Presse 2005

Die Pressemeldungen sind chronologisch geordnet: Die aktuellste Meldung befindet sich am Ende!

Besondere Stichworte:
01. Springer-Presse druckt DKH-PR nach.
02. Die Rathaus-Connection: ETV-Geschäftsführer Frank Fechner
03. Der Sparbierplatz im Visier der Evangelikalen
04. Das DKH schrumpft! Der Sportplatz soll trotzdem bebaut werden.
05. „Elim-Krankenhaus soll durch ein Ärztehaus ersetzt werden“

06. GAL, CDU-Eimsbüttel und Regenbogen-Fraktion zur Bebauung.
07. „Praxenpark“ – Überrumpelungs-Manöver von Senat & Diakonie.
08. Abriss von Alten Eichen? Warum wird dort weiter investiert?
09. Geschäftsausweitung: Der Pflege-Partner-Diakonie steht bereit
10. Qualitätsjournalismus, Folge 3.

11. Die Agaplesion AG übernimmt Mehrheit am Diakonie-Klinikum.
11. Christliche Lügen: „Die Diakonie baut auf dem Elim-Gelände.“
13. Agaplesion-Klinikum kann auf dem Elim-Gelände gebaut werden.
14. Der Rechtssenat christianisiert die Suchtberatung!
15. DKH: Enthüllung der Initiative verzögert Bebauung!


Hamburger Abendblatt, 22. März 2005
■ Bethanien, Alten Eichen und Elim schließen 2008
Die Krankenhäuser Bethanien, Elim und Alten Eichen werden im Jahr 2008 geschlossen. Dann WIRD der Neubau des Diakonie-Klinikums Hamburg auf dem jetzigen Sparbier-Sportplatz zwischen Bundesstrasse und Hohe Weide (Eimsbüttel) eröffnet. Anfang 2006SOLL mit dem DKH-Neubau begonnen werden. Hintergrund der Fusion ist die von der Gesundheitsbehörde vorgesehene Konzentration von Krankenhausbetten. Für das Diakonie-Klinikum sind zwischen 450 und 500 Betten geplant. 2004 waren es noch 611Betten. Auch die Mitarbeiterzahl muß schrumpfen: Von derzeit rund 600 Kräften werden bis 2008 laut Prof. Manfred Dreyer, Ärztlicher Direktor des KH Bethanien, nur noch maximal 500 übrig bleiben. Dreyer, auch Ärztlicher Direktor im DKH: „Wir haben bereits mit dem Stellenabbau begonnen.“ Was aus den Gebäuden an den drei jetzigen Standorten wird, ist noch unklar. Ein Teil des Krankenhauses Elim soll abgerissen werden, Bethanien und Alten Eichen werden verkauft. Angedacht war dort unter anderem schon ein Altenheim oder Wohnungsbau. kle

Qualitätsjournalismus (Folge 1)

Kommentar: Muss man es wirklich „Journalimus“ nennen, wenn man Presserklärungen der Diakonieklinik GmbH einfach mehr oder weniger wörtlich widergibt? Warum wird ohne eigene Bemühung die Behauptung verbreitet, „wegen“ einer Fusion und einer „Konzentration von Krankenhausbetten“ solle auf dem SPARBIER-Sportplatz gebaut werden. Wenn es nur um eine Fusion ginge, könnte die Agaplesion AG dieses Klinikum in Alten Eichen bauen oder auch auf dem Gelände des Abendblattes. Zwischen Fusion, Bettenzahl und Bauplatz besteht überhaupt kein Zusammenhang! Und warum will das Abendblatt nicht RECHERCHIEREN, ob das Krankenhaus Alten Eichen in Stellingen wirklich geschlossen wird? Warum schreibt das Abendblatt ohne Not, das Diakonieklinikum WIRD 2008 auf dem Sparbiersportplatz eröffnet? Warum können Abendblatt-Autor/innen nicht einfach schreiben: „Es soll nach Meinung der Diakonie 2008 dort eröffnet werden“? Das wäre ja gewiss kein Angriff auf „die Diakonie“ (auch diese Angabe ist falsch), den wir wirklich nicht vom Abendblatt erwarten. Und dann die Sache mit dem Baubeginn: 2005 „weiß“ das Abendblatt, dem durchaus bekannt ist ist, dass es seit 2002 einen recht erfolgreichen Widerstand gegen diese geplante Bebauung gibt, dass „Anfang 2006“ auf dem Sparbier-Sportplatz Baubeginn ist. Werden wir wenigstens Anfang 2007 die Richtigstellung darüber lesen, dass diese Meldung falsch war? Natürlich nicht! Sie werden einfach einen neuen (und dann wieder falschen) Baubeginn-Termin veröffentlichen. Immerhin wird, was schon sehr selten ist, in diesem Artikel der Sparbierplatz als geplante Baustelle genannt. Unerwähnt bleibt jedoch, dass es sich dabei um einen öffentlichen Raum handelt. 

• Die Krankenkassen wissen es besser:
KRANKENHAUSPLANUNG = POLITISCHE Planung

Verband der Ersatzkassen Hamburg, März 2005
„Planungsentscheidungen beruhen oft auf politischen Erwägungen und nicht auf den tatsächlich quantitativ ermittelten Bedarfszahlen.“(Günter Ploß, Leiter der VdAK/AEV-Landesvertretung, als Vertreter der Krankenkassen)

■ „Wer war eigentlich…?“

Aus gegebenem Anlass würdigen wir an verschiedenen Orten dieses weblogs Geschäftsführer & Vorsitzende des ETV: Warum sie es wurden. Warum sie es meistens nicht lange waren. Welche Deals sie mit der Agaplesion AG/Diakonie machten. Was sie in dieser Zeit sonst noch taten. Zum Beispiel: Rüdiger Schulz (unter März), Michael Frey, Arne AumannLutz Harnisch-Schwerdt Ralf von Busch . Weitere Einträge sind über die Suchmaske zu finden. Mit Frank Fechner hat der ETV nun einen weiteren Geschäftsführer gefunden. Nach unserem ersten Eindruck könnte es sein, dass er länger bleibt als seine Vorgänger. Sein Profil passt zu der neuen Führung, die diesen „Traditionsverein“ am liebsten an die Börse bringen würde.

Wer war eigentlich Frank Fechner?

• ETV-Homepage: „Nach seinem Studium der Politologie war Frank Fechner [seit Juli 2005 Geschäftsführer des ETV] als PR-Berater tätig – vier Jahre als persönlicher Referent der Bürgerschaftspräsidentin, vier Jahre als Pressesprecher der Hamburger Bürgerschaft.“

• Hamburger Morgenpost, 16.6.1998: Ausgerechnet den 29. Juni hat sich Bürgerschaftspräsidentin Ute Pape (SPD) für das Parlamentarische Sommerfest ausgesucht. An diesem Abend kickt die deutsche Mannschaft. Unglücklich ist auch ihr Pressesprecher Frank Fechner – er ist Fußballfan wie Bürgermeister Ortwin Runde.
• Hamburger Morgenpost, 27.9.1999: 22.000 Hamburger/innen haben am Tag der offenen Tür das Rathaus besichtigt. Trotz Andrangs habe es keine Zwischenfälle gegeben, sagte Bürgerschaftssprecher Frank Fechner.
• Bürgerschaftspublikation:Aufbruch in das 21. Jahrhundert, Dokumentation der Vorträge von Richard von Weizsäcker, Hrsg. von der Bürgerschaft Hamburg. (Red.: Frank Fechner), 1999.
• Branchenmagazin horizont 20. 6.2001Ahrens & Behrent eröffnet in Hamburg ein Büro für klassische PR-Beratung. Das neue Büro soll den regionalen PR-Markt erschließen. Das Team wird von Frank Fechner geleitet, der bislang Sprecher der Hamburger Bürgerschaft war.
• St.-Pauli-Mag www.uebersteiger.de: Auskunft Frank Fechner: Ich war Pressesprecher im Rathaus und bin im Jahre 2001 auf Vermittlung von Christian Hinzpeter, mit dem ich bereits diverse Projekte gestaltet hatte, zum FC St.Pauli gekommen. Es war die Phase der Stadionplanung. Der Verein suchte jemanden, der das Vorhaben koordiniert.
Dies musste jemand sein, der in der politischen Szene der Stadt vernetzt ist, und nach acht Jahren [ohne Aufstiegschancen] im Rathaus suchte ich eine neue Perspektive. Ich hatte das Modell der Quersubventionierung des Stadionbaus durch eine Mantelnutzung (Stadionvorplatz, Schwimmbad) entwickelt.
• Die Welt, 19.9. 2002: Der FC St.Pauli will sich von Fechner trennen. Die Diskussion um den Neubau des St. Pauli-Stadions hat zu personel len Konsequenzen geführt. Nach Informationen der WELT trennt sich der FC St. Pauli von seinem „Chefkoordinator Stadionneubau“ FrankFechner. Der Verein teilte offiziell lediglich mit, dass „zur Personalie Fechner“ zum gegebenen Zeitpunkt eine Presseerklärung veröffentlicht“ werde.
• www.uebersteiger.de: Warum ist Frank Fechner entlassen worden? St. Paulis ehemalige Geschäftsführerin Tatjana Groeteke: Fechner sollte die Termine koordinieren, hat dann aber bei einer Sitzung mit dem Präsidium, dem Aufsichtsrat, den Kassenprüfern, Herrn Linzmair und meiner Person, Christian Pothe und Markus Linzmair aufs schärfste angegriffen, ihnen Unseriösität vorgeworfen. So etwas sollte man als Angestellter nur mit den Geschäftsführern diskutieren. Hier ging es vor allem um die Art der Stadionfinanzierung. Dass man ihm (damals) allerdings meinen Job versprochen hat, hätte er mir ruhig verraten können.
• www. hamburgische-buergerschaft.de: Mit den „Rathauskickern“ stellt die Hamburgische Bürgerschaft eine eigene Fußballmannschaft. Folgende Abgeordnete sind bei den Rathauskickern aktiv: Lars Dietrich (CDU), Christian Maaß (GAL) [setzt sich für die Privatisierung des Sparbierplatzes ein], Michael Neumann (SPD), Jürgen Schmidt (SPD), Rüdiger Schulz (SPD), Kai Voet van Vormizeele (CDU). Sowie die ehemaligen Abgeordneten: Christian Bölckow (StattPartei), Christian Brandes (PRO) [= Schill-Partei Eimsbüttel] , Michael Dose (SPD), Jürgen Klimke (CDU), Hans-Peter de Lorent (GAL), Stephan Müller (PRO) [=Schill-Partei, wechselte 2004 zur CDU], Volker Okun (CDU), Dietrich Wersich (CDU, ehem. Arzt am Agaplesion-Krankenhaus Bethanien, Hauptbetreiber der Privatsierung des Sparbierplatzes zugunsten der Agaplesion-Filiale DKH GmbH]. Unterstützt wird das Team unter anderem durch Frank Fechner(ehemaliger Geschäftsführer des FC St. Pauli).
• taz Hamburg, 29.1.2003: Der vom Ex-Präsidium des FC St. Pauli geschasste Stadionkoordinator Frank Fechner soll den Verein wiederbeleben. Corny Littmanns Glaube an eine ehrenamtliche Präsidiumsebene und eine hauptamtliche Geschäftsführerriege, bedarf einiger Neuorientierungen des Vereins, die er Fechner anvertraut.
• St.-Pauli-Mag uebersteiger.de: Und wie kam es dann zum zweiten Auftritt? FF: Ich befand mich auf Jobsuche… Ich war dann sehr froh als Corny Littmann als Präsident ins Gespräch kam, da ich ihn noch aus Rathauszeiten kannte.
• Hamburger Abendblatt, 31.12.03: Die Flops im Hamburger Fussball: Gunter Preussker: Kam zu Beginn 2003 als Vizepräsident zum FC St. Pauli, pries seine guten Kontakte in die Hamburger Wirtschaft. Alles leere Versprechungen. Corny Littmann: Vor und nach der Retterkampagne fiel der St.-Pauli-Boss hauptsächlich durch kommunikative Defizite und Satzungsverstöße auf. Frank Fechner: St.Paulis Geschäftsführer trat von einem Fettnäpfchen ins nächste, wirkte dünnhäutig und überfordert.
• Hamburger Abendblatt, 21. 6. 2005: St. Paulis GeschäftsführerFechner wechselt zum ETV. Der 42 Jahre alte Familienvater war bezüglich der nicht gezahlten Umsatzsteuer scharf kritisiert worden, Anfang des Jahres war er mit Vize-Präsident Stanislawski aneinandergeraten.
• fcstpauli.de + fanlager-nord-ost-kurve.de: „Die knappe St.Pauli-Pressemitteilung klingt wie „er hatte sich bemüht„: «Wir wünschen
ihm viel Erfolg und bedauern natürlich sein Weggehen. Gleichzeitig wollen wir die Gelegenheit nutzen, die Verwaltung im Verein ein bißchen anders zu organisieren“ », sagte Vizepräsident Schulz. Kommentar Gary Lineker, 21.6.2005: Das Fechner jetzt nachkartet, obwohl er noch bis zum 30.9. St.Pauli-Geschäftsstellenleiter ist, disqualifiziert ihn.
• ETV-Homepage, Juli 2005: „Unser neuer Geschäftsführer ist Frank Fechner. Der ETV setzt mit dieser Entscheidung ein klares Signal füreine Professionalisierung und Modernisierung der Vereinsarbeit“ sagte Vorstandsmitglied Michael FreyFechner-Merkel-Textbaustein: „Ich möchte den ETV in schwierigen Zeiten fit für die Zukunftmachen.“
• Hamburger Abendblatt, 15. November 2005: Vereine + Verbände werden dem Sparbeitrag des Sports zum Haushalt der Stadt zustimmen. Bis 2010 soll der HSB 12 Mio. € einsparen. „Unter den Umständen ist es das bestmögliche Ergebnis„, sagt ETV-Geschäftsführer Frank Fechner. Ingo Aurin vom Betriebssportverbandes fordert aber, „daß bei der Übernahme von Plätzen durch Vereine die Rechte
der Gastnutzer
 nicht beschnitten werden“.
• spd-hamburg.de/Lokstedt, 31. Mai 2006: Die Lokstedter SPD lädt ein zu einer öffentlichen Veranstaltung mit dem Thema Sportstadt Hamburg. Wie können die [noch] bestehenden [öffentlichen] Sportstätten optimal genutzt werden? Als [besonders in DIESER Frage] kenntnisreiche Podiumsteilnehmer haben für diesen Abend bereits zugesagt: Günter Ploß, Präsident des Hamburger Sportbundes, und Frank Fechner, Geschäftsführer des ETV.

