohen Weide ein. weiter

31.10.2002
Wird weitere Freifläche bebaut?
Die Diskussion drehte sich bisher hauptsächlich um die Bebauung der Kaifu-Freibad-Liegewiese und des Sparbier-Sportplatzes. Bislang stand die Bebaung des Bosse-Sportplatzes gegenüber der Synagoge Hohe Weide weniger im Mittelpunkt der Erörterungen. Jetzt aber ist dort der Bau einer Kindertagesstätte, einer Caféteria und einer Dreifeld-Halle im Gespräch. weiter

24.10.2002
Wann kommt die Analyse?
Bis zum 20. November benötigt die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes an der Bundesstraße 1 800 Unterschriften, um per Bürgerbegehren alle Planungsvorhaben für das Diakonie Klinikum für drei Monate zu stoppen. Der aktuelle Stand liegt derzeit bei 900 Unterschriften. weiter

24.10.2002
Abschied nach 28 Jahren
28 Jahre war Otto Buchholz Geschäftsführer der Stiftung Elim. Anfang Oktober wurde er im Rahmen einer dreistündigen Feier verabschiedet. weiter

19.09.2002
Initiative zweifelt Bedarf an
Zum ersten Schlagabtausch zwischen Gegnern und Befürwortern des geplanten neuen Diakonie-Krankenhauses an der Hohen Weide kam es bei einer Sitzung des Stadtplanungsausschusses am Dienstag vergangener Woche.Beide Seiten werden am 1. Oktober auf einer öffentlichen Veranstaltung wieder aufeinandertreffen. weiter

29.08.2002
Bürgerbegehren angestrebt
Die Initiative gegen den Elim-Neubau auf dem Sparbier-Sportplatz an der Bundesstraße nimmt Fahrt auf. Beim Treffen am Dienstag vergangener Woche kamen bereits 20 Anwohner in den Moorkamp. Dabei kam heraus, dass ein Bürgerbegehren angestrebt werden soll. Weiter

29.08.2002
40 Jahre Michaelis Krankenhaus
Das Michaelis Krankenhaus in idyllischer Lage am Eimsbütteler Park wird 40 Jahre alt. weiter

22.08.2002
Gebäude weg, Einrichtung bleibt
Bei der letzten Gesprächsrunde bei Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei) zum Thema „Diakonie Klinikum“ ging es vorrangig um die Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose an der Ecke Bundesstraße/Hohe Weide. Dabei wurde klar, dass das Gebäude abgerissen wird. weiter

15.08.2002

Widerstand
Der Widerstand gegen das geplante zentrale Diakonie Krankenhaus auf dem Sparbier Sportplatz an der Bundesstraße formiert sich.Vergangene Woche gründete sich im Moorkamp eine Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes, die das Riesen-Bauprojekt kippen will..

08.08.2002
Krankenhaus alles in einem
Die Nachricht vom Kompromiss beim Bau des zentralen Diakonie-Klinikums hat weitere Interessenten auf den Plan gerufen. Anfragen gibt es jetzt vom Michaelis Krankenhaus und der Cardio Klinik im Jerusalem Krankenhaus. weiter

25.07.2002
Kompromiss
Der öffentliche Sparbiersportplatz besteht aus zwei Sportfeldern mit den Maßen von 100 x 50 Metern. Das Sportfeld an der Hohen Weide wird [soll] mit dem Diakonie Krankenhaus bebaut weiter

25.07.2002
Sparbiersportplatz
„Die Beteiligten haben sich geeinigt“, teilt die Gesundheitsbehörde zum Thema zentrales Diakonie Krankenhaus am Standort Elim fest. Die Details liegen aber noch nicht fest. Daher trifft man sich am 12. August noch einmal bei Senator Peter Rehaag (Schill-Partei), um den Kompromiss festzuzurren. weiter

11.07.2002
Alle Parteien für die Sportplätze
Zum Neubau des Zentralen Diakonie-Krankenhauses auf dem Sparbier-Sportplatz neben dem Elim-Krankenhaus gibt es eine Entscheidung. Im Stadtplanungsausschuss am vorvergangenen Dienstag waren sich alle Parteien einig: der Sportplatz muss erhalten bleiben. weiter

11.07.2002
Wort zum Sport
Im Eimsbütteler Kerngebiet leben 110 000 Menschen. Ganze neun Sportplätze gibts für die sportlichen Bürger: Sparbier/Bundesstraße (2), Reinmüller/Tornquiststraße (2), Bosse/Heymannstraße (1), Gustav-Falke-Straße (1), Schazenpark (2) und Gärtnerstraße (1). weiter

20.06.2002
Elim Krankenhaus

Das bunte Festzelt platzte aus allen Nähten, als Otto Buchholz, Geschäftsführer des Elim Krankenhauses, die Ehrengäste zum 75. Bestehen des Elim Krankenhauses am Freitag vergangener Woche begrüßte. weiter

13.06.2002
100 Jahre Diakonie Alten Eichen in Stellingen.
1902 kaufte die Diakonissenanstalt Altona in Stellingen das Gelände „Alten Eichen“ und gründete dort ein Heim für körperbehinderte Kinder. [Was geschah mit denen 1933?] Heute befindet sich hier die Diakonissenanstalt mit dem Diakonie Krankenhaus, der Krankenpflegeschule, den Fachschulen für Sozialpädagogik, einer Kindertagesstätte und Einrichtungen der Altenhilfe. weiter

21.02.2002
Klinikum auf Sportplatz?
Aufregung um das neue Diakonie-Klinikum: Der neue Senat(Schillpartei und CDU) will jetzt noch einmal prüfen lassen, ob nicht doch ein Sportplatz als Bauplatz in Frage kommt. Hintergrund: Die Planungen für das Stellinger Diakonie-Klinikum gehen weiter. weiter


