Zwischenberichte ab Januar 2016

Dietrich Wersich:
Berater-Vertrag bei Agapplesion AG?

Der Agaplesion-Lobbyist Dietrich Wersich ist endgültig raus aus dem politischen Geschäft. Nachdem er als „Bürgermeisterkandidat“ seine Partei in den Untergang geführt hatte, bekam er als Trostpreis noch den Job eines „Vize-Präsidenten“ in der Bürgerschaft (den Posten bekommt jeweils eine Person aus jeder Partei); danach wurde er überall abgewählt. Seine letzte Hoffnung war ein Bundestagsmandat. Auch damit ist es jetzt vorbei. In seinem Wahlkreis Nord wurde ihm dieser Weg jetzt mit deutlicher Mehrheit versperrt. Es wird ihn mit Sicherheit auch keiner einen Platz auf der begehrten Landesliste anbieten. Damit ist die politische Karriere dieses pro-klerikalen Rechtspopulisten beendet. Für diesen Fall haben wir immer vorausgesagt, dass Wersich dann von dem Agaplesion-Konzern, dem er in Hamburg eine öffentliche Freifläche und mehr als 100 Millionen Euro zugeschanzt hat, einen Berater-Vertrag bekommen wird. Ob das nun wirklich passieren wird, ist allerdings nicht mehr garantiert, weil an Wersichs Name nun die Aura des Verlierers klebt.

Hamburgs Ex-Senator Wersich unterliegt Jung-Politiker
Die Welt, 17.11.2016
Wersich wollte für die Hamburger CDU in den Bundestag einziehen. Daraus wird nun nichts. Es war ein brisanter Zweikampf um das CDU-Bundestagsmandat zwischen Ex-Sozialsenator Dietrich Wersich und dem jungen CDU-Landesvize Christoph Ploß. Den hat der 31-Jährige nun für sich entscheiden.
Am Ende war das Ergebnis mehr als eindeutig: 225 der CDU-Parteimitglieder stimmten am Mittwochabend für Christoph Ploß, 158 für Dietrich Wersich. Damit wird Ploß für den Wahlkreis 21 Hamburg-Nord als CDU-Direktkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen. Ploß hatte Wersich schon im Mai 2016 als Vorsitzenden des Kreisverbandes Hamburg-Nord abgelöst.

Nun wird über Wersichs politische Zukunft spekuliert. Seit 2014 sitzt er zwar im Bundesvorstand der CDU und sitzt in einem der Bundesfachausschüsse der Partei. Aber spätestens seit seiner Niederlage von Mittwoch dürfte er in Hamburg kaum noch Chancen auf ein politisches Amt haben.

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