■ Der Sparbierplatz als kommunal-öffentlicher Raum

Wegen seiner ungewöhnlichen Größe von rund 22.000 qm ist der öffentliche Sparbierplatz im dicht bebauten Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel nicht nur als Sportfreifläche von Bedeutung. Unsere Initiative verteidigt den Platz deshalb nicht in erster Linie als Sportfläche, sondern als kommunal-öffentlichen Raum, der auch für diejenigen von Bedeutung ist, die ihn nicht direkt nutzen. Als Sportfreifläche wird dieser öffentliche Platz regelmäßig von rund 1000 Menschen benutzt. Von nicht vereinsgebundenen Sportreibenden (deren Nutzung meistens nirgends angezeigt wird) und von sechs Vereinen. Einige Beispiele:

http://www.eintrachtnorderstedt-jg-95.de/archiv2.htm
Spielbericht zum Punktspiel am 9. April 2005 zwischen
Eimsbüttel 5.E – Eintracht Norderstedt 
Wir starteten unsere Spielzeit auf den Grandplätzen an der Bundesstraße (Sparbierplätze)… Das Endergebnis von 3:1 ging absolut in Ordnung. Also Jungs, keine Angst mehr vor der „roten Erde“.

http://jibben-grossmann.de/Ansetzungen
ANSETZUNGEN Mai 2005
18.05.05 Club Deportivo 1 : Altona 93 2. um 18:45 SPARBIERPLATZ 1
19.05.05 Eimsbüttel 2 : Nienstedten 2. um 17:30 SPARBIERPLATZ 1

10 Spiele auf 2 Plätzen an einem Tag:
21.05.05 Club Deportivo 1 : Rissen 2. um 13:00 SPARBIERPLATZ 1
21.05.05 Eimsbüttel 1 : Rissen 1. um 11:30 SPARBIERPLATZ 1
21.05.05 Eimsbüttel 2 : Alstert/Langenh 5 um 10, SPARBIERPLATZ1

21.05.05 Eimsbüttel 1 : Rissen 1. um 9:00 SPARBIERPLATZ 2
21.05.05 Eimsbüttel 2 : Altenwerder 2. um 9:30 SPARBIERPLATZ 2
21.05.05 Eimsbüttel 3 : Rissen 2. um 10:00 SPARBIERPLATZ 2
21.05.05 Eimsbüttel 5 : Wedel 3. um 10:30 SPARBIERPLATZ 2
21.05.05 Eimsbüttel 6 : Gr.Weiß Eimsb. 2. um 11, SPARBIERPLATZ2
21.05.05 Eimsbüttel 4 : Wellingsbüttel 3. um 11, SPARBIERPLATZ 2
21.05.05 Eimsbüttel 7 : West-Eimsb. 2. um 12, SPARBIERPLATZ 2

http://www.nsv-jugend.de/termine/termine.htm
Norderstedter SV
12.6.2005 Punktspiel Eimsbüttel 1G. gegen NSV 1 G-Jugend, um 11
Uhr; Sparbierplatz 2 

Sábado 18 Junio 2005
XV LATINOAMERICANO DE FÚTBOL – ORGANIZA COMITÉ SELECCIÓN DE COLOMBIA EN HAMBURGO 
PARTICIPANTES :Colombia,Brasil, Argentina, Chile, Perú, Cuba, Honduras, Bolivia, Panamá, Ecuador, Uruguay, Venezuela.
Lugar: Julius-Sparbier-Sportplatz 
Bundesstrasse 103 (neben Kaifu-Lodge)
Hamburg Eimsbüttel, U2 Christuskirche – MetroBus 4 (Kaifu), Entra-
da 2 Euros, Horario de 08 – 19 Horas

http://blicky.dyndns.org/bsv_relaunch/pages/news/vmb_cd05/05/Fu%DFball.pdf
Betriebssportverband Hamburg
VERBANDSMITTEILUNGSBLATT
20. Juni 2005: Iduna : Hamburger Hafen
Sparbier-Sportanlage
20. Juni 2005: Hamburg Mannheimer : Deutsche Bank
Sparbier-Sportanlage

■ Der Sparbierplatz im Visier der Evangelikalen

Unter den drei christlichen Kliniken Bethanien, Elim und Alten Eichen, die nach ihrer Fusion zum „Diakonie-Klinikum-Hamburg“ (DKH) mit Hilfe des Rechtssenats den öffentlichen Sparbierplatz privatisieren und bebauen wollen, ist Bethanien zwar die kleinste, dafür aber die einflussreichste. Denn Bethanien – einst Arbeitgeber des DKH-Lobbyisten Dietrich Wersich – ist eine Filiale des bundesweiten Bethanien-Netzwerkes mit Sitz in Frankfurt, das der evangelikalen methodistischen Kirche gehört. Aus diesem Netzwerk heraus wurde 2002 die Aktiengesellschaft Agaplesion gegründet, die jetzt schon aus dem Hintergrund (über einen Geschäftsführervertrag) die Firma „Diakonie-Klinikum-Hamburg GmbH“ steuert und die wahrscheinlich Mehrheitseigner des DKH werden wird.

Die Evangelikalen sind für ihre aggressiv-missionarischen Geschäftspraktiken bekannt. Soweit sie Teil der evangelischen Staatskirche sind (was nicht bei allen Freikirchen der Fall ist), bilden sie dort den rechten Flügel (Kampagnen gegen Abtreibung und Schwule, offensives öffentliches Auftreten). Weil die Zahl ihrer Anhänger im Gegensatz zu denen der Landeskirchen wächst, sehen die Spitzen der Staatskirche nun in der Wende zu evangelikalen Praktiken und Inhalten eine Chance, ihren Einfluss auszudehnen. 


Links: Smart-Flotte vor dem Berliner Dom. Rechts: „Großevangelisation“ von ‚Pro Christ‘ mit Parzany als Hauptprediger.

Welt, 22. Mai 2005
EKD-Wende zu den Evangelikalen
Kürzlich segnete der EKD-Bischof Wolfgang Huber 70 knallorangefarbene Smart vor dem Berliner Dom und erklärte sie zu motorisierten Mini-Kirchen, die für ein Leben mit Gott werben sollen – und für die nächsten Missionsveranstaltungen der evangelikalen Organisation „ProChrist“ im März 2006. Das hatte historisches Format. Denn Hauptprediger dieser Erweckungsbewegung ist der Pietist Ulrich Parzany – ein Mann, der vor Glaubensfeuer meist ein bißchen erhitzt wirkt. Zu den Plagen der Zeit zählt Parzany die Scham vieler Christen, öffentlich über Gott zu reden. Und der Missionsarbeit dieses Mannes öffnet Bischof Wolfgang Huber nun alle Kirchentüren. Bedenkt man, daß noch acht weitere Bischöfe „ProChrist“ unterstützen und daß Huber Chef der EKD ist, darf man solche Personalien als klare Botschaft lesen: Deutschlands oberster Protestant ist auf Kraftstoff für seine ausgezehrte Kirche gestoßen, auf evangelikale Glaubensglut.
Der Protestantismus befindet sich in einer historischen Wende.

Hamburger Abendblatt, 20. Juli 2005
Kampf um Sportplatz
Der Streit um die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes zwischen Bundesstraße und Hohe Weide in Eimsbüttel geht in die nächste Phase:

Am Freitag fällt die Entscheidung im Architekturwettbewerb für das geplante Diakonie-Klinikum. Doch die Initiative gegen die Bebauung des Sportplatzes will weiterkämpfen. Mit dem Zusammenschluß der Krankenhäuser Elim, Alten Eichen und Bethanien seien nur 385 statt der ursprünglich geplanten 542 Betten vorgesehen. Initiativensprecherin Regina Behrendt: „Für nur 165 Betten mehr, als das Elim heute schon bietet, soll eine öffentliche Freifläche plattgemacht werden, die von mehr als 1000 Menschen genutzt wird und darüber hinaus eine allgemeine Erholungsfunktion hat – das steht in keinem Verhältnis.“ Mechthild Führbaum (SPD), Mitglied im Kerngebietsausschuß, hält die Planung für einen „tragbaren Kompromiß“. [Was niemand interessieren müsste, wenn es nur die gedankenlose „Meinung“ wäre, als die dieses ohne Begründung auskommende Statement daher kommt. Frau F. verkündet hier einen Parteibeschluss!].

■ Der Sparbierplatz ist nicht nur ein Sportplatz!

Über Ja-Sager und Mitläufer

Die kommunal-öffentliche Freifläche „Sparbierplatz“ mir ihren beiden Grandplätzen (21.000 qm) und den dazu gehörenden grünen Randbereichen (1350 qm mit fast 100 großen Bäumen) ist der größte zusammenhängende und unbebaute öffentliche Raum im Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel.

Mit anderen Worten: der öffentlichen Sparbierplatz ist viel MEHR als ein Sportplatz. Allein seine große Weite stellt in dem dicht bebauten Gebiet einen Erholungsfaktor dar. Und diese Fläche ist nicht nur weit und unbebaut, sie ist auch ein Bereich, der keiner staatlichen und kommerziellen Kontrolle unterliegt. Jede Person kann den öffentlichen Platz kostenlos nutzen – oder eben auch nicht nutzen und trotzdem etwas davon haben. Der öffentliche Sparbierplatz ist immer geöffnet – es gibt einen Tag und Nacht geöffneten Seiteneingang – und stellt daher für alle eine Möglichkeit dar, sich unkontrolliert und ohne jeden Zwang (zum Beispiel zu einer Vereinsmitgliedschaft) dort zu bewegen. Als unbebaute Großfläche ist er darüber hinaus ein Freiraum im Wortsinn.

Aus all diesen Gründen wird die vom Rechtssenat geplante Privatisierung und Bebauung dieser öffentlichen Fläche nicht nur von Sporttreibenden abgelehnt. Es geht in dieser Auseinandersetzung um einegesellschaftspolitische Entscheidung. Der Rechtssenat will seit den Tagen der Schill-Partei/CDU-Koalition den öffentlichen, staatlich & kommerziell unkontrollierten Raum nicht nur an dieser Stelle einengen. Alles soll bezahlt werden, alles soll bewacht und kontroliert werden.

In diesem Fall geht es zudem darum, einer bundesweit expandierenden evangelikalen Klinikkette ein „Sahnegrundstück“ zu verschaffen. Nach der Privatisierung der kommunalen Krankenhäuser (LBK) sollen die privatwirtschaftlichen klerikalen Krankenhäuser ihre Geschäfte ausdehnen. Auch das ist Gesellschaftspolitik. Die Kräfte der Gegenaufklärung sollen gezielt gestärkt werden.

Hier soll ein öffentlicher Raum nicht nur privatisiert, sondern auchchristianisiert werden. Hier sollen 1000 Leute beschäftigt werden, denen Kirchenmitgliedschaft vorgeschrieben ist und die sich nicht einmal in einem harmlosen Verein wie Ver.di organisieren dürfen. Es ist kein Zufall, dass sich dieser Senat und die Klerikalen so einigsind und es ist auch kein Zufall, dass die Führung des „Traditionsvereins“ ETV so gut mit diesem Milieu klar kommt.

Seit der Auseinandersetung um die Bebauung gibt es bereits eine deutliche Verschiebung nach rechts. Die Stimmen der Aufklärung werden in der Öffentlichkeit (wie auch im ETV) denunziert und die Ja-Sager und Mitläufer, die sich als Modernisierer präsentieren dürfen, werden gefördert. Man versucht seit Jahren durch fingierte Presse-Meldungen vom unmittelbar bevorstehenden Baubeginn eineStimmung der Resignation zu erzeugen. Der unmündige Mensch wird zum Ideal erhoben. Mund halten und zahlen – das ist die Botschaft von Senat, Klinikbetreibern, ETV-Führung + Medien. Mit PR-Meldungen und bezahlter Werbung im lokalen Anzeigenblatt versucht man die Indifferenten zu gewinnen und die Gegner der Bebauung zu isolieren. Immer neue „Versprechungen“ werden lanciert, um die „Akzeptanz“ zu erhöhen: Kunstrasenpätze und eine Sporthalle, eine Tiefgarage für die „Anwohner“ und ein „Stadtteilkrankenhaus“, ohne das angeblich die lokale „Versorgung“ nicht gesichert ist. Aber all das brauchen nur die, die von dieser Privatisierung profitieren wollen. Niemand hat bisher bemerkt, dass hier ein Krankenhaus oder eine Tiefgarage fehlt. Niemand außer der ETV-Führung und dem Senat setzt sich für einen Klinikbau auf diesem Platz ein. Es handelt sich hier um eine Zwangsbeglückung, nicht um eine Nachfrage.

Wenn sie sich durchsetzen wird es diese große öffentliche Fläche nicht mehr geben. Der eine Teil wird bebaut sein, der andere dem ETV gehören. Auf den Platz kommt man dann nur noch als Kranker oder als zahlendes ETV-Mitglied. (Kranke ETV-Mitglieder haben den exklusiven VIP-Status).

Aus all diesen Gründen nützt es auch nichts, den Kampf um den Sparbierplatz einseitig als Kampf um einen „Fußballplatz“ zu führen.
Die Sporttreibenden, ob in einem Verein oder nicht, sollten verstehen, dass eine solche Orientierung nicht ausreicht. Im Fall einer Bebauung würde es nach einer gewissen Auszeit auch auf dem Restplatz wieder Sport geben – allerdings nur gegen Bezahlung und zudem deutlich weniger. Denn als doppelter Grandplatz ist der Sparbierplatz auch in dieser Hinsicht durch nichts zu ersetzen.
Davon vermitteln die folgenden Ankündigungen ein Bild:

Beispiele für die Nutzung im Juli und August

www.groundhopping.ch
Juli 2005 
29.07. 2005 TuRa Harksheide – SC Victoria
30.07. 2005 FC Twente Enschede – Hannover 96
31.07. 2005 SSC Italia Amburgo – SC Teutonia 10 Sparbierplatz 

www.hsv-forum.de/forum
HSV SUPPORTERS COMMUNITY
August 2005
– 12.8. 2005: Bei Deportivo am Sparbierplatz findet ein großes Liga-Turnier statt.
– 14.8. 2005: (svenause eicki, registrierter Benutzer): Ach ja, und einen Einbruch gab es auf dem Sparbierplatz auch noch. Hinter den Kabinen wurden die Fenster von den Duschen aufgehebelt. Aus 2 Kabinen wurden Handys, Uhren und Geld geklaut.

www.sportnord.de, 04.08.2005
August 2005
Oddset-Pokal: Ein weiteres Flutlichtspiel, das es im letzten Jahr noch in der Verbandsliga gab, steigt an den Sparbierplätzen, wo der in die Landesliga Hansa abgestürzte Eimsbütteler TV den VfL 93 empfängt.