(Tageszeitung der Axel Springer AG)

HAMBURGER ABENDBLATT (Übersicht 2002)

Kampf um [das Geld der] Herzpatienten
Überraschende Allianz. Alten Eichen kooperiert mit Albertinenkrankenhaus. Diese strategische Entscheidung hat Brisanz, denn Alten Eichen strebt eigentlich eine Fusion mit den Krankenhäusern Elim, Bethanien und Jerusalem an, die bis 2007 in einem neu zu bauenden Diakonie-Klinikum ihre Position stärken wollen…. mehr
[14.12.2002]

Diakonie-Kritik an Behörde
Massive Vorwürfe haben das Diakonische Werk und die zum Verband der Diakonie gehörende Harburger Gesellschaft für Arbeit, Technik und Entwicklung gegen die Wirtschaftsbehörde erhoben. Sie plane die Einführung einer Fallkostenpauschale ..mehr
[05.12.2002]

Klinik-Projekt: Zwei Initiativen im Streit
Das Bauende für das Klinikum, das aus einer Fusion der Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen hervorgeht, ist für 2007 terminiert. Aber: Zurzeit läuft ein Bürgerbegehren gegen den Klinikneubau auf dem Gelände des Elim-Krankenhauses und einem Teil des angrenzenden öffentlichen Sportplatzes. … mehr
[02.12.2002]

Kampf um Sportplatz
Etappensieg: Initiative hat seit Ende September 2000 Unterschriften gesammelt, die jetzt zu einem dreimonatigen Planungsstopp für das DiakonieKlinikum führen. Wie berichtet, werden die Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen zu dem Klinikum verschmolzen, das bis 2005 auf dem Gelände des Elim-Krankenhauses UND einem Teil des angrenzenden Sparbier-Sportplatzes gebaut werden soll. … mehr
[25.11.2002]

Diakonie gegen Fusion
Norddeutschland: Die Diakonie wehrt sich gegen Fusion: das Diakonische Werk Schleswig-Holstein ist gegen ein Zusammenlegen mit der Diakonie in Hamburg. mehr
[23.11.2002]

Wersich und das geplante DiakonieKlinikum
Ist der Bau des DiakonieKlinikums in Eimsbüttel gefährdet? Für Wirbel bei den Planern des Krankenhauses, das aus der Fusion der Kliniken Alten Eichen, Bethanien, Elim und Jerusalem entstehen soll, sorgten Äußerungen des gesundheitspolitischen Sprechers der 
CDU-Fraktion, Dietrich Wersich. … mehr
[09.10.2002]

Protest gegen Klinikum
auf einem Sportplatz neben dem Elim-Krankenhaus zwischen Hohe Weide und Bundesstraße ein 125 Meter langes Hauptgebäude sowie vier jeweils 60 Meter lange Gebäude entstehen. 542 Betten soll die Klinik haben, für die sich die vier Krankenhäuser Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen zusammentun. Unter dem Neubau soll ein Parkhaus mit 540 [?] Plätzen gebaut werden. Der ETV bekommt [von wem?] für den Sportplatz [der ihm nicht gehört] einen unterirdischen Hallenkomplex. Die Initiative protestiert gegen den Verlust der öffentlichen Freifläche… mehr
[02.09.2002]

Klinik: Obdachlosenstätte wird abgerissen

Für die Obdachlosen-Tagesaufenthaltsstätte (TAS) an der Bundesstraße, die wegen des geplanten Diakonie-Klinikums in Eimsbüttel abgerissen werden soll, zeichnet sich eine Lösung ab. Nach einem Gespräch aller Beteiligten unter Vorsitz von Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei) erklärte das Diakonische Werk, Träger der Einrichtung, die TAS könne in die Klinik integriert werden. mehr
[16.08.2002]

Die Kirche bekommt ein neues Krankenhaus
Das geplante Diakonie-Klinikum soll jetzt doch im Herzen Eimsbüttels auf einem Sportplatz gebaut werden. Darauf einigten sich die Verhandlungsführer von Behörden, Krankenhäusern und des Eimsbütteler TV. mehr
[16.07.2002]

Es geht auch so: Kirche schließt Diakonie
Ahrensburg: Trotz heftiger Proteste hält die Gemeinde am rigorosen Sparkurs fest. Jetzt hielt es der Kirchenvorstand für richtig, die verlustreiche Diakonie aufzugeben. mehr
[01.06.2002]

Großklinik: Debatte um den Standort
Entscheidung für Alten Eichen Mathias Petersen (SPD) stellte fest, dass Elim letztlich zwar der richtige Standort sei, die Finanzierung des GroßKlinikums an der geplanten Stelle jedoch völlig unklar mehr
[31.05.2002]

Diakonie-Klinik: So soll sie werden
Hamburg Diakonie-Klinik: Eine Zusammenlegung von Elim, Bethanien, Jerusalem und Alten Eichen ist sicher. [?] Jetzt geht es um den Standort. Von Karsten Broockmann, Matthias Schmoock.
[29.05.2002]

Diakonie-Klinikum
Für das geplante Diakonie-Klinikum, das aus einem Zusammenschluss der evangelischen Krankenhäuser Elim, Alten Eichen, Bethanien und Jerusalem entstehen soll, ist jetzt ein Standort gefunden. Das Klinikum mit 542 Betten soll auf den beidenSportplätzen des Eimsbütteler Turnvereins [?] neben dem Elim-Krankenhaus gebaut werden. mehr
[21.05.2002]


Vermessung des Sparbier-Sportplatzes am
21. November 2002. Vermessungstechnische Erfassung und Dokumentation des Ist-Zustandes durch: http://www.hanackundpartner.de/

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