Hamburger Abendblatt, 5. 8. 2005
August 2005
Oddset-Pokal: Post SV – Örnek/Türkspor. Borstel – Altona 93. Eimsbüttel – VfL 93. Sparbierplatz.

Die öffentliche Sportfreifläche Sparbierplatz wird genutzt von:
→ vielen vereinsfreien Sportler.
→ AC Italia , Hospitalstraße 111, 22767 Hamburg, 040-38 50 56, www.ac-italia-hamburg.de
→ Club Deportivo Espanol , Asociation Cultural Galega, Boschstraße 15, 22761 Hamburg, 040/ 890 22 91
→ Eimsbütteler TV , Bundesstr. 96, www.etv-hamburg.de, (37 Mannschaften)
→ SSC Italia Amburgo , Lianenweg 3 a, 22529 Hamburg, www.ssc-italia.de

EIMSBÜTTELER VEREINE
AC Italia
SC Bosna 1992
Club Deportivo Espanol
Eimsbütteler TV
ESV Grün-Weiß Hamburg v.1901
FC Alsterbrüder von 1948
FC Camlica Genclik 2002
FC Ronahi
HEBC von 1911
SC Victoria Hamburg v.1895
SC.Sternschanze v.1911
Sportverein Fortuna 72 Hamburg
SSC Italia
SV West-Eimsbüttel von 1923
VfL Hammonia v. 1922

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• • • 3x Pressevielfalt 2005:
„ist entschieden“
„ist entschieden“
„ist entschieden“


• Pressemeldung des Senats

Hamburger Abendblatt 13. August 2005
• Diakonieklinikum: Architekten-Wettbewerb ist entschieden 

Der Bau eines neuen Krankenhauses in Eimsbüttel ist einen deutlichen Schritt weitergekommen: Am Freitag stellte die Gesundheitsbehörde die Ergebnisse eines Architekten-Wettbewerbs vor. Danach wird das neue Diakonie-Klinikum (DKH) an der Ecke Bundesstraße/Hohe Weide nach den Plänen des Stuttgarter Büros Tiemann-Petri entstehen.
Die geschätzten Kosten zwischen 100 und 120 Millionen Euro will die Stadt zu Zweidritteln übernehmen. Baubeginn soll Anfang 2007 sein, sagte DKH-Geschäftsführer Bernd Weber. Mit der Fertigstellung rechne er im Jahr 2009. Die neue Klinik auf dem Gelände des Sparbier-Sportplatzes basiert auf einem Zusammenschluß der evangelischen Krankenhäuser Bethanien, Elim und Alten Eichen, die bereits 2003 fusioniert haben. Zudem wird mit der „CardioClinic Hamburg“ eine private Herzklinik mit 70 Mitarbeiter in das Gebäude umziehen. Bis zum [von den Betreibern erhofften] Betriebsbeginn im Jahr 2009 wird das benachbarte Krankenhaus Elim seinen Betrieb aufrechterhalten. Nach dem Umzug soll das Gebäude abgerisssen undan der Stelle ein Ärztehaus. gebaut werden. Die Krankenhäuser Alten Eichen und Bethanien sollen bis zum Umzug verkauft. werden. Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter stellte nähere Baudetails vor: Der fünf Stockwerke hohe Ziegelbau [auf dem Sportplatz] werde demnach eine „Kante“ an der Straße Hohe Weide bilden. Tiefgarage und die Lieferzufahrt zum Untergeschoß würden über die Bundesstraße geführt werden. Die Tagesstätte für Obdachlose, die sich auf dem Gelände befindet, würde in einem neuen Bau an der Bundesstaße untergebracht. Zudem werde als Ersatz für Sportflächen eine neue Dreifeld-Sporthalle gebaut, sagte Walter.


• Pressemeldung der Agaplesion AG

■ Bürger fragen – Politiker antworten
Oder: Warum wir keine „Anwohnerinitiative“ sind

Wir wissen nicht, ob die unten abgedruckte Anfrage an Till Steffen echt oder lanciert ist, aber es würde uns nicht wundern, wenn sie tatsächlich so gestellt wurde, da wir immer wieder braven Bürgern begegnen, die von den von ihnen präferierten Politikern nur wissen wollen, auf was sie sich einzustellen haben. Diese Untertanenhaltung gilt offenbar als demokratische Tugend.

Wie kommt ein Politiker, zumal ein Koalitionspolitiker, zu seiner „Position“ in einem konkreten Konflikt? Folgt er seinem Gewissen? Lässt er sich von sachlichen Überlegungen leiten? Ist die Haltung, die er zu einem bestimmten Zeitpunkt eingenommen hat, unabänderlich? Man kann das am konkreten Fall des Sparbierplatzes überprüfen.

Tatsächlich ist die Haltung zur Privatisierung und Bebauung des öffentlichen „Sparbierplatzes“ für Till Steffen und die GAL-Eimsbüttel eine Frage der Abwägung zwischen den Bündnisverpflichtungen innerhalb der SPD/GAL-Koalition und dem politischen Druck, den unsere Initiative auszuüben in der Lage ist. Bekanntlich ist die Eimsbüttler SPD für die Beseitigung der kommunal-öffentlichen Freifläche Spar- bierplatz und ebenso bekanntlich würde die GAL-Eimsbüttel deshalb die „rotgrüne“ Koalition im Bezirk ganz gewiss nicht in Frage stellen.

Andererseits wurde unsere Initiative GEGEN die Bebauung des Sparbierplatzes von rund 8000 Menschen per Unterschrift unterstützt. Das ist nicht wenig aus der Sicht eines Politikers, wenn man bedenkt, dass man von Eimsbüttel aus schon mit etwa 3000 Stimmen den Sprung in die Bürgerschaft schafft. Da ist es für Till Steffen und die GAL durchaus relevant, sich genau zu überlegen, wie man sich in diesem politischen Konflikt positioniert. Da wir im Bezirk momentan als die einzige relevante „Bürgerinitative“ wahrgenommen werden – wir selbst verstehen uns als politische Initiative, die mit der Verteidigung eines öffentlichen Raumes nicht zuletzt politische und soziale Handlungsmöglichkeiten verteidigt – und weil die GAL uns und unsere Unterstützer für potentielle Wähler der Grünen hält (da spielen noch ältere Vorstellungen vom Verhältnis von „Basis“ und „parlamentarischer Vertretung“ eine Rolle), muss „grüne Politik“ also irgendwie einen Mittelweg zwischen den Verpflichtungen gegenüber der SPD und uns suchen und finden.

Das Resultat dieser Abwägung ist, dass die GAL uns mit Statements unterstützt, die zugleich mit der SPD-Position kompatibel sind. Deshalb sagt die GAL einerseits klar und eindeutig, dass sie den Bau dieses Klinikums auf dem Diakonie-Grundstück in Alten Eichen/Stellingen besser finden würde. Zugleich macht sie an der Seite der SPD lauter Verbesserungsvorschäge dazu, wie der Verlust des Sparbierplatzes, den die GAL auf diese Weise bereits antizipiert, „kompensiert“ werden kann. Dass die GAL-Eimsbüttel uns als einzige Partei in vielen Punkten zustimmt, ist für uns keineswegs unbedeutend, da unsere Ablehnung der Bebauung dadurch von anderen etwas weniger leicht denunziert werden kann. Zugleich müssen wir uns immer wieder kritisch gegen die GAL wenden, weil sie uns mit ihren „Verbesserungsvorschlägen“ in den Rücken fällt.

Dieses ambivalente Verhältnis haben wir immer klar benannt, weil wir generell nicht den üblichen Regeln einer „Bündnispolitik“ folgen. Gegen einen Bau, der unter dem dem Namen „Diakonieklinikum“ firmiert (obwohl es nicht das Diakonische Werk ist, das hier bauen will), hat man nur eine Chance, wenn man zum Beispiel auch den Anspruch der „Gemeinnnützigkeit“ der Kirchenkonzerne in Frage stellt. Die „Tradition“, die unsere Kontrahenten in dieser Auseinandersetzung in Waagschale werfen können, hat ein erhebliches Gewicht.

Die Gegenseite versucht uns sehr bewusst zur „Anwohnerinitiative“ zu machen und sich selbst zur Verkörperung des „Gemeinwohls“. Obwohl es in unserer Initiative auch Leute gibt, die, weil sie in Mietwohnungen direkt neben dem Sparbierplatz leben, mit einer radikalen Senkung ihrer Lebensqualität rechnen müssen, spielt dieser Aspekt in unserer Argumentation ganz bewusst kaum eine Rolle. Denn wenn es wirklich so wäre, dass es weit und breit kein anderes Krankenhaus und keinen anderen Bauplatz gäbe, wären die Nachteile, die direkt Betroffene erleiden würden, in der Tat kein hinreichendes Argumentgegen die Bebauung einer öffentlichen Sportfreifläche. Wer sich für ein Leben in einer Großstadt entschieden hat, kann nicht erwarten, vom Lärm eines Martinhorns verschont zu bleiben oder verlangen, dass eine Baulücke auf der anderen Straßenseite, durch die bisher die Abendsonne in die eigene Wohnung schien, nicht geschlossen wird.

Aber genau so stehen die Dinge in diesem Fall nicht. Diese Klinik soll nicht auf diesen öffentlichen Platz, weil es einen Bedarf gibt. In dieser Gegend gibt es mehr Krankenhäuser und Ärztezentren als anderswo in Hamburg und die riesige Uniklinik (die ständig weiter ausgebaut wird), liegt nur 5 Minuten vom Sparbierplatz entfernt. Dieses Klinikum soll aus einem einzigen Grund genau dorthin, wo es jetzt den öffentlichen Sparbierplatz gibt: Der Beust-Senat will den christlichen Kliniken einen Konkurrenzvorteil verschaffen, indem er ihnen ein wertvolles „Filetgrundstück“ mitten im Kerngebiet von Eimsbüttel zuschustert. Es geht hier einzig und allein um Geselllschaftspolitik:

1. Grundsätzlich um die Privatisierung des öffentlichen Raumes. 2. In diesem Fall zusätzlich um die Aufwertung der klerikalen Kliniken bei gleichzeitiger Privatisierung der kommunalen Krankenhäuser. Über diese Zusammenhänge will auch die GAL nicht reden.

„Wann wäre Baubeginn?“
Seltsame Fragen an Till Steffen

http://www.abgeordnetenwatch.de/steffen_dr_till-1-9-65.html
Frage von Franziska Geibel, 08.09.2005

Hallo Prof. Dr. Till Steffen. Was sagen Sie zur Bebauung des Sportplatzes im Herzen Eimsbüttels zur Erweiterung des Elim-Krankenhauses, ist dieser Bau noch zu stoppen, und wann wäre Baubeginn? Beste Grüße.

→[Initiative: 1. Es geht nicht um eine Erweiterung des Elim. Das Elim wurde 2003 von der Agaplesion AG in einer „feindlichen Übernahme“ (Mopo) übernommen. 2. Der öffentliche Sparbierplatz ist wegen seiner Größe nicht nur als Sportplatz von Bedeutung. 3. Ob dieser Bau zu stoppen ist, ist vor allem eine Frage des politischen Widerstandes gegen die Privatisierung dieser öffentlichen Fläche]

• Antwort von Till Steffen (GAL), 08.09.2005
Hallo Frau Dr. Geibel, ich habe mich immer gegen den Standort Hohe Weide für das Diakonieklinikum Eimsbüttel eingesetzt. Ich war immer der Meinung, dass der Standort Alten Eichen der bessere Standort für ein solches zusammengefasstes Diakonie-Klinikum ist. Auch unabhängig von der Frage der Sportplätze. Der Verlust des einen Sportplatzes im hoch verdichteten Bereich Eimsbüttels kann m. E. nicht wett gemacht werden. Über die Frage des Baubeginns und den Stand des Verfahrens muss ich mich noch mal schlau machen. Darauf komme ich zurück. Schöne Grüße Till Steffen, www.till-steffen.de,

→ [In der Tat war der Beschluss des früheren SPD-Senats, dieses Klinikum in Alten Eichen/Stellingen zu bauen, gut begründet. Erstens gibt es dort ein großes Grundstück der Diakonie. Zweitens sollte die Fusion der maroden Christenkliniken rasch über die Bühne gehen, da sie nach den neuen Maßstäben unrentabel und veraltet sind. In Alten Eichen hätte man 2001/2002 mit dem Bau ohne ein langwieriges Bebauungsplanverfahren sofort beginnen können. Die konkreten Planungen wurden jedoch sofort nach der Machtübernahme der Schillpartei/ Beust-Koalition gestoppt. Hauptbetreiber dieser Baustopps war der CDU-Politiker Dietrich Wersich, eine ehemaliger Arzt am Krankenhaus Bethanien. Es geht aber nicht um den „Verlust des EINEN Sportplatzes“ – der Sparbierplatz besteht aus zwei Grandplätzen – sondern um den Verlust einer kommunal-öffentlichen Freifläche mit einer Größe von 22.000 qm, die wegen ihrer Größe im dicht bebauten Kerngebiet eben nicht nur als Sportplatz von Bedeutung ist. Wenn dieser Platz privatisiert und zwischen den „Partnern“ Agaplesion und ETV aufgeteilt wird, dann ist dieseGroßfläche als solche zerstört. Echte grüne Realpolitik ist es, wenn Till Steffen einerseits „dagegen“ ist und sich andererseits über den Baubeginn „schlau machen“ will.
Bei wem will er sich erkundigen? Bei uns etwa? Von uns könnte er erfahren, dass wir einen Baubeginn verhindern wollen und in dieser Hinsicht durchaus optimistisch sind. Es ist immerhin schon seit drei Jahren so, dass über einen Baubeginn nicht einfach nur die „Investoren“ entscheiden.]

• Sehr geehrte Frau Dr. Geibel, hier die versprochenen weiteren Auskünfte. Das Projekt soll ca. in einem Jahr so weit sein, dass ein Vorbescheid erteilt werden kann. Wann dann Baubeginn ist, hängt dann vor allem davon ab, wie schnell der Bauherr das Vorhaben vorantreibt. Scheitern könnte das Vorhaben noch, wenn die Finanzierung nicht zustande kommt (die scheint noch nicht gesichert zu sein) oder wenn AnwohnerInnen mit einem Normenkontrollantraggegen den Bebauungsplan Erfolg hätten. Schöne Grüße Till Steffen

→ [Der „Bauherr“ – es ist die Klinikkette Agaplesion – will das Privatisierungsvorhaben selbstverständlich möglichst rasch realisieren. Wir hingegen wollen es möglichst ausbremsen, verzögern, verlangsamen. Jede Verzögerung birgt politische Gefahren für das Vorhaben. Politische Prioritäten können sich verschieben, Gelder ausgehen, das ganze Projekt wird teurer, wir sorgen dafür, dass es einen schlechten Ruf hat, das Projekt kann zum Gegenstand von Profilierungskämpfen zwischen den Parteien werden, jemand kann uns die Protokolle von den nichtöffentlichen Deals des Jahres 2002 zuspielen etc. Allein dadurch, dass wir jedes Detail dieses Vorhabens registrieren, dass man weiß, dass wir alles genau verfolgen, verlangsamt sich schon die ganze Planung. Man muss vorsichtiger sein bei den notwendigen Finanz- und Grundstücksgeschäften wie auch bei der genauen Aufteilung der Flächen, der Planung der Bauabschnitte etc. Unsere Interventionsmöglichkeiten sind gerade deshalb vorhanden, weil wir die Privatisierung einer kommunal-öffentlichen Großfläche zum politischen Thema machen, weil wird also gerade nicht die subalternenAnwohnerInnen sind, zu denen Steffen uns erklärt. Die von uns in Erwägung gezogenen juristischen Mittel sind nur ein Aspekt unseres Widerstandes. Eine Normenkontrollklage, also die Überprüfung der Rechtmäßigkeit eines Gesetzes, werden wir eher nicht anstreben, weil solche Klagen meistens erst entschieden werden, wenn der Bau schon steht.]

CDU Eimsbüttel ,12.08.2005
Neues Diakonie-Klinikum – Ein Gewinn für den Bezirk Eimsbüttel.
• Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsdirektkandidat für Eimsbüttel, Wolfgang Beuß , ist sehr erfreut darüber, (Textbaustein 1) dass die heute vorgestellten Pläne zum Neubau des Diakonieklinikums jetzt konkrete Formen annehmen. (Textbaustein 2). Beuß: „Nach jahrelangem Ringen um die Realisierung (Textbaustein 3) der Klinik erhält der Bezirk Eimsbüttel endlich (Textbaustein 4) ein Krankenhaus in freigemeinnütziger Trägerschaft im Herzen des Bezirks. Das ist ein großer Gewinn (Textbaustein 5) für die Hamburger Bürger, (Textbaustein 6) die sich zukünftig in einem hochmodernen Klinikum (Textbaustein 7, die SPD würde sagen: ein Hochleistungsklinikum !) mit Spitzenmedizin und -pflege (Textbaustein 8) behandeln lassen können.“

• Regenbogen gegen „Luxus“

Regenbogen-Fraktion Hamburg
Zum Hotelbau am Schanzenpark
Wer öffentlichen Raum privatisiert, um zu erlauben, daß ein Luxus[?] -Hotel in einen bisher öffentlichen Park Hamburgs errichtet wird, muß [kann] mit Widerstand rechnen. Für die AnwohnerInnen [Kategorie?] in Eimsbüttel-Süd, im Schanzen- und Karolinenviertel ist der Sternschanzenpark das, was den AnwohnerInnen am Stadtrand als Garten oder Terrasse zur Erholung dient. Nach einer Befragung aus dem Oktober 2004 nutzt ein Drittel der HamburgerInnen täglich die vorhandenen Parks. Nur öffentliche Sportanlagen haben für Menschen in der Stadt eine ähnliche Bedeutung. Deren Flächen (so die Sparbier Sportplätze) sind in dem betroffenen Gebiet schon stark zu dichter Bebauung freigegeben.

→ [Anmerkung der Initiative: Wenn man gegen einen Hotelbau in einem öffentlichen Park ist, spielt es doch keine Rolle, ob es sich um ein einfaches Hotel oder ein teures Hotel handelt. Dem Ressentiment gegen „Luxus„, das hier geschürt wird, entspricht offensichtlich die Erfindung von authochtonen Ureinwohnern bzw. „Anwohnern“. Wir lehnen beide Kategorien ab.]

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■ Qualitätsjournalismus (Folge 2)

Immer wenn mal wieder eine Redaktion verkleinert wird, Reakteure wegrationalisiert werden oder eine Zeitung ganz geschlossen wird, lamentieren Journalisten gerne über Niedergang und Krise des Journalismus. Durch Einsparungen von Stellen bliebe der „Qualitätsjournalismus“ auf der Strecke. Doch das ist pure Wichtigtuerei. Journalisten sind abhängig Beschäftige, die ihren Job so machen, dass sie bei ihrem Medienunternehmen einen guten Eindruck hinterlassen. Dabei stellt der Taz-Journalismus einen Sonderfall dar, weil man sich mit diesem schlecht bezahlten Job erst noch als Nachwuchskraft für „Welt“, „Spiegel“ etc. qualifizieren möchte. Jeder TAZ-Artikel ist daher zugleich eine Art Bewerbungsschreiben. Von den meisten Dingen keine Ahnung zu haben, gehört zu den Voraussetzungen einer flotten Schreibe. Detailkenntnisse gelten im Journalismus als Handicap. Sie vergrößern den Aufwand und senken so das Zeilenhonorar. Außerdem eckt man damit unter Umständen unnötig an. Auch mit der „Recherche“, von der Journalisten gerne reden, wenn sie noch schnell bei Wikipedia vorbeischauen, ist es nicht weit her, zumal diese an der grundsätzlichen Orientierung nichts ändert. In der Regel geht eben alles viel schneller und macht die ganze Sache unkomplizierter, wenn man gleich den PR-Text einer Behörde oder Firma als Vorlage nimmt. Der folgende Text von Elke Spanner ist ein Beispiel dafür, wie so etwas funktioniert:

TAZ-Hamburg, 13.8.2005
Verkleinerte Zukunft
Neues Diakonie-Klinikum in Eimsbüttel wird über weniger Betten verfügen
und weniger Personal beschäftigen. Gesundheitsbehörde verspricht aber, niemandem zu kündigen

Das in Eimsbüttel neu entstehende Diakonie-Klinikum Hamburg (DKH) wird über fast 250 Betten weniger verfügen als die bisherigen drei Krankenhäuser, die in dem Neubau zusammengefasst werden.

→ [wieso WIRD? Elke Spanner weiß, dass nicht wenige Leute verhindern wollen, dass es zur Bebauung des Sparbierplatzes kommt. Sie weiß, das der Bau in der Bürgerschaft noch nicht beschlossen ist und dass die Planung derzeit nicht voran kommt. Trotzdem schreibt sie, als hätten sich unsere Kontrahenten schon durchgesetzt. Sie müsste nicht so schreiben, aber es ist besser für sie, wenn sie es als „Redakteurin für Gesundheit“ zu etwas bringen will].

Die evangelischen Kliniken Elim, Alten Eichen und Bethanien haben mehr als 600 Betten auf ihren Stationen. Im zentralen Klinikum an der Hohen Weide WERDEN es noch 385 sein. Diese Planung gab Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich (CDU) gestern bei der Präsentation des architektonischen Entwurfes bekannt. Voraussichtlich ab dem Jahr 2009 wird an der Hohen Weide der neue Klinkerbau mit Fensterbändern stehen.

→ [Der Bau wird ganz gewiss nicht 2009 „an der Hohen Weide“ stehen. Erstens, weil er AUF dem öffentlichen Sparbierplatz entstehen soll. Zweitens, weil sich durch unseren Widerstand das ganze Planungsverfahren erheblich verlangsamt hat. Der Aufwand der nötig ist, um die erforderlichen Grundstücks- und Finanzgeschäfte, bei denen allerhand „gedreht“ werden muss, so vorzubereiten, dass es dabei keine allzu offensichtlichen Angriffspunkte gibt, ist nicht gering. Es wird also noch Jahre bis zu einem Beschluss dauern. Und falls dann gebaut wird, so dauert das ebenfalls Jahre. Der Bau sollte laut Medienberichten, die nie korrigiert wurden, schon 2005 stehen. Selbstverständlich nutzt die TAZ-„Redakteurin für Gesundheit“ auch nicht die Gelegenheit, um zu erwähnen, dass Wersich vorher Arzt am Krankenhaus Bethanien war.]

Die Baukosten können noch nicht genau beziffert werden. Die Stadt rechnet mit 100 bis 120 Millionen Euro, die zu zwei Dritteln von der Stadt und zu einem Drittel vom DKH aufgebracht werden.

→ [Elke Spanner war – wie wir auch – dabei, als auf der Pressekonferenz im Rathaus die Planung zur Privatisierung und Bebauung des Sparbierplatzes den Journalisten vorgestellt wurde. Sie hat keine Fragen gestellt. Zum Beispiel zur Finanzierung: Können oder sollendie Baukosten nicht näher beziffert werden? Warum wird dieses Vorhaben über einen „Globaltitel“ finanziert? Warum wurden aus 100 Millionen MARK im Jahr 1999 plötzlich 120 Millionen EURO? Warum wurde 2003 von 150 Millionen Euro gesprochen? Glaubt Spanner wirklich, die klerikalen Kliniken, die Wersich ausdrücklich bevorzugen will, sollen 40 Mio. Euro selbst zahlen – eine Summe, die die klammen Einzelhäuser ohnehin nicht haben und die der dort eingestiegene Agaplesion-Konzern bestimmt nicht zahlen will? Überhaupt: warum wird die Rechtsform – GmbH und AG – der beteiligten Firmen nicht erwähnt?]

Die heute auf dem Grundstück befindliche „Tagesstätte für Obdachlose“ SOLL in ein Gebäude an der Bundesstraße umgesiedelt werden. Neben der Anzahl der Betten WIRD im neuen Diakonie-Klinikum auch die Anzahl der MitarbeiterInnen reduziert. Zurzeit sind in den drei Krankenhäusern 1.085 Männer und Frauen beschäftigt, langfristig sollen es laut Geschäftsführer Bernd Weber noch rund 1.000 sein. Wersich versprach aber, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird: Die „notwendige Personalanpassung“ werde „über den Faktor Zeit und natürliche Fluktuation“ erfolgen.

→ [SOLL und WIRD wechseln sich ab. Als Absichtserklärung werden nur Sachverhalte bezeichnet, die von den mächtigen Akteuren selbst noch als unklar bezeichnet werden. Diese wissen momentan noch nicht, wohin sie die Tagesstätte auf ihren Karten hinschieben WOLLEN. Deshalb schreibt Spanner hier „SOLL“. Alles andere behandelt sie als abgemachte Sache. Dabei redet die „Redakteurin für Gesundheit“ plötzlich von den Folgen der „Fusion“ für die Beschäftigten, obwohl dieses Thema mit der Bebauung des Sparbierplatzes nur unmittelbar zu tun hat: Die Zusammenlegung dieser Krankenhäuser sollte bereits ab 2000 in Alten Eichen/Stellingen stattfinden. Dies wurde von Wersich verhindert. Spanner hätte also, wenn sie an dem Thema interessiert ist, fragen können, welche Folgen Wersichs Baustopp in Alten Eichen für die Beschäftigten hat. So aber sind ihre Fragen nur Stichworte, die es den „Machern“ ermöglichen, sich als solche in Szene zu setzen. Dass eine „Fusion“ nicht zuletzt mit Rationalisierungszielen verbunden ist, versteht sich von selbst. Das Gerede von Wersich, der darüber nicht entscheidet, die „Arbeitsplätze“ seien sicher, dient vor allem der Ablenkung vom Hauptthema. WARUM soll diese Klinik unbedingt ins Eimsbüttler Kerngebiet und dort auf eine öffentliche Fläche? Darauf gibt es nur eine Anspielung in der Schlusspassage:]

In Anspielung auf vorausgegangene Konflikte bezeichnete der Gesundheitsstaatsrat die Bauplanung als „gutes Beispiel für kommunalen Interessenausgleich“. Gegen das DKH hatten sich zunächst Anwohner und die Fußball-Abteilung des Eimsbütteler Turnerverbandes (ETV) ausgesprochen. Der Sportverein muss für den Neubau einen Sportplatz opfern. Erst im zweiten Anlauf stimmte der ETV den Neubauplänen im März vorigen Jahres zu, nachdem die Stadt zum Ausgleich für den überbauten Sportplatz eine neue Sporthalle und ein Beachvolleyballfeld versprochen hatte. ELKE SPANNER

→ [Weil Spanner oben so tut, als sei die Bebauung des öffentlichen Sparbierplatzes schon eine Tatsache, muss sie am Ende so tun, als sei der Widerstand gegen die Bebauung schon Vergangenheit. DieDefinitionsmacht hierüber räumt sie ausgerechnet unserem wichtigstens Kontrahenten ein, dem Ex-Bethanien-Arzt Wersich, der seine Karriere der Schill-Partei/CDU-Koalition verdankt und der selbst das politische Programm „Privatisierung des LBK bei gleichzeitiger Stärkung der christlichen Kliniken“ für diese Koalition entworfen hat. Obwohl also der Widerstand gegen das Vorhaben weiter besteht, wird dieser nun von Spanner in den Abfallkorb für „vorausgegangene Konflikte“ gesteckt. Als „gutes Beispiel für kommunalen Interessenausgleich“ darf denn Wersich die Geheimverhandlungen zwischen Senat und ETV bezeichnen, dem man Millionen dafür zahlen will, dass er – obwohl ihm dieser öffentliche Raum nicht gehört – die Privatisierung politisch unterstützt. Und obwohl Spanner genau weiß, dass dieser Platz nicht dem ETV gehört – es stand sogar in der TAZ! – schreibt sie ganz absichtlich, der ETV MÜSSE einen „Sportplatz opfern“ – für den Neubau einer Klinik, die außer den Betreibern niemand vermisst.

Die „Opfer“-Metaphorik ist hier nicht zufällig gewählt. Spanner knüpft damit an einen reaktionären „Gold gab ich für Eisen“-Diskurs an, also an das Opfer der Einzelnen für das völkische Kollektiv. Das „Krankenhaus“, das in Spanners Text keinen Eigentümer hat, sondern als DAS Krankenhaus aus dem Kinderbuch erscheint (wo es keinen Gesundheitsmarkt und keine Kapitalgesellschaften gibt), steht hier für das „allgemeine Interesse“, dem hier aber nicht etwa die allgemeine Öffentlichkeit ein „Opfer“ bringen muss, sondern der Großverein ETV, der vom Senat zu deren Stellvertreter ernannt wurde. In diesem Sinn werden auch die Gegner der Bebauung beschrieben, von denen frech behauptet wird, sie hätten sich nur „zunächst“ gegen die Privatisierung der öffentlichen Fläche gewehrt. Spanner nennt sie „Anwohner und die Fußball-Abteilung des Eimsbütteler Turnerverbandes“.

Nachdem Spanner in ihrem Artikel kein einziges Mal erwähnte, dass der Sparbierplatz die letzte große KOMMUNNAL-ÖFFENTLCHE Freifläche in einem dicht bebauten Bezirk ist, weshalb eben nicht nur Sporttreibende gegen ihre Privatisierung und Bebauung sind, führt sie nun die Figur des „Anwohners“ ein. Die „Anwohner“ sind aus nicht näher erläuterten Gründen NEBEN den Sportlern (die angeblich alle im ETV Beitrag zahlen) auch irgendwie gegen dieses Vorhaben. Abgesehen davon, dass Spanner die Gegner der Privatisierung penetrant als Leute darstellt, die aus der Froschperspektive von „Betroffenen“ urteilen, während die Politiker das „Allgemeinwohl“ verkörpern, weiß sie genau, dass es eine politische „Initative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes“ gibt, in der sich ganz unterschiedliche Leute – darunter auch Mieter nahegelegner Wohnungen und Sportler mit und ohne Verein – zusammengeschlossen haben, die gerade nicht aus der Froschperspektive von „Anwohnern“ und „Sportlern“ argumentieren, sondern als Leute, die

im Verschwinden eines weiteren kommunal-öffentlichen Raumes und den damit verbundenen zusätzlichen Macht- und Kontrollmöglichkeiten von Staat und Kapital eine allgemeine Einschränkung ihrer sozialen und politischen Handlungsmöglichkeiten sehen.

Und die es als zusätzliche Einschränkung empfinden, wenn sich durch den Bau einer Filiale des evangelikalen Agaplesion-Konzerns in dieser Gegend die Kräfte der Gegenaufklärung weiter breit machen. Schon die bisherigen Versuche, den Bau einer privatwirtschaftlichen Klinik ausgerechnet auf einer öffentlichen Sportfreifläche zu legitimieren, gingen mit einer rechten Offensive einher.

Wenn wir sagen, dass wir gegen ein Krankenhaus sind, „das krank macht“, so meinen wir damit auch, dass dieses Vorhaben nicht zuletzt auch ein Angriff auf den politischen und sozialen Verstand ist!

Es sind diese Gedanken, die Spanner weder denken noch aussprechen kann und will. Würde sie es tun, taugte ihr Artikel nicht mehr als Bewerbungsschreiben.

• Nachtrag 2008
Die Bewerbungsschreiben, die Elke Spanner als Jurastudentin und „Redakteurin für Gesundheit“ bei der TAZ schrieb, haben sich gelohnt: Seit 2008 ist sie „Redakteurin für Gesundheitswirtschaft derFinancial Times Deutschland“ in Hamburg. Zuvor war sie schon „freie Nachrichtenredakteurin“ bei SPIEGEL Online.

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(…aber nur, wenn Sie wollen was WIR wollen)

Hamburger Abendblatt, 16. August 2005
• Diakonie-Klinikum: Protest geht weiter
Initiative will juristisch für Sportplatz kämpfen 

Die aktuellen Pläne für ein neues Diakonie-Klinikum in Eimsbüttel stoßen vor Ort weiter auf Kritik. Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbier-Sportplatzes kündigte jetzt juristische Schritte an.

Insbesondere die Ankündigung von Hamburgs Oberbaurat Jörn Walter, wonach zusätzlich zu der eigentlichen Klinik auch ein Ärztehaus gebaut wird, sei vor Ort mit einiger Überraschung vernommen worden, sagte Initiativen-Sprecherin Dorothea Liebing.

Auf Unverständnis stoße zudem, daß die neue Klinik nur rund 165 Betten mehr bekommen soll als das vorhandene Krankenhaus Elim, das später für das Ärztehaus abgerissen werden soll. Die Initiative protestiert in erster Linie gegen den Wegfall von öffentlichen Freiflächen, die von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt würden. Wie berichtet, soll nach dem Zusammenschluß der Kliniken Bethanien, Alten Eichen und Elim auf dem Sportplatz an der Straße Hohe Weide Anfang 2007 mit dem Bau eines evangelischen Krankenhauses begonnen werden. Als Ersatz für den Wegfall von Sportplatzflächen [10.400 m²] ist eine neue Turnhalle [1300 m²] geplant.

2005 Jörn walter

Stadtplanung als rechte Gesellschaftspolitik
Jörn Walter war bereits vor dem Schill/Beust-Machtantritt Oberbaudirektor und ist es auch heute noch. Seine Karriere begann 1990 im gerade eingemeindeten Dresden. Zur Privatisierung des öffentlichen Sportplatzes musste ihn niemand drängen. In Architekturpublikationen zeigte Walter großformatige Pläne des Klinikums zu einem Zeitpunkt, als dessen Realisierung noch in den Sternen stand. Walter präsentierte die Bebauungspläne 2005 zusammen mit Wersich im Rathaus, wo er auch einen Anbau auf dem Nachbargrundstück mit den Worten ankündigte: „Der Ziegelbau des Diakonieklinikums wird sich gut in das Stadtteil-Bild einfügen“. Walter hatte gleichzeitig in der HafenCity alle Grünräume und Durchblicke zumauern lassen. Seine „Stadtplanung“, die in der Erfüllung von Investorenwünschen besteht, wird heute in den Feuilletons mit lokalpatriotischem Unterton als Anschlag auf die baukulturelle „Identität Hamburgs“ bewertet. Auch der Agaplesion-Bau wird öfters als Resultat einer Fehlplanung beurteilt. Tatsächlich erdrückt das klotzige Gebilde die umliegenden Wohngebiete, dessen Straßen jetzt wie düstere Schluchten und Anlieferzonen aussehen. Nicht nur die vergitterte Rückseite sieht aus wie eine Gefängnisfassade. Der Bau ist zu lang und zu hoch und die Haustechnik auf dem Dach sieht aus, als hätte man dort Baucontainer abgeladen. Doch die einseitige Kritik vom städtebaulichen Standpunkt aus, verfehlt die Pointe: Hier hat niemand versehentlich die Wirkung auf die Umgebung nicht bedacht. Hier wurde im Wissen um diese Wirkung (und ihre Folgen) gehandelt, sozusagen aus übergeordneten gesellschaftspolitischen Motiven zugunsten eines evangelikalen Konzerns. Über das Thema Stadtplanung kommt man diesen Motiven nicht bei.

2005 08 Dietrich Wersich Agaplesion AG

Eimsbüttler Wochenblatt, 19. August 2005
• Der Diakonie-Neubau [und ein privates Ärztehaus] soll ab 2007 [auf der öffentlichen Freifläche] an der Hohen Weide entstehen.

Dietrich Wersich, inzwischen Staatsrat der Gesundheitsbehörde, stellte im Hamburger Rathaus die Pläne vor. „Der Ziegelbau [auf der Freifläche] wird sich in das Stadtteil-Bild einfügen“, versicherte Oberbaudirektor Walter bei der Präsentation. Vom Eingangsbereich mit öffentlicher Caféteria finden künftige Besucher in die Abteilungen.Die Patienten-Zimmer mit 385 Betten liegen zur Straße hin„So werden sie nicht vom Sport gestört“, erklärte Walter. Die Zufahrt zur Tiefgarage liegt in der Bundesstraße, um den Anwohnern Verkehrslärm zu erparen. Neben der Zufahrt ist die neue Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose geplant. Das alte, unter Denkmalschutz stehende [Hitler Jugend-] Haus wird abgerissen. Auch das heutige Elim-Krankenhaus wird [soll werden!] nach Fertigstellung des Klinikums im Jahr 2009 abgerissen. Auf der Fläche werden ein [privates] Ärztehaus und eine [wem gehörende?] Turnhalle errichtet. Der Sportbetrieb soll trotz der mehrjährigen Bauphase ungehindert weitergehen. „Nur beim Bau der Tiefgarage wird der Sportplatz gesperrt“, kündigte Oberbaudirektor Walter an. Die Stadtfördert [schenkt der Agaplesion AG] den Neubau mit [mindestens] 80 Millionen Euro. Ein Teil der verbleibenden Summe soll durch Verkäufe der Krankenhäuser Alten Eichen [?] und Bethanien aufgebracht werden. [und der andere Teil?]

Eimsbüttler Wochenblatt, 9. September 2005
• Initiative plant rechtliche Schritte
Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes an der Bundesstraße bleibt bei ihrem Nein zum Klinikum-Bauprojekt. „Es kann nicht sein, daß für 165 Betten ein Sportplatz für 600 Jugendliche und Erwachsene plattgemacht werden soll“, erklärt Ini-Sprecherin Regina Behrendt. Der Neubau, der die drei Krankenhäuser Alten Eichen, Elim und Bethanien ersetzen soll, ist für 2006 geplant. Die Initiative hat einen Rechtsanwalt beauftragt, um mögliche Verfahrensfehler zu überprüfen.

Gleichzeitig schlägt die Ini vor, das Diakonie-Klinikum auf dem bisherigen Elim-Gelände zu errichten.

„Dann könnte der Sparbier-Sportplatz erhalten werden“, so Behrendt. Als Alternative bietet sich auch das Gelände des Alten Eichen-Krankenhauses an. Dort wurden noch im März 500.000 Euro in eine Not- und Unfallambulanz investiert. Die Ini-Sprecherin kann die Baumaßnahme nicht nachvollziehen. „Warum wurde hier Geld ausgegeben, wenn nach dem Klinikum-Neubau Alten Eichen abgerissen wird?“, fragt Behrendt. Die Klinikum-Betreiber sehen darin keinen Widerspruch. „Der Umbau war lange geplant“, so Diakonie-Sprecherin Ute Schlemmer. Das Krankenhaus werde noch bis zur Fertigstellung des Klinikums im Jahr 2009 [?] genutzt.

Zudem sei es nicht sicher, daß Alten Eichen komplettabgerissen wird. „Momentan wird debattiert, was mit dem Gebäude geschieht“.

Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes plant derweil einen Aktionstag. Das Datum wird noch bekannt gegeben.

■ GESCHÄFTSAUSWEITUNG der AGAPLESION AG:


→ So sieht das neue „Diakonie-Klinikum“ (der Agaplesion AG) auf der öffentlichen Großfläche Sparbierplatz als Holzmodell aus!

Wie immer verwechselt die Lokalpresse zielstrebig die politischeAbsicht mit der politischen Realität. Dass Rechtssenat und dieevangelikale Klinikkette den öffentlichen Platz privatisieren und bebauen WOLLEN, daran gibt es keinen Zweifel. OB sie es auch durchsetzen können – und falls ja, WANN – das ist eine ganz andere Frage. Dass der Filialleiter Wessel dem politischen Urheber dieses Plans, dessen eigenen Plan erklärt, ist eine besonders servile Anbiederung des Anzeigenblattes an seinen Kunden. Die Privatisierung des Sparbierplatzes zwecks Sonderförderung einer klerikalen Klinikkette steht auf der Agenda des Ex-Bethanien-Arztes Wersich, der seinen Aufstieg der Schill-Partei/CDU-Koalition verdankt, ganz oben. Wessel spielt hier nur eine Nebenrolle, denn die Mittel, mit denen er kalkuliert und die Handlungsmöglichkeiten, über die er verfügt, sind Mittel der „öffentlichen Hand“, die der Rechtssenat dem Klinikkonzern in dicken Bündeln rüberschiebt. Deswegen darf man auch bezweifeln, ob es am Ende wirklich bei 80 Millionen bleiben wird.

Vor allem aber sind wir sicher, dass der Agaplesion-Konzern im Falle der Privatisierung und Bebauung des Sparbierplatzes auf seine Besitztümer Alten Eichen und Bethanien nicht verzichten wird. Falls dort jemals überhaupt etwas verkauft wird, dann werden die Käufer zum Beispiel Tochtergesellschaften von Agaplesion sein. Denn ganz im Gegensatz zu der demagogischen Litanei, man „müsse“ den öffentlichen Platz zum Zweck von „Einsparungen“ an anderer Stelle bebauen, geht es dem expansiven Agaplesion-Konzern um die Ausweitung seiner Geschäfte. Das wird von Wersich unterstützt. 

Zwei Beispiele:

(1) Neue Investitionen in „alte“ Standorte. Wozu?

Wenn man den von den meisten Medien kolportierten Agaplesion-Pressemitteilungen glauben wollte, müsste man denken, vor den bisherigen Standorten seien bereits die Abrissbagger aufgefahren und warteten nur noch darauf, dass auf dem öffentlichen Sparbier-Sportplatz ein neuer Klinikbau fertig wird, damit sie die alten Standorte zwecks Kosteneinsparung platt machen können. In Wirklichkeit wird zum Beispiel in Alten Eichen weiter investiert, denn auf dem großen Gelände wird es „später“, so unsere begründete Vermutung, mit anderen Geschäftszweigen (die sich mit den Abteilungen des „Diakonieklinikums“ möglicherweise ergänzen werden) flott weiter gehen. Freiwillig wird Agaplesion jedenfalls nicht auf die Option verzichten, Alten Eichen, Bethanien UND den privatisierten Sparbierplatz zu besitzen. 

http://www.diakonie-hamburg.de/news.fr.0000000008/index.html

NOTAUFNAHME ALTEN EICHEN IN NEUEN RÄUMEN
07.1.2005 – In dieser Woche hat die Notaufnahme des Diakonie-Klinikums Hamburg am Standort Alten Eichen in neuen Räumen den Betrieb aufgenommen. Für eine schnelle und patientengerechte Versorgung wurde die Notaufnahme vom 1.OG in das Erdgeschoss mit direktem Zugang verlegt. Die Versorgungsqualität für die Notfallpatienten wird durch die verbesserten und vergrößerten Raumstrukturen sowie durch die technische Aufwertung der apparativen Ausstattung entscheidend erhöht. ES HANDELT SICH UM EINE ÜBERGANGSLÖSUNG BIS ZUR ZUSAMMENLEGUNG DER DREI KRANKENHÄUSER, DIE ZUM DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG GEHÖREN.
Das Spektrum der 24-Stunden-Notfallversorgung in Alten Eichen ist breit gefächert: Hier werden akute Krankheiten wie z.B. Herzinfarkte, Magen- und Darmblutungen, Asthmaanfälle oder akute Nierenversagen behandelt. Die evangelischen Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien und Elim haben sich zum Diakonie-Klinikum Hamburg zusammengeschlossen. Bis zum Einzug in den geplanten Neubau an der Hohen Weide in Eimsbüttel arbeitet das Diakonie-Klinikum an den drei bisherigen Standorten.

Für Historiker:

• Oberbaurat Walter behauptet 2005: Hamburg zahlt für die Bebauung des Sparbierplatzes „nur“ 80 Mio. €, die Diakonie selbst zahlt 40 Mio. €. Da sie diese Summe nicht flüssig hat, verkauft sie die anderen Krankenhäuser.

• Walter sagte das im Eimsbüttler Wochenblatt vom 19.8.2005: Die Stadt Hamburg fördert den Neubau des Diakonie-Klinikums mit 80 Millionen Euro. Ein Teil der verbleibenden Summe soll durch Verkäufe der Krankenhäuser Alten Eichen und Bethanien aufgebracht werden.

• Siehe dazu auch: Eimsbüttler Wochenblatt, 9.9.2005: „Warum wurde hier Geld ausgegeben, wenn nach dem Klinikum-Neubau Alten Eichen abgerissen wird?“, fragt Behrendt. Die Klinikum-Betreiber sehen darin keinen Widerspruch. „Der Umbau war lange geplant“, so Diakonie-Sprecherin Ute Schlemmer. Zudem sei es nicht sicher, daß das Gebäude komplett abgerissen wird. „Momentan wird debattiert, was mit Alten Eichen geschieht.

• Details zum Ausbau des Diakoniekrankenhauses „Alten Eichen“ finden sich im „Medizinischen Branchenbuch“. Auf der Hompage www.g-qb.de veröffentlichen die Krankenkassenverbände seit Herbst 2005 Qualitätsberichte aller Krankenhäuser. Unter dem Suchbegriff ‚diakonie‘ findet sich unter anderem die Datei: „DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG ALTEN EICHEN BETHANIEN ELIM“

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(2) Der „Pflege-Partner Diakonie“ steht schon bereit

Wenn bei den Betten „gespart“ wird, ist das der Diakonie egal. Denn sie ist gut gerüstet für die ambulante Nachsorge. Am Ende verdient sie auf beiden Feldern mehr als vorher. Dass genau dies das Ziel ist – Marktanteile vergrößern! – wird im Zentralorgan „Die Nordelbische“ ganz ohne christliche Verbrämungen ausgesprochen:

http://www.nordelbische.de/beitraege/?p=149
DIE NORDELBISCHE, 6. Juli 2005

Vor dem Hintergrund der Auflagen der Gesundheitsreform sind jetzt die drei konfessionell geprägten Krankenhäuser Hamburgs, das Albertinen-Krankenhaus, das Diakonie-Klinikum Hamburg und das Marienkrankenhaus, eine Partnerschaft eingegangen. Erklärtes Ziel ist es, ein wirksames Zusammenspiel von Krankenhaus und ambulanter Pflege zu ermöglichen. Die drei Krankenhäuser haben jetzt einen Kooperationsvertrag für ein gesichertes Entlassungsmanagement mit dem Verbund Pflege-Partner Diakonie unterzeichnet. Wer noch vor einigen Jahren im Krankenhaus behandelt wurde, konnte nach Operationen mit einem lmanchmal wochenlangen Aufenthalt rechnen. Durch die Gesundheitsreform wurde die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus verkürzt. Jetzt wurde eine Versorgungslücke geschlossen. Der Pflege-Partner Diakonie verspricht eine stadtweite Versorgung, eine 24-stündige Erreichbarkeit mit einer zentralen Telefonnummer. Die Kooperation will angesichts der erheblichen Konkurrenz auf dem Gesundheits-Markt noch wirtschaftlicher arbeiten. Der Verbund nutzt denHeimvorteil, der mit den bestehenden Einrichtungen mit insgesamt 61.000 Patienten pro Jahr in den Krankenhäusern und rund 4700 Pflegebedürftigen in der ambulanten Pflege nicht unerheblich ist. Ziel sei es, so Stefan Rehm, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes, die in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen.

http://www.medizininformatik-treffpunkt.de/apps/dertag/medinfoweb_050630.pdf
Im Express-Tempo durchs Krankenhaus
Mehr als 60 000 Patienten werden jährlich vom Diakonie-Klinikum Hamburg (Alten Eichen, Bethanien und Elim), dem Marienkrankenhaus sowie dem Albertinen-Haus und Albertinen-Krankenhaus behandelt. Der neu gegründete Verbund „Pflege-Partner Diakonie“ soll gleich nach der Klinik-Aufnahme mit einem „Entlassungsmanagement“ sicherstellen, dass Patienten nicht allein gelassen werden. Dazu gehört die mit der Klinik, dem Hausarzt, dem Patienten und dessen Angehörigen abgestimmte Vorgehensweise: Überleitungspflege zu Hause, Verlegung in eine nachstationäre Einrichtung oder in ein Pflegeheim. Birgit Szezinowski, Chefin von „Pflege-Partner Diakonie“: „Unsere Einrichtungen bieten mit 1600 Mitarbeitern in der ambulanten Pflege ein hochqualitatives, ganz Hamburg abdeckendes Versorgungsangebot.

http://www.marienkrankenhaus.org/pages/seiten/patienten/entlassung.html
Pflege-Partner Diakonie: Die Krankenhäuser Albertinen-Haus, Albertinen-Krankenhaus, Diakonie-Klinikum Hamburg und Marienkrankenhaus sowie die Pflege-Partner Diakonie GbR (ein Zusammenschluss von vier Krankenhäusern und 24 Diakonie- und Sozialstationen) arbeiten beim Entlassungsmanagement zusammen. Die Einrichtungen von Pflege-Partner Diakonie haben zusammen rund 1.600 Mitarbeiter und betreuen etwa 4.700 pflegebedürftige Menschen.

■ ■ ■ Der Krankenhausmarkt:

Die Welt, 29. Mai 2005
■ Der Krankenhaus-Markt in Hamburg 

Das Allgemeine Krankenhaus (AK) Barmbek, das für rund 155 Millionen Euro erneuert und modernisiert wurde, geht bald in Betrieb. Das Großklinikum steht symbolisch für den Neuanfang im Hamburger Gesundheitswesen. Das gesamte System befindet sich derzeit im Umbruch – die Chancen sind groß, daß sich die Branche zum Nutzen des Wirtschaftsstandortes Hamburg ausweiten läßt, aber es besteht auch die Gefahr einer Zwei- oder gar Dreiklassenmedizin in der Hansestadt. …Eine Auflösung der überkommenen Finanzierungs- und Organisationssysteme und die Umstellung der Finanzierung von der Kostenerstattung auf reale Preise haben zu komplett neuen Strukturen geführt. An die Stelle der Tagespflegesätze sind Fallpauschalen getreten, die mittelfristig gleiche Preise für gleiche Leistungen zwischen Flensburg und Passau vorsehen und den Aufwand der einzelnen Klinik nicht mehr berücksichtigen. Wer die Anforderungen an Preise und Qualität nicht erfüllt, wird im Wettbewerb untergehen. In der Neuordnung des Gesundheitswesens spielt Hamburg bundesweit eine Schlüsselrolle. Zu den Vorreitern zählt der frühere Vorstandssprecher des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) Hamburg, Professor Heinz Lohmann, der sich unterdessen als Berater selbständig gemacht hat. Er leitete den Wandel der Kliniken vom Behördenapparat zum Unternehmen der freien Wirtschaft ein – nicht immer zur Freude der Mitarbeiter. Zu den Vorreitern zählen auch der Chef des Albertinen-Diakoniewerks, Professor Fokko ter Haseborg, der sein Unternehmen stetig ausbaut, und der neue Direktor des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), Professor Debatin, der die alten Instituts-Strukturen mit Professoren-Erbhöfen auseinanderschraubt. Der Zwang zur Wirtschaftlichkeit führt zu Kooperationen und Fusionen, die noch vor zwei Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. An erster Stelle steht der Mehrheitsverkauf des LBK Hamburg, der von den Asklepios Kliniken übernommen wurde. Aber auch darüber hinaus wird gekauft, verhandelt und taktiert, bis sich die Hamburger Krankenhauslandschaft komplett verändert hat: Das UKE hat das renommierte, aber in finanzielle Bedrängnis gekommene Altonaer Kinderkrankenhaus übernommen. Gleichzeitig gründete das Klinikum erste Tochterunternehmen, die Geld verdienen sollen – mit Herzoperationen, mit Transplantationen, mit Labordiagnostik und mit Vorsorge-Untersuchungen. Hinzu kommen medizinische Kooperationen mit kleinen Krankenhäusern im Umland. Der LBK Hamburg gründete knapp zwei Dutzend Service-Betriebe und Tochterunternehmen, die Versorgungsleistungen von der Küche bis zur Wäscherei und Logistik zu liefern und natürlich auch an andere verkaufen. Das [methodistische] Albertinen-Diakoniewerk hat sein ursprüngliches Konzept aus Krankenhaus und Geriatrie erweitert. Zur Gruppe gehört jetzt auch das Amalie-Sieveking-Krankenhaus und die Klinik Poppenbüttel. Rund um „Amalie“ in Volksdorf wurde ein Gesundheitszentrum mit Altenwohnungen und Ärztehaus entwickelt. Mit dem geplanten Diakonie-Klinikum wollen in Eimsbüttel drei kirchliche Träger fusionieren. Die Joker in der internationalen Konkurrenz sind die Herzzentren im UKE, im AK St. Georg und im Albertinen-Krankenhaus, die Kindermedizin in Hamburg, das Transplantationszentrum in der Uniklinik, Orthopädie und Endoprothetik in mehreren Häusern. Damit sollen Patienten ausdem Ausland in die Hansestadt geholt werden. Hamburg hatte sich zuletzt im Frühjahr in Dubai auf der Gesundheitsmesse präsentiert, um den Scheichs die medizinischen und touristischen Vorzüge der Stadt schmackhaft zu machen. …Geld wollen die Kliniken aber nicht nur mit auswärtigen Patienten verdienen, sondern auch mit dem Verkauf von Know-how. Lohmann hat den Begriff von den Markenprodukten im Gesundheitswesen geprägt, und der LBK agiert bereits mit Beratungsleistung in China. Aber auch das neue Klinikum im österreichischen Klagenfurt folgt einem Schnittmuster aus Hamburg: Bei der Organisationsplanung stand das neue AK Barmbek Pate.

Der folgende Artikel aus der Springer-Zeitung DIE WELT, enthält einen Hinweis, den man in Hamburger Lokalzeitungen und beim Stadtplanungsauschuss nicht verstehen will: ES GEHT NICHT UM BETTENABBAU: 

Die Welt, 24. Juli 2005
■ Fusionen & „Betten“

Hamburg organisiert seine Krankenhäuser neu. Bis 2007 muß das neue Konzept auf dem Tisch liegen, das die Rahmendaten für die Klinikversorgung festschreibt. Ursprünglich war die Neuplanung bereits für das laufende Jahr fällig. Aber wegen der neuen Verträge und vor allem mit der Umstellung der Vergütungen von Tages-Pflegesätzen auf Fallpauschalen wurde die Arbeit verschoben, sagte Gesundheits-Staatsrat Dietrich Wersich dieser Zeitung.
Das Dilemma dabei: Die gesetzlichen Regelungen gehen nach wie vor von Bettenzahlen als Basisgrößen aus. Tatsächlich haben die Betten aufgrund der neuen Abrechnungspauschalen und der massiv gesunkenen Verweildauer der Patienten an Aussagekraft verloren.Deshalb werden zur Berechnung des zukünftigen Bedarfs die Fächerspektren neu geordnet. Anstelle der großen Einteilungen mit Psychiatrie, Chirurgie und Innerer Medizin geht es jetzt um genauere inhaltliche Untergliederungen etwa in Kopffächer oder Spezialitäten wie Schmerzbehandlung bis Geriatrie. „Damit wollen wir erreichen, daß auch in diesen speziellen Bereichen die Versorgung garantiert ist und daß nicht teure Leistungen ausgegrenzt werden“, sagte Wersich.
Außerdem geht es um Fusionen und Kooperationen. Einer der Kernpunkte: Die Planung eines neuen Diakonie-Klinikums, an dem sich die Häuser Bethanien, Elim und Alten Eichen beteiligen und auf dem öffentlichen Sportplatz neben dem Elim-Gelände einen Neubau errichten wollen. Inzwischen ist das Projekt angeschoben. „Der Architektenwettbewerb läuft“, sagt Wersich.
Als Erfolg bezeichnet Wersich schon jetzt die Neuordnung von Fachrichtungen und daß die RathausregierungKrankenhauskapazitäten offiziell in den Plan aufgenommen hat, die früher in einer Art Grauzone agierten: Sie waren am Markt tätig, offiziell aber nicht für die Versorgung von Kassenpatienten gelistet. Dazu zählten auch die Endo-Klinik mit einem Teil ihrer Betten sowie die Cardio Clinic, die Klinik Guth und die Krankenhäuser Michaelisund Beim Andreasbrunnen. Durch die Regulierung sei es sogar gelungen, Kapazitäten einvernehmlich abzubauen. Die Endo-Klinik wird nach langer Standort-Suche nun in Altona neu bauen und neben Operations- auch Reha-Kapazitäten einrichten. gs

Welt am Sonntag, 2. Oktober 2005
■ Investitionen 

Mit einem Investitionsprogramm in dreistelliger Millionenhöhe und beträchtlich verjüngten Räumlichkeiten treten die Hamburger Krankenhäuser den Weg in die Zukunft an. Die Klinik, die aus der Fusion von Allgemeinem Krankenhaus (AK) Bergedorf und Bethesda[= Methodisten = Diakonie = Agaplesion] entstand, hat bereits 2004 einen Neubau bezogen. Das Projekt Diakonieklinikum, das sich über Jahre hinzog und für manchen schon als gescheitert galt, gewinnt jetzt zügig ? an Kontur. Von 2007 (?) bis 2009 werden auf dem Gelände des Krankenhauses Elim [Das ist eine absichtliche Manipulation: Die Klinik soll auf dem Sportplatz daneben entstehen!] rund 120 Millionen Euro für den 385-Betten-Neubau der fusionierten Krankenhäuser Alten Eichen, Elim und Bethanien verbaut. Zusätzliche Wirtschaftskraft hat der Dreier-Verbund durch die Aufnahme eines weiteren Gesellschafters gewonnen: Die Agaplesion AG, Träger der Frankfurter Diakonie-Kliniken, stieg bei den Hamburgern ein. Das Krankenhaus Jerusalem, das aus dem Diakonie-Verbund ausgestiegen war, gilt unterdessen als attraktiver Übernahmekandidat für ansiedlungs- oder erweiterungswillige Konzerne. Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand wurde in zwei Bauabschnitten für 13 Millionen Euro modernisiert. Die auf Gelenkersatz spezialisierte Endo-Klinik wird bis 2008 für 81 Millionen Euro in Altona neu- und umbauen. Dabei entstehen 250 neue Arbeitsplätze. Das Israelitische Krankenhaus erhielt einen Erweiterungsbau mit 60 komfortablen Patientenzimmern und ein attraktives Entree. Das Investitionsvolumen betrug zehn Millionen Euro. Das Albertinen-Diakoniewerk baut sein Klinik-Ensemble in Schnelsen seit Jahren laufend aus. Aktuell ist die Albertinen-Schule im Bau, 2006 eine Erweiterung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Das Alsterdorfer und das Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus der Stiftung Alsterdorf wurden ebenfalls mit einem Millionenprogramm auf den neuesten Stand gebracht. Und das Marienkrankenhaus baut gerade für 24 Millionen Euro neu. Für den Verband der Freien stellt sich die schwierige diplomatische Aufgabe, auf dem allgemeinen Gesundheitsmarkt die Mitgliedsunternehmen durch Gemeinsamkeit zu stärken. Gleichzeitig sind die Krankenhäuser, die eine gemeinsame Bettenvermittlung betreiben, aber auch Konkurrenten, gibt Koch zu. Zu den erfolgreichen ? Fusionen zählt das Diakonie-Klinikum, die Albertinen sicherten sich das Amalie-Sieveking-Krankenhaus und das Richard-Remé-Haus. Das Marienkrankenhaus und das Wilhelmstift stehen in engem Kontakt, die Krankenhäuser Michaelis und St. Andreasbrunnen sind gemeinsam stärker. Darüber hinaus sind unter den Mitgliedern wichtige Kooperationen gewachsen: etwa das Hamburger Brust Centrum, an dem Albertinen-Krankenhaus, Diakonie-Klinikum und Marienkrankenhaus beteiligt sind. Das Norddeutsche Herz-Netz bietet integrierte Versorgung für Herzkranke und verknüpft die Therapie-Kette vom Hausarzt über die Facharztpraxis und die Klinik bis zur Reha. Beteiligt sind Albertinen- und Marienkrankenhaus, Barmer Ersatzkasse und 200 niedergelassene Ärzte aus dem Gesundheitsnetz Wedel und dem Ärztenetz Hamburg-Ost. Gut angelaufen ist auch dasEntlassungsmanagement, bei dem Albertinen, Diakonie-Klinikum, Marienkrankenhaus und die Pflege-Partner Diakonie GbR zusammenarbeiten, um den Patienten den Übergang von der Klinik nach Hause zu erleichtern. Die Zusammenlegung von Servicebereichen wie Einkauf sei dagegen nicht geplant. „Wir haben das durchgerechnet“, sagte Koch, „und sind zu dem Ergebnis gekommen, daß wir dabei nicht sparen würden.“ Gisela Schütte [im Aufzählungsstress]

■ Der Rechtssenat christianisiert die Suchtberatung

Diakonie-Report Hamburg, 3/2005
Diakonie übernimmt alle staatlichen Suchtberatungsstellen
Die Behörde für Wissenschaft und Gesundheit hat die Überleitung von drei staatlichen Suchtberatungsstellen in „freie Trägerschaft“ abgeschlossen. Den Zuschlag für Hamburg-West (Beratungsstelle Haubachstraße, Altona) erhielt das Diakonische Werk Blankenese. Die Trägerschaft für Hamburg-Ost (BS Drosselstraße, Barmbek) und Hamburg-Süd (BS Knoopstraße, Harburg) erhielt die Martha-Stiftung. Gesundheitssenator Jörg Dräger: „Die Beratungsstellen sollen zum 1.1.2006 an die neuen Träger übergehen. Bis dahin werden Entscheidungen zum Übergang der bisherigen Mitarbeiter getroffen.“

Hamburger Abendblatt, 1. September 2005
GAL-Anfrage zur Bevorzugung der Diakonie
Die Auswahlkriterien, nach denen die drei staatlichen Suchtberatungsstellen an christliche Träger übertragen wurden, sind nach Einschätzung der GAL-Politikerin Katja Husen fragwürdig. In einer Anfrage moniert sie, dass mit dem DW Blankenese und der Martha-Stiftung [*] aus neun Bewerbern für alle drei Einrichtungen christliche Träger ausgewählt wurden.

[*] Der Martha-Stiftung brachte die politische motivierte Bevorzugung klerikaler Träger durch den Rechtssenat laut Bürgerschaftsdrucksache 18/2723 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 509.524 Euro. Der ambulante Pflegedienst „St. Markus“ in der „Martha Stiftung GmbH“ erwirtschaftete laut Bilanz vom 31.12. 2006 Umsatzerlöse in Höhe von 710.512 Euro. Weitere Zahlen dieses Netzwerkes sind nicht erhältlich, da viele Geschäftszweige der Diakonie als „Verein“ agieren. Die Martha Stiftung hat 15 Einrichtungen. Sie wurde 1849 zwecks Kontrolle „junger weiblicher Dienstboten“ als Privatunternehmen gegründet. Später kam die „Betreuung von unehelichen Säuglingen“ und eine Abteilung für „Krüppelkinder“ hinzu. Über die Praxis des Kinderheims Erlenbusch in der NS-Zeit ist wenig bekannt. Auf der website der Stiftung wird (wie üblich bei der Diakonie) nur ein Bombentreffer auf die Stiftungszentrale erwähnt. Noch verschwiegener ist die „Kirchengemeinde St. Markus“.

http://www.fcwinterhude.de/html/news/main.php
FC Winterhude
SSC Italia – FC Winterhude
Am Sonntag, den 18.9.2005 um 10:45 Uhr (Anpfiff)
auf dem Sparbierplatz 1 
in der Bundesstrasse (neben dem Elim Krankenhaus, U-Bahn Christuskirche)

http://home.wtnet.de/~gschulz/pdf/Ansetzungen10.PDF
Ansetzungen – Oktober 2005
Samstag, 1. Oktober 2005: 
TC Langenhorn gegen 1 Hamburger SV 1
Ort: Oehleckerring
Sonntag, 2. Oktober 2005: 
SSC Italia 1 gegen TuS Berne 2
Ort: Sparbierplatz 1 

Wochenblatt, Oktober 2005: Die Privatisierung des „Protestes“. Die „Bürgerinitiative Wrangler“ nutzt die Dummheit der „Rettet die…“-Slogans, um mit dem „Bolzen“ eine Sportform zu etablieren, die eine Anpassung der Bedürfnisse an die Bodenpreise dastellt und sich zugleich als Trendsport vermarkten lässt. Bolzen heißt vor allem: weniger Platzverbrauch in den Innenstädten. Der Trend kommt dem Willen zur Bebauung großer Sportfreiflächen entgegen.

Ärzte Zeitung, 7.10.2005
AGAPLESION AG ÜBERNIMMT DIE MEHRHEIT AM HAMBURGER DIAKONIE-KLINIKUM.

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main, ein Verbund verschiedener methodistischer Gesundheitsunternehmen, HÄLT KÜNFTIG 60 PROZENT der Anteile am Hamburger Haus. Jeweils 20 Prozent verbleiben bei den bisherigen Gesellschaftern Diakonissenanstalt Alten Eichen und Schwesterheim Bethanien. Agaplesion hatte schon seit 2003 über einen Managementvertrag mit der Hamburger Einrichtung intensiv kooperiert. Der Agaplesion gehören insgesamt fünf Krankenhäuser sowie fünf Altenpflege-Einrichtungen mit zusammen etwa 4400 Mitarbeitern an. Die Einrichtungen des Verbundes erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 238 Millionen Euro.
Für Patienten und Mitarbeiter in Hamburg soll sich durch den Einstieg Agaplesions nach Auskunft einer Sprecherin zunächst nichts ändern. Ziel des Einstiegs sei eine Stärkung der Einrichtung in einer zunehmend angespannten Konkurrenzsituation, teilten die Partner mit. Das Diakonie-Klinikum ist ein Zusammenschluß von drei evangelischen Krankenhäusern, die zur Zeit einen gemeinsamen Neubau in der Hansestadt errichten.

Bundesanzeiger, 16.11.2005
Eintrag im Zentralhandelsregister 
Veränderung
DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG. Bestellt: Geschäftsführer: Wessel, Jörn, Hamburg, *20.11.1959, vertretungsberechtigt gemeinsam mit einem anderen Geschäftsführer oder einem Prokuristen; mit der Befugnis im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

PRESSEMITTEILUNG 28.11.2005
Diakonieklinikum Hamburg schließt sich AGAPLESION AG an 
Martina Garg, Öffentlichkeitsarbeit Agaplesion AG – Ginnheimer Landstr. 94 – 60487 FFM. (069) 95332178 martina.garg@ agaplesion.de – www.agaplesion.de 

Frankfurt am Main, 28. November 2005 – Das Diakonie-Klinikum Hamburg hat sich der Agaplesion gAG angeschlossen. „Wir arbeiten bereits seit 2003 über einen Managementvertrag mit Agaplesion zusammen. Das hat sich bewährt, so dass wir jetzt den nächsten Schritt getan haben und eine feste Bindung eingegangen sind, “ erklärt Geschäftsführer Jörn Wessel. Neue Geschäftsführer des Gesamtklinikums sind Bernd Weber, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Agaplesion gAG ist, und Jörn Wessel, der bislang Geschäftsführer des Krankenhauses Elim war. Maria Theis wurde zur Stellvertretenden Geschäftsführerin ernannt. Neuer ärztliche Direktor des Diakonie-Klinikum Hamburg ist der Chefarzt der Frauenklinik Prof. Dr. Christoph Lindner.

Diakonie-Klinikum: „Banken sind zurückhaltend“ 

Bericht des Haushaltsausschusses, 23.11.2005
Thema: Ausfallbürgschaft. Die Senatsvertreter verdeutlichten, dass die Finanzierung der Plan-Krankenhäuser hundertprozentig eine staatliche Aufgabe sei. Weiterhin seien die Einnahmen der Krankenhäuser – Pflegesätze – so kalkuliert, dass sie keine Investitionskosten beinhalteten. Diese beiden Voraussetzungen führten dazu, dass Kreditunternehmen ausgesprochen zurückhaltend seien, Kredite für Krankenhausinvestitionsmittel bereitzustellen. Dieses Problem ergebe sich auch bei Krankenhausinvestitionen, bei denen der Staat keine Vollfinanzierung übernehme, genannt sei hier das Diakonie-Klinikum . (Drucksache 18/2885)

Anmerkung : Hausbank des Diakonie-Klinikums ist die Evangelische Darlehnsgenossenschaft (EDG) in Kiel, die zum Gebiet der Nordelbische Evangelisch-Lutherischen Kirche gehört – hier liegen die Geldeinlagen der kirchlichen und „gemeinnützigen“ Rechtsträger. Die EDH verfügt über eine Bilanzsumme von über 5 Milliarden Euro. Die Agaplesion AG, die im Aufsichtsrat der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale vertreten ist, gibt die Frankfurter Sparkasse als ihre „Hausbank“ an (Quelle: Creditreform Deutschland). Außerdem ist die Agaplesion AG trotz bundesweiter Aktivitäten weiterhin Mitglied im Diakonischen Werk Hessen-Nassau ist, das seine eigenen Kreditgeber hat.

■ Christliche Lügen für´s Geschäft: 

So richtig passt es dann doch nicht zum Image von Nächstenliebe & Selbstlosigkeit. Deshalb fürchtet man das Wort „öffentlicher Sportplatz“ in diesem Zusammenhang wie der Teufel das Weihwasser. Wahrheitswidrig wird deshalb immer wieder behauptet, das Diakonieklinikum solle auf dem Gelände des Elim-Krankenhauses gebaut werden. WIR wären ja dafür. Aber hier ist es einfach eine fromme Lüge.

Welt am Sonntag, 2. Oktober 2005
• Diakonie baut auf dem Elim-Gelände
Das Hamburger Diakonieklinikum gewinnt jetzt zügig an Kontur. Von 2007 bis 2009 werden auf dem Gelände des Krankenhauses Elim rund 120 Millionen Euro für den 385-Betten-Neubau der fusionierten Krankenhäuser Alten Eichen, Elim und Bethanien verbaut.

KLINIK-NEWS, 12.10. 2005
• Diakoneklinikum wird auf dem Elim-Gelände gebaut
Das Projekt Diakonieklinikum, das sich über Jahre hinzog, gewinnt jetzt zügig an Kontur. Das berichtet Werner Koch, Vorsitzender des Verbandes „Die Freien“, in dem sich die 24 freigemeinnützigen Häuser der Hansestadt zusammengeschlossen haben. Von 2007 bis 2009 werden auf dem Gelände des Krankenhauses Elim rund 120 Millionen Euro für den 385 Betten-Neubau der fusionierten Krankenhäuser Alten Eichen, Elim und Bethanien verbaut.

Eimsbüttler Wochenblatt, 9.9.2005
• Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbiersportplatzes an der Bundesstraße bleibt bei ihrem Nein zum Klinikum-Bauprojekt. (…) Gleichzeitig schlägt die Ini vor, das Diakonie-Klinikum auf dem bisherigen Elim-Gelände zu errichten. „Dann könnte der Sparbier-Sportplatz erhalten werden“, so Behrendt.

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• Kommunal-öffentlicher Raum

Der „Sparbierplatz“, den die zum Agaplesion-Konzern gehörende DKH GmbH mit Hilfe des Beust-Senats privatisieren und bebauen will, ist in erster Linie eine kommunal-öffentliche Freifläche, die als Teil des „Eimsbüttler Grünzuges“ nicht nur als Sportfläche von Bedeutung ist. Als solche ist sie allerdings ein vollständig ausgebuchter öffentlicher Sportplatz:

http://www.fcwinterhude.de/html/news/main.php
FC Winterhude:
AC Italia – FC Winterhude.
Am Sonntag, den 20.11.2005 um 10:45 Uhr (Anpfiff) auf demSparbierplatz in der Bundesstrasse.

Doch der ETV schrumpft wegen seiner Politik gegen die öffentliche Sportfreifläche:
HAMBURGS GRÖSSTE SPORTVEREINE Ende 2005
(+/- in Prozent zu Ende 2004) 

1. Sportspaß 36.553 Mitglieder (+ 13,1%)
2. Hamburger SV 28.761, + 33,1
3. TSG Bergedorf 9.795, + 0,9
4. Eimsbütteler TV 9.782, – 2,9 
5. Niendorfer TSV 7.608, – 0,3
6. SC Alstertal-Langenhorn 6.795, – 3,9
7. HT 16 6661, – 5,5
8. SV Eidelstedt 6037, – 1,5
9. FC St. Pauli 5830, – 6,0
10. Altrahlstedter MTV 5604, – 6,9

Sportarten: Zuwächse/Verluste
→ Fußball, Hallenfußball, Streetsoccer + 6 121,
→ Turnen/Gymn/Fitness/Reha. + 4 798,
→ Bergst./Klettern + 1 472, Golf + 374 ,
→ Basketball + 254, Tennis – 2 391, Hockey – 674 , → Reiten – 412
→ Handball – 354, Segeln – 340
Quelle: HSB (Stand 01.11.2005)

NOCH GRÖSSER: 1. Benfica Lissabon: 150.000, 2. Manchester United: 145.000 , 3. FC Barcelona: 140.000, 4. FC Porto: 104.549, 5. Sporting Lissabon: 90.000 
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■ Kirchliche Indoktrination – bezahlt vom Rechtssenat

Die Privatisierungspraxis des Rechtsenats geht mit einer massiven Förderung der Kirchen einher. Die Folgen der Privatisierung sollen auf diese Weise reaktionär eingehegt werden. Schicksalsergebenheit und Untertanengeist sind erwünscht. Die soziale Hierarchie soll als gottgegeben erscheinen. Wer aus der Arbeitslosenversicherung herausfällt, darf nun zudem als Ein-Euro-Jobber für die „gemeinnützigen“ christlichen Sozialkonzerne arbeiten. Jetzt streicht der Senat auch noch den geringen Eigenanteil der Kirchen bei der Finanzierung ihrer klerikalen Kindergärten.

Freidenker-Verband, 16.11.2005
Hamburg will Kirchen den Eigenanteil bei der Kindergartenfinanzierung erlassen.
Ein Gespräch mit Uwe Scheer, dem Vorsitzenden des Hamburger Freidenker-Verbandes.

F: Der Hamburger Senat will am 29. November mit der nordelbischen und der katholischen Kirche Staatsverträge unterzeichnen. Was soll da geregelt werden?

Bisher wissen wir, daß es u.a. um eine Sonderregelung geht, durch die die Kirchen Millionen Euro Gewinn haben werden. Der Senat will ihnen den Eigenanteil bei der Finanzierung von Kindertagesstätten erlassen, der jetzt zehn Prozent beträgt. Die Stadt Hamburg wird also die 130 evangelischen und 30 katholischen Kindertagesstätten ab 2007 zu 100 Prozent finanzieren. Und die Kirchen, so haben wir vernommen, wollen die zusätzlichen Einnahmen dafür nutzen, um »mehr Religion« unter die Kinder zu tragen. Den Kirchen werden damit Sonderrechte zugestanden. Über die Hälfte der Hamburgerinnen und Hamburger gehört keiner der beiden Kirchen an.

F: Basis der Rechtsbeziehung Deutschlands zur katholischen Kirche ist das Reichskonkordat von 1933, abgeschlossen zwischen den deutschen Faschisten und dem Vatikan. Ist denn nicht darin schon alles geregelt?

Die Details werden auf Länderebene festgelegt. Wir sehen aber überhaupt keinen Anlaß zu einer Sonderregelung. Da werden ja ohnehin schon viele Zahlungen verschleiert – das fängt an bei der verdeckten Subventionierung von Kirchentagen und geht bis zu drei Tagen Sonderferien, damit Lehrer und Schüler daran teilnehmen können.

F: Wie wird es begründet, daß der Eigenanteil der Kirchen gestrichen werden soll?

Damit, daß die Kirchen den anderen Trägern von Kindergärten gleichgestellt werden sollen. Doch die meisten anderen Träger haben nicht den Anspruch, Kinder zu indoktrinieren. Aber genau das ist es was mit der Forderung der Kirchen nach »christlicher Erziehung« gemeint ist. Das findet man ja auch in deren Einstellungspolitik bestätigt. Die stellen fast ausschließlich Leute ein, die der jeweiligen Kirche angehören. Meine Frau hat das selbst erlebt – ihr wurde ein Job als Krankenschwester verweigert, weil sie nicht in die Kirche eintreten wollte.

F: Diakonie und Caritas sowie die Kirchengemeinden können also die ihnen anvertrauten Kinder künftig zu 100 Prozent auf Staatskosten auf christlichen Kurs bringen?

So ist das. Die jeweiligen Kindergärten können auch bestimmen, ob andergläubige oder atheistische Kinder mit aufgenommen werden. Die werden dann natürlich auch der christlichen Erziehung ausgesetzt – öffentlich finanziert.

F: Der Staat ist doch laut Grundgesetz weltanschaulich neutral …

Eigentlich gilt auch für Deutschland die Trennung von Staat und Kirche. Zu Napoleons Zeiten und auch später wurden viele Kirchengüter konfisziert – die Kirchen kassieren aber dafür heute noch jedes Jahr saftige Entschädigungen aus der Staatskasse.

■ Mit der Agaplesion AG drängt ein evangelikaler Konzern auf den öffentlichen Sparbierplatz

Welt, 27. November 2005
Es wird wieder missioniert
1999 beschloß die EKD-Synode: „Mission hat die Absicht, andere Menschen zu überzeugen.“ Mission – einst ein schmutziges Wort – ist wieder wichtigste Kirchenaufgabe! [der Artikel ist von Ulrich Parzany, langjähriger Funktionär des evangelikalen „Evangelischen Allianz“, an der über die „Vereinigung Evangelischer Freikirchen“ und durch lokale Zusammenarbeit indirekt auch die Methodisten beteiligt sind. Der methodistischen Kirche gehört über ihren Bethanien-Konzern die Agaplesion AG, die seit Anfang Oktober Mehrheitseigner der Diakonie-Klinikum-Hamburg GmbH ist].

Qualitätsjournalismus (Folge 3)


Hamburger Rathaus, 12.8. 2005: Gruppenbild für die Anzeigenpostille „Eimsbütteler Wochenblatt“ aus dem Springer-Verlag. 

Mit einer Befürwortung der Privatisierung der 22.000 qm großen öffentlichen Freifläche im Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel zugunsten einer klerikalen Aktiengesellschaft, können Lokalpolitiker sich derzeit profilieren, da das Vorhaben jetzt zur Staatsräson gehört. Nun wollen die Vorsitzenden von Bezirks-CDU und Bezirks-SPD sowie der Baudezernent des Bezirks ihr Foto in dem Anzeigenblatt sehen, das immerhin 50.000 Haushalten in die Briefkästen gesteckt wird. Rechts neben ihnen steht das Holzmodell des Klinikums.

Zuständig für den „journalistischen Teil“ des Anzeigenblattes ist Arndt Prenzel, der hier gerade das Foto zu seinem „Text“ macht, der wesentlich aus der Presseerklärung der Privatisierer bestehen wird. Das Anzeigengeschäft läuft besser, wenn um die Werbung herum Meldungen aus dem Bezirk gruppiert sind. Die „Lokalkompetenz“ der Anzeigenblätter ist zentraler Teil ihres Geschäftsmodells. Neben die ausführlichen PR-Texte von Behörden & Investoren werden gerne auch „kritische Stimmen“ von „aufgebrachten Anwohnern“ oder „Anwohnerinitiativen“ gestellt. Das macht die Sache interessanter und gilt letztlich als Beweis dafür, dass das „Quartier“ quicklebendig ist.

Politische Initiativen, die ihre Kritik an der Privatisierung, Bebauung und Christianisierung des öffentlichen Raumes gerade nicht aus der Froschperspektive von „Anwohnern“ formulieren, werden entweder völlig ignoriert, oder ihre Recherchen, Analysen und Kommentare werden gegen ihren Willen immer wieder auf bornierte Partikularinteressen reduziert, also falsch dargestellt. Die politische Argumentation ist Parteien und Behörden vorbehalten.

In diesem Sinn wird auch unsere Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes regelmäßig im „Wochenblatt“ erwähnt – als eine zum „Viertel“ gehörende „Bürgerini“, die sich lokalpatriotisch für „unser Eimsbüttel“ einsetzt. (Foto: Initiative)

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■ Enthüllung der Initiative verzögert Bebauung

Eimbütteler Wochenblatt, 9.12.2005
Wirbel um Klinikum
DIE NEUBAUPLÄNE MÜSSEN GEÄNDERT WERDEN 
Die Initiative gegen die Bebauung der Sparbierplätze kritisiert, daß der Planentwurf für das auf dem Sparbierplatz geplante Diakonie-Klinikum nicht den Ausschreibungsbedingungen entspricht. „Die Maße für das Restspielfeld sind zu klein“, erklärt Regina Behrendt. Die Sportfläche könne die Mindestflächengröße für den Restplatz nur erreichen, wenn ein Grundstück der Kaifu-Lodge dazugerechnet wird. Der Verkauf oder eine Vermietung des Geländes durch die Eigentümerin Bäderland GmbH komme jedoch nicht zustande. „Die Planung wurde [besonders von Dietrich Wersich] nach Gutsherrenart einfach weiterbetrieben“, meint Behrendt. Baudezernent Reinhard Buff bestätigt, daß das Preisgericht noch einmal tagen muß. „Es bahnt sich jedoch eine Lösung an. Wir bekommen verschiedene überarbeitete Entwürfe vorgelegt“, erläutert Buff. Das Klinikgebäude, das entlang der Hohen Weide entstehen soll, wird laut neuem Plan in der Tiefe um circa 5 Meter gestaucht, damit das Rest-Fußballfeld dem heutigen Standard entspricht. „Damit erledigt sich das Thema Kaifu-Gelände“ [*], so Buff. Die Veränderung habe keine Auswirkungen auf den Bebauungsplan [Buff versucht, diese Sache herunter zu spielen: unsere Enthüllung über die versuchte Nutzung des Kaifu-Geländes verzögerte definitiv die Bebauungsplanung. Genau das bezweckte unsere Intervention. Die Größe des Restplatzes ist uns ansonsten gleichgültig]. Das neue Konzept [er meint den Plan, der geändert werden muss] wird im Januar im Stadtplanungsausschuß diskutiert. Im Februar folgt dann eine öffentliche Plandiskussion. Mit der Auslegung des [geänderten] Bebauungsplans rechnet Buff im Sommer 2006. Danach werden mögliche Kritikpunkte der Bürger von der Behörde eingearbeitet –oder aber auch verworfen. Baubeginn wird [soll] Ende 2006 [?] sein.

[*] Verursacht wurde diese „Panne“ von dem CDU-„Gesundheitspolitiker“ und Diakonie-Lobbyisten Dietrich Wersich. Nach Auskunft von Informanten hatte er mit einer dazu nicht legitimierten Person der Bäderland-GmbH „abgesprochen“, dass diese einen Teil ihres (von der privaten Kaifu-Lodge genutzten) Grundstückes an die Agaplesion AG verkauft. Auf der Basis dieser „Absprache“ wurde dann das Klinikum nicht nur auf der öffentlichen Freifläche Sparbierplatz sondern auch auf dem Parkplatz von Bäderland geplant. Als dann bekannt wurde, dass Wersichs Deal eine Luftnummer war, war das Klinikum schon geplant! Nachdem wir das aufdeckten, musste alles rückgängig gemacht werden. Der Bäderland-Geschäftsführer, mit dem Wersich seine Absprachen traf, soll danach entlassen worden sein! All das steht selbstverständlich ebenso wenig im „Wochenblatt“ wie der Grund unserer Intervention: Dass der Planentwurf nicht den Ausschreibungsbedingungen entspricht, interessiert alle jene, die den Bau auf der öffentlichen Fläche verhindern wollen, nur aus zwei Gründen: Erstens zeigt der Vorgang, mit welchen Tricks sich die Privatisierer der Freifläche durchsetzen wollen. Zweitens nutzen wiralle „Pannen“ unserer Kontrahenten, um die geplante Bebauung zu verzögern und letztlich zu Fall zu bringen.

DIAKONIE-KLINIKUM HAMBURG GmbH
Kurzbilanz

Stammkapital: 770.000 Euro
Umsatz: 2004: 16.380.000 Euro, 2003: 17.770.000 Euro
Beschäftigte: 2005: 245 ?, 2004: 250 [dubios]
Geschäftsführer: Jörn Wessel, Bernd Weber

[Derzeitige] Gesellschafter:
DKH (60 %) = Agaplesion
Alten Eichen (15 %)
Bethanien (15 % = Agaplesion)
Stiftung FEGN (10 %) = Freie evangelische Gemeinde Norddeutschland (Mitglied ist die Elim-Stiftung)

Geschäftstätigkeit: Der Betrieb (in eigener Regie oder darüber hinaus in Regie Dritter) von Krankenhäusern, Heimen und Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege.

Beteiligungen: quant – Service für das Gesundheitswesen GmbH Hamburg.

Kurzbilanz:
Einzelabschluss 31.12.2003 + 31.12.2004 (in Euro)

AKTIVA
Anlagevermögen: 7.692.301 bzw. 6.984.770
Finanzanlagen: 11.270 bzw. 11.270
Umlaufvermögen: 3.638.513 bzw. 4.390.009
Forderungen: 317.260 bzw. 16.094
Sonstige Aktiva: 3.062 bzw. 1.378

PASSIVA
Eigenkapital: 3.483.971 bzw. 3.529.217
Rücklagen: 2.571.503 bzw. 2.571.503
Zuschüsse: 3.990.258 bzw. 3.525.002
Fremdkapital: 3.859.646 bzw.4.321.938
Rückstellungen: 406.399 bzw. 705.498
Verbindlichkeiten: 3.453.247 bzw. 3.616.440
Bilanzsumme: 11.333.876 bzw. 11.376.157

G + V
Nettoumsatz: 17.764.919 bzw. 16.381.157

Betriebsaufwendungen: 19.356.818 bzw. 18.383.599

davon Materialkosten: 3.333.730 + 3.052.956

davon Personalkosten: 13.212.016 +11.003.811
Abschreibungen: 1.046.928 bzw. 883.027
Finanzergebnis: -111.350 bzw. -98.583 !
Jahresergebnis: 114.652 bzw. 45.246

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Veröffentlicht unter Presse